Spielerstreik beim Kreuzeicheklub: Das Testspiel SSV Reutlingen – VfR Aalen wurde am späten Freitagabend abgesagt. Ein Spielerberater, der die Partie  in Empfingen mit organisierte, war enttäuscht: „Das war beschämend, ich arbeite seit Peter Starzmanns Zeiten für den SSV Reutlingen, bin dessen Fan, aber nun so etwas. Die SG Empfingen hatte Würste gekauft, erwartete viele Zuschauer und hatte  Werbung geschaltet.“

Erboste Aalener

Südwest-Regionalligist VfR Aalen war auch sauer, hatte den Mannschaftsbus bestellt. VfR-Trainer Roland Seitz war stinkig, denn man konnte so kurzfristig kein Team  als Alternativgegner verpflichten.

„Das geht gar nicht, ich habe einen guten Draht zu Spielern und weiß die Gründe. Das war für den SSV Reutlingen ein Armutszeugnis.“

SSV hat Beiträge für VBG nicht bezahlt

Das Ganze hängt mit der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) zusammen, die den SSV Reutlingen Fußball etwa 35 000 Euro kostet und die nicht bei allen Spielern bezahlt wurde, obwohl ihnen das vor dem Auswärtsspiel in Oberachern zugesagt worden war.

Die Spieler hatten am Donnerstag nicht trainiert, am Freitag gab es ein Lauftraining. SSV-Coach Maik Schütt ist zu bedauern, er kann nichts dafür, will sein Team gut vorbereiten und dann so etwas.

Spieler wollten laut Spohn auf ihre Lage hinweisen

Sportvorstand Eberhard Spohn meint: „Spiele nach 19 Uhr wie am Dienstag in Frickenhausen, sind derzeit  bei Platzvereisung nicht so einfach zu absolvieren, da werden wir kurzfristig entscheiden, wir wollen spielen. Einige Spieler traten am Samstag nicht an, weil sie  nicht bei der VBG versichert waren, das war eine Reaktion, sie wollten darauf hinweisen. Die Akteure setzten mit ihrem Streik des Testspiels in Empfingen ein Zeichen, nicht versichert zu sein, deshalb der Spielausfall gegen den VfR Aalen.

Vorsitzender Faßnacht gibt Versäumnisse zu: „Wir haben schlecht gearbeitet“

Theo Faßnacht, der Erste Vorsitzende des SSV Reutlingen Fußball, nimmt Stellung: „Das war ein Versäumnis von uns, wir haben schlecht gearbeitet. Der Steuerberater war nicht zu finden. Aus organisatorischen Gründen ging nicht alles auf, das  lief nicht optimal. Ich verstehe die Spieler. Gespräche mit ihnen folgen, es gab auch zuletzt bereits welche mit den Akteuren. Die Spieler bekommen ihre VBG-Mitgliedschaft bald, dann finden auch die Spiele statt. Es fanden Diskussionen statt, wir werden  die Versäumnisse nachholen.“

SSV-Vorstand sieht seinen Fehler ein

Der SSV-Fußball-Vorstand hat eingesehen, so Boss Theo Faßnacht, dass man nicht richtig gehandelt hat, das wird sich laut dem Vorsitzenden bessern. Dann kann Trainer Schütt wieder ebenso wie sein Team Vollgas geben.

 

Ablöse für SSV: Ruben Reisig wechselt sofort zu den Stuttgarter Kickers


Deniz Bulut wechselt vom SSV Reutlingen zum Landesligisten TV Echterdingen. Der SSV verliert noch  Felix Heim (VfB Stuttgart,  A-Junioren), Andreas Maier (VfL Pfullingen) und nun auch Ruben Reisig, der zum Oberliga-Tabellenführer Stuttgarter Kickers wechselt. SSV-Trainer Maik Schütt sagt: „Jetzt werden die Grundlagen für die Punktspiele gelegt und wir müssen Testspiele bestreiten. Reisig war in der Vorrunde einer der besten Sechser der Oberliga. Wenn  ein Innenverteidiger wie Hartmann oder Jäger ausfällt, hätte er im Innenblock einspringen können. Schade, er wird uns fehlen.“
Jetzt bekommt der SSV  von den Stuttgarter Kickers eine Ablöse, im Juni wäre Reisig kostenlos gewechselt. Janick Schramm möchte den SSV Reutlingen (Beruf geht vor) auch verlassen, ist beim Oberligisten SGV Freiberg/Neckar im Gespräch. Daniel Elfadli soll bei Sportdirektor Giuseppe Ricciardi und dem Oberligisten 1. CfR Pforzheim für die neue Saison  im Gespräch sein. Der Ex-Reutlinger Ricciardi wird auch einen der drei SSV-Stürmer für die neue Saison in Pforzheim verpflichten (Zukic, Kuengienda oder Sauerborn). Neu beim SSV sind Rückkehrer Tim Schwaiger (VfB Stuttgart II), Noah Ganaus und Gjergj Prebreza aus Wittlich, der in Nürtingen bei seinem Onkel wohnt, Bürokaufmann ist und nur einen Fahrtkostenzuschuss verlangt. woga