DFB-Pokal-Finale: Nkunku gegen Kolo Muani: Pokalfinale im Zeichen der Superstürmer
Sollte Didier Deschamps für Samstagabend noch nichts vorhaben, hat Randal Kolo Muani eine ganz heiße Empfehlung. Frankreichs Fußball-Nationaltrainer dürfe sich das Endspiel um den DFB-Pokal „nicht entgehen lassen“, riet der Frankfurter Angreifer, „weil ich glaube, dass es ein sehr, sehr gutes Finale wird.“ Und nicht nur der Coach der Equipe Tricolore sollte auf seine Kosten kommen, wenn in Berlin die französischen Superstürmer Kolo Muani und Christopher Nkunku aufeinandertreffen.
Der Torschützenkönig der Bundesliga auf der einen, der Topscorer auf der anderen Seite – das Finale zwischen Titelverteidiger RB Leipzig und Eintracht Frankfurt am Samstag (20 Uhr/Sky und ZDF) steht ganz im Zeichen der herausragenden Offensivkünstler. Auch der europäische Fußball-Adel wird genau hinschauen, das Interesse an den beiden Stürmern ist so enorm wie die gehandelten Ablösesummen.
Während der Wechsel des Leipzigers Nkunku im Sommer für mehr als 60 Millionen Euro zum FC Chelsea Medienberichten zufolge schon längst fix sein soll, ranken sich um Kolo Muani wilde Spekulationen. Bei der Stürmersuche des FC Bayern soll er Topkandidat sein, auch Paris St. Germain wird Interesse nachgesagt. Um den schnellen Angreifer mit Vertrag bis 2027 aber aus Frankfurt loszueisen, dürfte eine Ablösesumme jenseits der 100-Millionen-Marke fällig sein.
Vor dem großen Endspiel hielt sich Kolo Muani bedeckt. „Jetzt gilt es erstmal noch, das Finale zu spielen, darauf sind wir enorm fokussiert als Team. Dementsprechend gibt es gerade nichts anderes für mich“, sagte der 24-Jährige, der vor der Saison ablösefrei vom FC Nantes zur Eintracht gekommen war. Aber auch einen Verbleib in Frankfurt schloss er nicht aus.
„Ich habe noch lange Vertrag in Frankfurt und entsprechend besteht die Option, dass ich im Trikot von Eintracht Frankfurt noch bester Torjäger werden kann“, sagte der Vizeweltmeister.
Großes Lob für die Offensiv-Stars aus Leipzig und Frankfurt
Denn in dieser Bundesligasaison hatte Nkunku noch knapp die Nase vorn und holte sich zusammen mit Niclas Füllkrug mit 16 Treffern die Torjägerkanone. Kolo Muani avancierte jedoch mit 15 Toren und 16 Vorlagen zum Topscorer der Liga.
Entsprechend viel Lob prasselt auf die beiden auch ein. SGE-Trainer Oliver Glasner prophezeite Kolo Muani bereits eine „Weltkarriere“, für Frankreichs Superstar Kylian Mbappe ist er ein „technisch kompletter Stürmer“. Und Starcoach Pep Guardiola adelte Nkunku als „absoluten“ Weltklassespieler.
Gekreuzt hatten sich die Wege der beiden schnellen und vielseitigen Stürmer bereits im Vorfeld der WM in Katar – wenn auch auf unschöne Weise. Nkunku verletzte sich kurz vor Turnierstart, Nationaltrainer Deschamps nominierte Kolo Muani nach. Der traf beim Halbfinalsieg gegen Marokko und wurde in der Verlängerung des WM-Finals gegen Argentinien mit seiner vergebenen Großchance in der Nachspielzeit zum tragischen Helden.
Am Samstag wird zumindest einer von beiden eine Trophäe in die Luft stemmen dürfen. Und schon bald kommt es zum Wiedersehen: Deschamps hat Nkunku und Kolo Muani bereits in seinen Kader für die EM-Qualifikationsspiele im Juni berufen – das Pokalfinale zur Überzeugung braucht er gar nicht.
Schiedsrichter mit Erfahrung
Vom Balljungen zum Final-Schiedsrichter in 22 Jahren: Für Daniel Siebert ist das 80. Endspiel um den DFB-Pokal in jeder Hinsicht besonders. Der Berliner darf das Spiel zwischen RB Leipzig und Eintracht Frankfurt in seiner Heimatstadt pfeifen. „Vor etwa 20 Jahren war ich Balljunge beim Spiel Union gegen Schalke und ein Jahr später auch. Von daher gibt es Vorerfahrung. Ich konnte ein bisschen die Stimmung erleben“, sagte Siebert.
Für den 39-Jährigen ist es das erste große Endspiel und eine wohl einmalige Erfahrung. „In der Regel pfeift man ein Pokalfinale nur einmal“, sagte Siebert. Die Vorbereitung läuft dabei wie vor jedem anderen Spiel auch. „Vor besonderen Spielen tun wir nichts Besonderes. Den Ablauf auf den Kopf zu stellen, würde mich eher verunsichern.“
Vom Finale erwartet Siebert „viele knackige Zweikämpfe und viel Speed“. Gerade die Umschaltmomente seien auch für Schiedsrichter interessant und wichtig, dass man da nicht den Anschluss verliere. Einen Wunsch hat er: „Dass wir nach dem Spiel kein Thema sind.“


