Deutschland gegen Finnland: VfB-Stürmer Deniz Undav trifft doppelt! Vier Tore für ein gutes WM-Gefühl

Deniz Undav (r) nach seinem Kopfballtor beim Jubel mit Flankengeber Joshua Kimmich.
Christian Charisius/dpa- Deutschland besiegt Finnland 4:0 in Mainz – achte Siegesserie hält an.
- Undav trifft doppelt, Wirtz und Musiala erzielen die weiteren Tore.
- Nagelsmann testet jung: Karl überzeugt rechts, Brown setzt offensiv Akzente.
- Neuer fehlt wegen Wadenverhärtung, Baumann steht im Tor und bleibt ungeprüft.
- Generalprobe gegen die USA folgt in Chicago, WM-Auftakt gegen Curaçao ist terminiert.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Zwei Wochen vor dem WM-Ernstfall gegen Curaçao haben Doppelpacker Deniz Undav und seine Offensivkollegen Vorfreude auf das Turnier in Amerika entfacht. Die 25.122 Zuschauer in der ausverkauften Mainzer Arena waren beim 4:0 (1:0) der Fußball-Nationalmannschaft gegen Sparringspartner Finnland positiv angetan vom engagierten Auftritt und der kleinen Torgala.
Verzichten mussten die vielen in Deutschland-Trikots gekleideten Anhänger allerdings noch auf das Comeback von Manuel Neuer im DFB-Tor. Der 40-Jährige befindet sich nach einer Wadenverhärtung noch im Aufbautraining. Auch Champions-League-Finalist Kai Havertz fehlte in der von Bundestrainer Julian Nagelsmann weitgehend aufgebotenen Wunschelf.
DFB-Offensive überzeugt nach Anlaufzeit
Nach einer gewissen Anlaufzeit sorgten Undav (34./57. Minute), Florian Wirtz (48.) und der emsige Jamal Musiala (63.) bei seinem Länderspiel-Comeback nach 14 Monaten für reichlich Torjubel. Das Selbstvertrauen wächst nach dem achten Sieg in Serie. Gerade offensiv scheint vieles möglich in Kanada, Mexiko und den USA. Der Torbann musste aber erst gebrochen werden, Undav etwa scheiterte vor seinen Länderspieltoren fünf und sechs zunächst zweimal an Finnlands Torwart Lukas Hradecky (8./27.).

Lächelnder Zuschauer im Mainzer Stadion: Manuel Neuer.
Tom Weller/dpaNagelsmann bot zwei Tage vor dem Abflug nach Chicago, wo am kommenden Samstag (20.30 Uhr/RTL) die Turnier-Generalprobe gegen die USA stattfinden wird, eine Mannschaft auf, wie sie größtenteils auch gegen den WM-Neuling Curaçao am 14. Juni beginnen dürfte.
Nach über einem Jahr waren dabei auch Musiala und Wirtz mal wieder als Offensiv-Wirbler vereint. In mehreren Momenten war zu erahnen, was mit „Wusiala“ beim Turnier möglich werden könnte.
Karl und Brown mit starken Szenen
Der Bundestrainer zeigte zudem Mut zur jugendlichen Unbekümmertheit. Nathaniel Brown schickt sich mit seiner Technik und Dynamik auf der Position des linken Außenverteidigers an, Leipzigs Kapitän David Raum zu verdrängen. Der 22 Jahre alte Frankfurter hatte gerade offensiv einige gute Szenen.
Und auf dem rechten Flügel macht Lennart Karl Dampf. „Er hat jugendliche Frische“, begründete Nagelsmann im ZDF den ersten Startelfeinsatz des 18-Jährigen. Karl dribbelte, Karl passte, Karl traf den Außenpfosten (55.). Und er arbeitete auch fleißig mit nach hinten. Der Jüngste im deutschen WM-Kader versuchte viel – und er liegt im Konkurrenzkampf vor dem erfahrenen, aber in seinen Leistungen zu stark schwankenden Galatasaray-Profi Leroy Sané.
Im Tor durfte sich noch einmal der zur Nummer zwei zurückgestufte Oliver Baumann zeigen. Nagelsmann nannte das zwölfte Länderspiel des Hoffenheimers kurz vor Baumanns 36. Geburtstag „eine Belohnung“. Er stellte aber auch klar, dass der 40-jährige Neuer beim Turnier in Amerika die Nummer eins sein wird. „Wir brauchen kein Risiko einzugehen“, sagte der Bundestrainer zur Schonung des noch angeschlagenen Neuer, der entspannt im Stadion zuschaute.

Lennart Karl bot eine überzeugende Vorstellung.
Federico Gambarini/dpaDefensive kaum gefordert
Der Weltmeister von 2014 bekam ein typisches Testspiel zu sehen. Die ganz große WM-Anspannung fehlte noch. Die Finnen waren kein echter Prüfstein. Offensiv traten sie kaum in Erscheinung, Kapitän Joshua Kimmich musste einmal einen Schuss vor der Linie blocken (29.).
Die deutsche Elf war im Dauer-Vorwärtsgang. Nach einer kurz ausgeführten Ecke führte eine Kimmich-Flanke zum ersten Kopfballtor von Undav im DFB-Trikot. Der Stuttgarter zeigte, dass er mehr als ein Joker sein kann. Tor Nummer zwei von Wirtz erarbeitete er mit einer starken Pressing-Aktion. Beim 3:0 vollendete Undav nach einem feinen Solo und Pass von Karl. Nach seinem zweiten Tor wurde er behandelt und leicht angeschlagen ausgewechselt.
Besonders wertvoll war dann, dass Musiala Selbstvertrauen mit seinem neunten Länderspieltor schöpfte. Am Ende wechselte Nagelsmann noch fleißig und brachte unter anderem den Mainzer Nadiem Amiri unter dem Applaus der Fans.
Die DFB-Elf in der Einzelkritik
Baumann: Von den Fans mit Sprechchören gefeiert, von den Finnen aber praktisch nicht geprüft. Seine WM-Rolle hängt von Neuers Wade ab.
Kimmich: Als Kapitän wie immer ein Antreiber mit viel Engagement. Hielt auf der rechten Seite seinem jungen Bayern-Kollegen Karl den Rücken frei.
Tah: Der Münchner räumte souverän alles ab. Bei der WM werden die Gegner aber viel, viel gefährlicher sein als die braven Finnen.
Schlotterbeck: Kein gravierender Fehler, aber manchmal ein bisschen schludrig. Der Dortmunder braucht offenbar den Ernstfall für Höchstleistungen.
Brown: Spielt sich der Frankfurter noch in die WM-Startelf? Im Zweikampf mit Raum plötzlich auf Augenhöhe. Ein feines Füßchen ist sein großes Plus.
Nmecha: Enorme Power, große Präsenz. Der Dortmunder zeigte, warum Nagelsmann seine Rückkehr herbeisehnte. Er braucht aber noch Spielpraxis.
Pavlovic: Der Münchner ist Nagelsmanns Stratege. Mit großer Übersicht, vielen Ballgewinnen und dem Gespür für den klugen Pass. Eine Bank für die WM.
Karl: Ein Startelfdebüt, das Hoffnungen weckt. Nach vorne agil, defensiv fleißig und mit Traumpass auf Undav. Wird der Teenie zum WM-Shootingstar?
Musiala: Der Fußball-Spaß kommt langsam zurück. Belohnte sich mit seinem Comeback-Tor für viele Dribblings und viel Fleiß.
Wirtz: Der Liverpool-Blues ist längst verflogen. Seine Sololäufe versetzten die Fans in WM-Stimmung. Hatte auch bei seinem Tor das richtige Näschen.
Undav: Doppelpack und Assist. Der Stuttgarter bewies dem Bundestrainer, dass er auch als Startelfspieler sticht. Nach dem zweiten Tor angeschlagen raus.
Beier: Der Dortmunder kam für Undav, konnte aber sein Tempo auf der Außenbahn nicht gefährlich ins Spiel bringen. Großchance in der Nachspielzeit.
Woltemade: Warf sich nach seiner Einwechslung in jeden Zweikampf. Gewann so ein paar Bälle, aber ohne Torgefahr zu erzeugen.
Sané: 75. Länderspiel - und diesmal gab es keine Pfiffe von den Heimfans bei der Einwechslung. Muss sich als Herausforderer bei der WM mehr aufdrängen.
Amiri: Der Mainzer wurde von den Fans beim Heimländerspiel als Acht-Minuten-Joker frenetisch gefeiert. Ein Fernschuss kurz vor Schluss.



Auch in der kommenden Saison gilt: Wer die Königsklasse gewinnen will, muss das Enrique-Team schlagen. Wie schwer das ist, haben die Super-Bayern vor wenigen Wochen erfahren müssen.