Jugendfußball Ein Schwabe lenkt die Geschicke beim Ostklub

Frieder Schrof hat viele Jahre die Jugendarbeit beim VfB Stuttgart gelenkt. Inzwischen ist er beim RB Leipzig.
Frieder Schrof hat viele Jahre die Jugendarbeit beim VfB Stuttgart gelenkt. Inzwischen ist er beim RB Leipzig. © Foto: RB Leipzig/motivio
Norbert Glasbrenner 22.12.2017

Mit RB Leipzig gibt es beim neunten BWK-Arena-Cup einen weiteren Verein, der sich erstmalig ins Gästebuch des U-15-Juniorenturniers einträgt. Insgesamt waren bereits 29 Vereine aus dem In- und Ausland zu Gast in der Arena Hohenlohe. Frieder Schrof, der ursprünglich aus dem Ländle kommt, ist seit 2013 in Leipzig. Norbert Glasbrenner befragte den RB-Nachwuchsleiter zu dem Turnier.

Wie sehr freuen Sie sich denn persönlich, dieses Jahr erstmals  dabei zu sein?

Frieder Schrof: Das freut mich aus mehreren Gründen: Zum einen für unsere U 15, die, nach einigen Jahren unserer Bemühungen darum, an diesem Top-Turnier teilnehmen und dabei lernen und genießen darf, und zum anderen, weil dieses Turnier dort stattfindet, wo ich herkomme und noch immer wohne.

Wie haben Sie denn eigentlich vom BWK-Arena-Cup erfahren und warum ist es Ihnen so wichtig gewesen, ausgerechnet bei diesem Turnier ins Teilnehmerfeld aufgenommen zu werden?

Das Turnier ist mir ja bereits seit vielen Jahren bekannt, denn schon zu meinen Stuttgarter Jugendleiter-Zeiten hatte ich unsere VfB-U-15 regelmäßig dabei. Das Turnier genießt seit jeher einen ausgezeichneten Ruf und ist im Sinne der Entwicklung der Spieler bei den teilnehmenden Vereinen und deren Trainern sehr beliebt.

Die Profis von RB Leipzig sorgen mittlerweile in der Bundesliga für Furore. Welche Ziele nehmen sich denn die U-15-Junioren für den Arena-Cup vor?

Wir sehen jeden Wettbewerb, an dem wir teilnehmen – so auch bei diesem Turnier – als eine Ausbildungsetappe für unsere Spieler. Darunter fällt, dass wir soziale und mentale Ziele verfolgen, indem wir unseren Verein gut repräsentieren, freundlich auftreten, Respekt und Fairplay leben wollen. Unsere Spieler sollen aber auch lernen, mit Druck umzugehen und Verantwortung auf und neben dem Platz zu übernehmen. Natürlich verfolgen wir auch taktische und technische Ziele und schlussendlich haben wir ein Ergebnisziel, nämlich so viele Spiele wie möglich und bestenfalls das Turnier zu gewinnen. Darum geht es im Leistungsfußball und die U 15 zählt hier dazu.

In der C-Junioren-Regionalliga Nord­ost zieht Ihr Nachwuchs einsam seine Kreise an der Tabellenspitze. Auch wenn es nur ein Hallenturnier ist, wie wichtig ist Ihnen als Verein der sportliche Vergleich auf Bundesebene?

Der Leistungsvergleich auf Bundesebene hat für uns in Leipzig einen sehr hohen Stellenwert, weshalb wir solche Spiele und Turniere über die ganze Saison hinweg durchführen. Neben der Ausbildung im Verein werden die Spieler am ehesten dann besser, wenn sie sich im Wettbewerb mit den Besten messen – und gerade diese Möglichkeit bietet sich uns, wenn wir an diesem Turnier teilnehmen dürfen.

Wie werden Sie am Wochenende mit etwaigen Vorbehalten gegenüber Ihrem Verein umgehen? RB Leipzig wird ja doch immer recht kritisch beäugt.

In meinen ersten Jahren in Leipzig habe ich das mit unseren Nachwuchsteams leider öfter erleben müssen. So erinnere ich mich an ein Punktspiel in Rostock, nach dem die Polizei unseren Mannschaftsbus bis zur Autobahn eskortieren musste. Dafür waren und sind immer und überall Personen verantwortlich, denen es überhaupt nicht um den Fußball geht, die vielmehr andere Ziele verfolgen. Diese Zeiten haben sich aber grundlegend geändert, wir werden inzwischen weitestgehend respektiert und unabhängige Umfragen bestätigen, dass unser Verein mittlerweile einen vorderen Platz im Ranking der beliebtesten Vereine der Bundesliga einnimmt.

Was viele nicht sehen (wollen), ist die hervorragende Jungendarbeit im Verein. Auch in der Profimannschaft sind viele Leistungsträger schon jahrelang im Verein. Warum ist für RB Leipzig vor allem der Unterbau ein Schlüssel zum Erfolg?

Eine herausragende Nachwuchsarbeit zu betreiben, hat einen elementaren Stellenwert in unserem Verein – genau wie es das Bestreben unserer sportlichen Leitung und unserer Vereinsführung ist, unsere Profimannschaft weitestgehend mit jungen, talentierten und lernwilligen Mentalitätsspielern zu besetzen. Der Zusammenhang ist also klar und das Ziel ebenso: Wir wollen, was in unserem jungen Verein bisher noch nicht gelungen ist, Spieler aus unserem eigenen Nachwuchs in die Philosophie für unsere Profimannschaft qualifizieren. Turniere wie das in Ilshofen können dazu einen wertvollen Beitrag leisten.

Info Der neunte internationale U-15-BWK-Arena-Cup findet am 13. und 14. Januar 2018 in der Arena Hohenlohe bei Ilshofen statt. Weitere Informationen zum Turnier gibt es unter www.bwk-arenacup.de. Tickets sind erhältlich im Vorverkauf unter www.bwk.kitze-ticket.de oder an der Tageskasse.