Hansi Flicks Oster-Geschenk von zwei freien Tagen genossen seine Fast-Meister zufrieden im Familienkreis. Die vielbelasteten Bayern-Stars durften nach der Machtdemonstration im Bundesliga-Endspiel gegen RB Leipzig noch einmal durchschnaufen, bevor an diesem Dienstag der Countdown auf das Champions-League-Spektakel gegen Neymar, Kylian Mbappé & Co. beginnt. „Finale können wir“, sagte Flick über das Motto des Münchner Meisterstücks. „Die Mentalität unserer Mannschaft ist einfach klasse. Es macht Spaß und gibt einem ein wahnsinniges Vertrauen in die eigene Stärke.“
Die nach dem 1:0 in Leipzig fest eingeplante neunte deutsche Fußball-Meisterschaft nacheinander war für die Serienchampions die perfekte Einstimmung auf die Neuauflage des Königsklassen-Endspiels gegen Paris Saint-Germain, zu der es diesmal im Viertelfinale kommt. „Ich denke, dass es zwei ganz andere Spiele werden“, mutmaßte Kapitän Manuel Neuer vor dem Wiedersehen mit PSG am Mittwoch (21 Uhr/Sky) in München und sechs Tage später in Frankreichs Hauptstadt. Weltfußballer Robert Lewandowski muss mehr als sieben Monate nach dem Triumph von Lissabon diesmal im prestigeträchtigen Kräftemessen wegen seiner Knieverletzung weiter ersetzt werden.

Lewandowski muss weiter warten

Anders als die Bayern verloren die von zwei Corona-Fällen geplagten Pariser Künstler am Wochenende das Spitzenspiel gegen OSC Lille mit 0:1, Neymar mit Gelb-Rot – und die Tabellenspitze. Dagegen zementierten die Münchner ihren Titel-Ruf: Wenn es wichtig wird, gewinnt eben der FC Bayern.
„Wenn man die letzte Saison dazu nimmt mit Dortmund als Finalspiel, haben wir sechs Finals gewonnen“, sagte Flick, der die Osterruhe für seine Serienchampions mit den hohen Belastungen begründete. „Die nächsten Wochen bis Ende April werden für alle sehr tough.“ Entspannt verbrachten seine Spieler die freien Stunden mit den Familien oder wie Müller mit Pferd und Kaninchen – bevor sich der Vize-Kapitän wieder der „heißesten Phase der Saison“ widmete.
Gratulationen zum 31. Meistertitel nahm der Tabellenführer um Torschütze Leon Goretzka noch nicht entgegen. Obligatorisch wurde der Hinweis auf die ausstehenden sieben Spiele und noch zu verteilende 21 Punkte gegeben. Aber sieben Zähler Vorsprung hat sich in der Liga-Historie zu diesem Saisonzeitpunkt keiner mehr nehmen lassen. „Es ist ein großer Schritt, aber noch nicht der entscheidende“, sagte Goretzka.

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Das Mittelfeldtrio Müller, Goretzka und Kimmich warb nach dem 1:2-Stimmungsdämpfer der Nationalelf gegen Nordmazedonien mit der Leistung für einen gemeinsamen EM-Auftritt. „Thomas Müller spielt eine sensationelle Saison. Er ist wichtig für uns, kann wichtig für andere Mannschaften sein, aber das muss Joachim Löw entscheiden“, sagte Flick, der weiter im Fokus der Nachfolge-Spekulationen von Löw steht. „Meine Antwort habe ich schon oft genug gegeben“, sagte der 56-Jährige.
Auch der designierte Bayern-Chef Oliver Kahn behielt den Blick lieber auf der laufenden Spielzeit. „Ich habe in den vergangenen Wochen das eine oder andere Gespräch mit Hansi gehabt und konnte in diesen Gesprächen nicht feststellen, dass er da große Tendenzen hat, was die Nationalmannschaft anbelangt“, sagte der langjährige Nationaltorhüter.
Wie der im Stadion lautstarke Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge freute sich Kahn, dass man den Angriff des munter mitspielenden, aber letztlich zu harmlosen Emporkömmlings aus Leipzig hatte abwehren können. „Am Mittwoch müssen wir für die nächste große Herausforderung bereit sein“, warnte Kahn rasch.

Zwei Corona-Fälle bei PSG

Während bei den Bayern die gegen Leipzig gesperrten Jérôme Boateng und Alphonso Davies dann wieder zurückkehren, muss PSG-Coach und Tuchel-Nachfolger Mauricio Pochettino auf zwei Stammkräfte verzichten: Marco Verratti und Alessandro Florenzi wurden positiv auf  Corona getestet. Beide Nationalspieler waren zuletzt in der WM-Qualifikation für Italien im Einsatz.

Die Zahlen zum 27. Spieltag der Bundesliga


5 Zum fünften Mal nacheinander blieb der VfL Wolfsburg in einem Bundesliga-Heimspiel ohne Gegentor. Das ist ein Vereinsrekord.

9 Punkte Vorsprung auf Platz 16 hat der FC Augsburg. So ein Polster auf den Relegationsrang wurde nach 27 Partien in einer Bundesligasaison mit Drei-Punkte-Regel noch nicht verspielt.

31 So viele Elfmeter hat der FSV Mainz 05 inzwischen in Serie verwandelt, der Bundesliga-Rekord wurde damit ausgebaut.

22 In den vergangenen 22 Bundesliga-Spielen erzielte Frankfurt immer mindestens ein Tor. Das ist die längste derartige Serie der Hessen seit 1977.

100 Augsburg feiert im 333. Bundesligaspiel den 100. Sieg.