SSV Ulm 1846 Fußball Vor DFB-Pokal: Trainer im Bezirk sind optimistisch

Kurz vor Weihnachten 1999 feierten (v.l.) David Zdrilic, Joachim Stadler, Leandro Fonseca, Rainer Scharinger  und ihre Ulmer Mitspieler in der Bundesliga einen 3:0-Coup gegen Eintracht Frankfurt
Kurz vor Weihnachten 1999 feierten (v.l.) David Zdrilic, Joachim Stadler, Leandro Fonseca, Rainer Scharinger und ihre Ulmer Mitspieler in der Bundesliga einen 3:0-Coup gegen Eintracht Frankfurt © Foto: Matthias Kessler
Ulm / Detlef Groninger 17.08.2018
Die Trainer der Bezirks- und Kreisligen trauen ihrem Kollegen Holger Bachthaler und dem SSV Ulm 1846 Fußball im Pokalhit gegen Eintracht Frankfurt einiges zu. Doch die ganz große Überraschung dürfte nicht drin sein.

Auch im Fußball-Bezirk steigt bei Funktionären und Trainern das DFB-Pokal-Fieberthermometer. Der Großteil der Experten aus der Region hofft auf einen Husarenstreich des Regionalligisten SSV Ulm 1846 Fußball am Samstag (15.30 Uhr/Sky) im ausverkauften Donaustadion gegen den Titelverteidiger und Bundesliga-Klub Eintracht Frankfurt.

„Ein Sieg wäre wie ein gefühlter Weltmeisterschaftstitel für Ulm. Ich traue der Mannschaft die Überraschung zu“, sagt Ümit Diken, Spielleiter des Bezirksligisten SC Türkgücü Ulm. Zumal eine Sensation die langsam wachsende Fußball-Euphorie in der Donaustadt noch zusätzlich befeuern würde.

Goran Djukanovic, Trainer des FC Blaubeuren, kann aus eigener Erfahrung ein Lied davon singen. Er war als Spieler wie auch Ünal Demirkiran, Spielertrainer des Landesligisten TSV Neu-Ulm, am bislang größten Coup der DFB-Pokalgeschichte beteiligt. Der 2:1-Sieg der Spatzen 2001 nach der ersten Insolvenz und dem Zwangsabstieg in die fünftklassige Verbandsliga gegen den Bundesliga-Klub 1. FC Nürnberg lieferte eine Initialzündung für die anschließend erfolgreiche Saison, die mit dem Oberligaaufstieg in der Relegation gegen den SV Linx endete.

„Ich drücke Ulm die Daumen“

„Dieser Erfolg hatte auch im Umfeld eine größere Motivation ausgelöst. Es kamen dauerhaft mehr Zuschauer zu den Punktspielen“, erinnert sich Djukanovic, der mit Ulms Trainer Holger Bachthaler eine Saison zusammen beim damaligen Oberligisten SpVgg Au zusammen gespielt hat. „Ich drücke Ulm jedenfalls die Daumen.“

Apropos Bachthaler. Er gilt für viele seiner Kollegen aus dem Bezirk als der große Hoffnungsträger der Spatzen. Er könnte für eine weitere Steigerung der neu entflammten Aufbruchstimmung im Dunstkreis der Spatzen sorgen.

„Mit Holger ist jetzt Feuer drin. Er ist ein richtig guter Trainer“, betont Trainerkollege Michael Schwer vom SV Beuren, in der vergangenen Saison noch Co-Trainer des Landesligisten TSV Buch.  Vor einem Jahr, am 9. August 2017, waren die Ulmer beim mühsamen 1:0-Sieg im WFV-Pokal um Haaresbreite bei den drei Klassen tiefer spielenden Buchern an einer Blamage vorbeigeschrammt. „Das ist jetzt eine ganz andere Ulmer Mannschaft. Sie gibt richtig Gas und kann für Frankfurt zum Stolperstein werden“, lobt Schwer.

Markus Deibler, Trainer des Bezirksliga-Top-Favoriten Türkspor Neu-Ulm, hat als Spieler selbst schon Erfahrung im Kampf David gegen Goliath gemacht. „Das Erlebnis war brutal geil. Das Spiel hat einen Hype ausgelöst“, erinnert er sich an das 0:3 seines damaligen Vereins TSG Thannhausen in der ersten DFB-Pokalrunde 2006 gegen Borussia Dortmund. Der frühere A-Junioren-Trainer des SSV 1846 Fußball glaubt nicht an eine Sensation am Samstag: „ Ich traue den Ulmern nichts zu. Wenn Frankfurt das Spiel ernst nimmt, ist der Klassenunterschied zu groß.“

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Reinhold Steinbrecher: Eintracht- und Spatzenfan

Zwei Herzen schlagen am Samstag in der Brust von Reinhold Steinbrecher.  Der Trainer des Kreisliga B/Iller-Klubs FV Weißenhorn ist bekennender Fan von Eintracht Frankfurt, hat aber auch eine Vergangenheit bei den Spatzen. Acht Jahre war der Bankkaufmann in verschiedenen Altersstufen Juniorentrainer beim SSV 1846 und lotste David Braig als B-Junior von der TSG Ehingen nach Ulm. Außerdem hatte er auch Johannes Reichert unter seinen Fittichen.  „Ich hoffe, dass die Ulmer lange dagegen halten können, und auf ein tolles Spiel. Es wäre eine Riesensensation, wenn Ulm gewinnt. Ich kann mit jedem Ergebnis leben“, meint Steinbrecher. In der Bundesligasaison 1999/2000 hatte er eine Dauerkarte bei den Spatzen und war Augenzeuge des Ulmer  3:0 gegen die Eintracht. „Da hatte Frankfurt nicht den Hauch einer Chance.“  Am Samstag ist er  wie auch zehn seiner Weißenhorner Spieler im Stadion. Deswegen konnte auch dem Wunsch des Stadtrivalen SV Grafertshofen auf eine Verlegung  des Derbys von Sonntag auf Samstag nicht zugestimmt werden. „Das hätten wir an jedem anderen Spieltag gemacht. Diesmal aber hätte von uns fast die ganze Mannschaft gefehlt“, so Steinbrecher.

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