Europa League Finale
: Leverkusen kassiert bittere Schlappe in Final-Fight

In einem packendem Final-Fight unterliegt Bayern Leverkusen deutlich Atalanta Bergamo. Auch die Ungeschlagenen-Serie der Werkself hat damit ein Ende.
Von
Philipp Staedele
Dublin
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Atalanta Bergamo — Bayer Leverkusen: 22.05.2024, Irland, Dublin: Fußball: Europa League, Atalanta Bergamo - Bayer Leverkusen, K.o.-Runde, Finale, Aviva Stadium. Leverkusens Robert Andrich steht nach Abpfiff enttäuscht auf dem Rasen. Foto: Jan Woitas/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Leverkusens Robert Andrich steht nach Abpfiff enttäuscht auf dem Rasen.

Jan Woitas/dpa

Aus der Traum vom Gewinn der Europa League: In Dublin unterliegt Bayer Leverkusen deutlich Atalanta Bergamo und verpasst damit den zweiten internationalen Titel der Club-Geschichte. Auch die Ungeschlagenen-Serie der Werkself hat damit ein Ende.

Europa League Finale 2024: Leverkusen unterliegt Bergamo

Dass die Italiener aus Bergamo ein extrem unangenehmer Gegner sein können, war bereits bekannt. Und das zeigte sich auch am Abend des Europa League Finales in Dublin in Irland: Atalanta mit Trainerfuchs Gian Piero Gasperini hatte erst kürzlich im italienischen Pokalfinale gegen Juventus Turin verloren, spielte nun aber laut Nachrichtenagentur sid frech auf und stillte bei der Endspiel-Premiere im Europacup die Sehnsucht nach dem ersten Titel seit 61 Jahren.

Überragender Mann war laut Nachrichtenagentur dpa der frühere Leipziger Ademola Lookman, der alle drei Tore für Atalanta erzielte (12., 26. und 75. Minute). Für Bergamo, das auf dem Weg ins Finale den FC Liverpool mit Trainer Jürgen Klopp ausgeschaltet hatte, ist es die erste internationale Trophäe.

Leverkusen - Atalanta: So lief das Spiel

Leverkusen startete wie schon im Halbfinal-Hinspiel in Rom ohne echten Stürmer, war ohnehin aber zunächst defensiv gefordert. Nach einigen Wacklern in der Anfangsphase entwischte Lookman seinem Bewacher Exequiel Palacios und bestrafte Bayer aus dem Rückraum. Der Nigerianer war es auch, der die halbe Abwehr austanzte und den Ball in den Winkel schlenzte.

Leverkusen leistete sich eine der schwächste Halbzeiten der Saison, immer wieder war die Werkself mindestens einen Schritt zu spät. Die Offensive um Wirtz blieb dazu blass, einzig Alejandro Grimaldo (35.) und Granit Xhaka (45.) sorgten für Abschlüsse. Spätestens nach dem ersten Durchgang wussten alle, warum Startrainer Pep Guardiola (Manchester City) einmal sagte: „Gegen Atalanta zu spielen ist wie der Besuch beim Zahnarzt.“

Die Italiener zeigten, warum sie auf dem Weg ins Finale bereits den FC Liverpool aus dem Weg geräumt hatten. Alonso reagierte und brachte Victor Boniface zur zweiten Halbzeit. Bayer erhöhte zwar etwas den Druck auf die Italiener, doch klare Chancen sprangen keine für das Team heraus, das am vergangenen Wochenende als erstes eine Bundesliga-Saison ungeschlagen beendet hatte.

Bayer Leverkusen: Ungeschlagenen-Serie endet tragisch in EL-Finale

Der Werksklub verpasste nicht nur die erste internationale Trophäe seit dem UEFA-Cup-Triumph 1988, in Dublin endete auch der Erfolgslauf nach 51 Spielen ohne Niederlage. Vier Tage nach der Übergabe der Meisterschale wollte Bayer den vorletzten Schritt zur sportlichen Unsterblichkeit machen, aufgrund einer katastrophalen ersten Halbzeit wartet im Pokalfinale am Samstag gegen den Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern aber nur das Double als „Trostpreis“.