Der Jubilar im Reutlinger Süden ließ sich nicht lumpen: Anlässlich ihres 100-jährigen Geburtstags präsentierte die TG Gönningen die Oberligafußballer der Stuttgarter Kickers sowie die Traditionself des VfB Stuttgart mit etlichen Ex-Nationalspielern auf ihrem Wiesaztal-Sportgelände an der Lichtensteinstraße.

Im eigentlichen Festspiel am Samstag unterlag die verstärkte Kreisliga-Truppe der TG Gönningen den Stuttgarter Kickers  mit 0:6. TGG-Trainer Anton Cus war zufrieden: „Wir haben uns gut verkauft. Mit dem 0:6 kann ich leben. Unser Torwart Tim Weimar hielt großartig.“

In der 13. Minute traf Noah Lulic aus 20 Metern zum 0:1. Der neue Kickers-Trainer Ramon Gehrmann lobte: „Wenn ein solch toller Spieler auf dem Markt ist, muss man zugreifen.“ Lulic  hatte zuvor schon beim SSV Reutlingen unterschrieben, wechselte dann aber zum fünftklassigen Ligarivalen nach Degerloch.

Nach einem unnötigen Foul von Leigh gab es einen Elfmeter, den Shkemb Miftari vor 450 Zuschauern sicher zum 0:2 verwandelte. Gastspieler Jörg Schreyeck (der bisherige Balinger Regionalliga-Akteur pausiert nun, der Beruf geht vor) vergab dann eine Chance für die TGG  und Manuel Pflumm (Trainer beim SV Rangendingen) versuchte es aus 50 Metern, doch der Ball landete auf dem Kickers-Tornetz.

In der 48. Minute gab es einen Handelfmeter, den Lukas Kling verwandelte. Tim Weimar hielt dann fast alles. Kickers-Neuzugang Cristian Giles Sanchez vergab aus vier Metern, der bisherige Reutlinger traf die Latte.

In der 67. Minute fiel durch Marvin Weiss das 0:4, ehe Cristian Giles Sanchez in der 74.Minute sein erstes Tor für die „Blauen“ per Flugkopfball erzielte und in der 81. Minute wieder per Kopf erfolgreich war. Nun war das halbe Dutzend voll.

Gästetrainer Ramon Gehrmann war zufrieden: „Die Jungs waren müde, auch die Gastspieler, die es wahrlich nicht leicht haben. Meine Spieler haben sich ordentlich bewegt. Wir haben Badiane noch nach Frankreich verkauft und wollen um den Aufstieg zur Regionalliga mitspielen.“

Der VfB Stuttgart II mit Neuzugang Sökler, der FC Nöttingen, aber auch der SGV Freiberg (die blau-weißen Wasenkicker haben für Sökler, Rohr und Co.  viel Geld kassiert, man spricht von 200 000 Euro, die Red.) gelten als Hauptkonkurrenten der Degerlocher.

Giles Sanchez überzeugt

Neuzugang Cristian Giles Sanchez überzeugt im Training, er hat bekanntlich einen  tollen rechten Fuß.

Der spanische Ex-Angreifer des SSV Reutlingen freut sich auf die anstehende Oberligarunde mit den Stuttgarter Kickers: „Jetzt bin ich bei einem Profiklub,  kann zwei Mal pro Tag trainieren. Bei den Kickers ist alles professioneller als in Reutlingen, aber das eine  Spieljahr beim SSV vergesse ich sicherlich nie.“

VfB spielt nicht zu Ende

Vor 750 Zuschauern siegte die VfB-Traditionsmannschaft am Freitag, ebenfalls anlässlich des 100-jährigen Bestehens der TG Gönningen gegen die „Oldies“ der TGG mit 12:1, wobei man in der 73. Minute nach Unwettern das Spiel bereits abbrach. Beim VfB Stuttgart waren alle Asse bis auf Cacau am Ball, auch Hansi Müller kam noch ins Wiesaztal.

Bei der TGG stand  Wolfgang Haller im Tor: „Vor 25 Jahren gegen die VfB-Profis kassierte ich 16 Gegentore beim 1:16, diesmal sollte es nicht zweistellig werden, was mir mit sieben Gegentoren in einer Halbzeit gelang. Freilich waren da mehrere Tore des Monats dabei.“

Silvio Meißner eröffnete den Torreigen mit einem Fallrückzieher. Ralf Allgöwer traf aus 28 Metern genau ins Eck. Aber Markus Leuthe hatte zu Beginn drei Chancen – jedesmal reagierte Christoph Weber glänzend. Silvio Meißner und Jörg Wolff trafen je vier Mal, Ex-Weltmeister Guido Buchwald   trug sich mit Distanzschüssen zwei Mal in die Torjägerliste ein. Auch Ralf Allgöwer und Achim Glückler trafen. Der VfB hatte alles im Griff, ließ klug den Ball laufen, aber in der 69. Minute war es Markus Brielmann, der das umjubelte Gönninger Ehrentor erzielte. Der VfB spielte mit Christoph Weber, Andreas Hinkel, Bernd Förster, Roland Mall, Guido Buchwald, Peter Reichert, Silvio Meißner, Hansi Müller, Asgeir Sigurvinsson, Achim Glückler, Ralf Allgöwer, Denis Berger, Jörg Wolff. Trainer waren Jürgen Sundermann und Ex-Vizeweltmeister Karlheinz Förster.