Expected Goals
: Was bedeutet der xGoals-Wert?

Bei Fußballanalysen und Statistiken ist immer häufiger von den xGoals die Rede, doch was genau ist das? Und wie wird der Wert berechnet? Alle Infos hier.
Von
Marcel Ernest,
Florian Huth
Berlin
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Deutschland — Griechenland: 07.06.2024, Nordrhein-Westfalen, Mönchengladbach: Fußball: Länderspiele, Deutschland - Griechenland, Stadion im Borussia-Park, Deutschlands Kai Havertz (l) jubelt mit Jonathan Tah nach seinem Tor zum 1:1. Foto: Federico Gambarini/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Deutschlands Kai Havertz jubelt mit Jonathan Tah nach einem Tor.

Federico Gambarini/dpa

Oft erzählen die xGoals eine andere Geschichte als das Resultat am Ende eines Fußballspiels. Die Expected Goals-Statistik wurde 2020 eingeführt. Seitdem ist sie von den Fußballberichterstattungen kaum wegzudenken. Doch was genau bedeutet dieser Wert?

xGoals-Wert: Was ist das?

Anhand des xGoals-Werts, oder auch Expected Goals-Wertes, kann bei jeder Torchance bestimmt werden, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass der Ball vom Standpunkt des Torschützen im Tor landet. Der Wert liegt immer zwischen 0 und 1. 
Hier ein Beispiel: Bei einem Elfmeter liegt der xGoals-Wert bei 0,77. Dies bedeutet, dass die Torwahrscheinlichkeit bei 77 % liegt.
Bei diesem Wert ist es nicht relevant, welche Qualität der Spieler hat. Ob Harry Kane vom Punkt antritt, oder ein gelernter Torhüter, ist nicht entscheidend für den Expected Goals-Wert.
Der xGoals-Wert liefert eine präzisere Einschätzung als die traditionelle Torschuss-Statistik. Während die Torschuss-Statistik einen Schuss aus kurzer Entfernung ans Aluminium genauso gewichtet wie einen verunglückten Distanzschuss in die Zuschauerränge, berücksichtigt der xG-Wert (Expected Goals) die tatsächliche Wahrscheinlichkeit, dass ein Schuss zu einem Tor führt, und bietet somit eine differenziertere Analyse der Torchancen.

Wie wird der xGoals-Wert berechnet?

Wie bereits oben erwähnt ist es nicht entscheidend für den xGoals-Wert, welcher Schütze den Schuss ausführt, sondern vielmehr, von welcher Postion und unter welchen Bedingungen der Schuss erfolgt. Der xG-Wert basiert auf umfangreichen Daten aus den letzten Jahren und mathematischen Modellen. Intuitiv ist jedem klar, dass manche Positionen für einen Torabschluss vorteilhafter sind als andere. Nun wird bei der xGoals-Wert-Analyse jeder Schuss mit einem statistischen Wert bewertet, der seine Erfolgswahrscheinlichkeit angibt.
Die wichtigsten Einflüsse auf xGoal-Werte sind:

  • Torentfernung
  • Winkel zum Tor
  • Art des Abschlusses (Kopfball? Fallrückzieher?)
  • Bedrängnis durch Gegenspieler
  • Position des Torhüters
  • Geschwindigkeit des Schützen

xGoals: Effektivität einzelner Teams und Spieler

Auch auf einzelne Teams und Spieler kann der xGoals-Wert angewendet werden. Dies zeigt die Effizient vor dem Tor
Hier ein Beispiel: In der Saison 23/24 verlor der FC Bayern München am 22. Spieltag gegen den VfL Bochum mit 2:3. Der FC Bayern hatte einen xGoals-Wert von 3,54 und der VfL Bochum lediglich einen xGoals-Wert von 1,57. Diese Werte entstehen, indem die Werte aller Torchancen der jeweiligen Mannschaften addiert werden. Der Rekordmeister hatte die besseren Torchancen über das gesamte Spiel, jedoch gewannen trotzdem die Bochumer mit 3:2. Das gleiche Prinzip gilt auch bei einzelnen Spielern. In der abgelaufenen Saison kommt Serhou Guirassy auf 28 Tore, obwohl sein xGoals-Wert bei 23,5 lag. Das bedeutet, dass der VfB-Stürmer vor dem Tor sehr effizient ist.