CHIO Aachen 2023 Ergebnisse: Marcus Ehning gewinnt spannendes Herzschlagfinale der Springreiter

Der deutsche Reiter Marcus Ehning auf dem Pferd "Stargold" springt über ein Hindernis. Am Ende konnte er sich den Sieg holen.
Rolf Vennenbernd/dpaPremierenerfolg von Dressurkönigin Jessica von Bredow–Werndl und eine deutsche Spring–Show mit dem strahlenden Sieger Marcus Ehning zum Abschluss: Die deutschen Reiterpaare haben sich im Heimspiel beim CHIO in Aachen die Siege in den Großen Preisen geschnappt. Begleitet von tosendem Jubel im mit 40.000 Fans prall gefüllten Springstadion setzte der deutsche Meister Ehning den furiosen Schlusspunkt der Turnierwoche.
Marcus Ehning: „Ich wollte nicht zu viel riskieren“
Der Borkener gewann den Großen Preis der Springreiter des so prestigeträchtigen Turniers und verewigte sich nach 2006 und 2018 schon zum dritten Mal auf der prachtvollen Siegertafel, die am Stadion prangt. Es ist zudem der dritte deutsche Sieg in Serie.
„Ich wollte nicht zu viel riskieren, aber es war unglaublich, wie der die drei Runden gegangen ist“, sagte der Champion, der in zwei Umläufen und dem Stechen mit Hengst Stargold fehlerlos blieb, anschließend im ZDF: „Ich weiß noch gar nicht recht, wie ich mich fühle. Es ist so unfassbar.“
Nach Ehning–Show: Ludger Beerbaum gibt Rücktritt bekannt
Daniel Deußer lag mit Killer Queen vor Schlussreiter Ehning als bis dato einziger fehlerloser Reiter in Front. Doch Ehning und Stargold fegten geradezu durch den Parcours und waren letztlich 0,61 Sekunden schneller. Anschließend stahl aber der überraschende Rücktritt von Reitikone Ludger Beerbaum den Siegern die Show.
Dieser ritt plötzlich vor das Aachener Publikum und gab seinen Abschied aus dem Sport bekannt. „Ich glaube, es ist Zeit, jetzt den Jüngeren Platz zu machen“, sagte Beerbaum in einer sehr emotionalen Abschiedsansprache. Er habe sich gefühlt „wie ein alter Hund, der noch einmal mit zur Jagd darf“. Anschließend drehte der 59–Jährige noch eine letzte Ehrenrunde vor seinem Lieblingspublikum.
Bredow–Werndl gewinnt den großen Dressurpreis von Aachen
Doppel–Olympiasiegerin von Bredow–Werndl gewann indes nach einer weiteren überlegenen Performance erstmals den großen Dressurpreis von Aachen und erfüllte sich damit ihren „Kindheitstraum“. Anschließend bekundete sie tränenreich einmal mehr ihre Liebe zu ihrer Herzensstute Dalera.
„Ich war sehr emotional, wegen dieser unglaublichen Stute“, brachte die frisch gebackene Kür–Siegerin gerade noch heraus, bevor es ihr die Sprache verschlug und die Tränen liefen.
Schon zuvor hatte sie sichtlich gerührt im WDR–Interview geschwärmt: „Mir sind die Tränen in die Augen geschossen ihretwegen, die das so, so gerne macht. Es klingt total kitschig, aber Dalera ist wirklich meine beste Freundin.“ Dank ihr verewigte sich „JBW“ nun erstmals auf der CHIO–Tafel. Aber nicht nur die Reiterin wird dauerhaft ihre Spuren in der Aachener Soers hinterlassen. „Ich habe eine Bitte an Jessica“, sagte Birgit Rosenberg, Vorstandsmitglied im ausrichtenden Aachen–Laurensberger Rennverein (ALRV): „Wir brauchen ein Hufeisen von Dalera für unseren 'Walk of Fame'.“ Dort sind auf dem CHIO–Gelände die besten Pferde der Turniergeschichte verewigt — wozu nun auch Dalera zählt.
Für den Sieg mussten die beiden eine Superleistung abliefern, die Britin Charlotte Dujardin hatte stark vorgelegt. Doch das war für die Doppel–Olympiasiegerin kein Problem, im tollen Einklang mit ihrer Trakehnerstute zeigte sie ihren Tanz für Paris 2024 und überragte mit einer Wertung von 90,820 Prozent die Dänin Nanna Skodborg Merrald und Dujardin.
Aachen–Rekordsiegerin Isabell Werth erreicht Platz fünf
Aachen–Rekordsiegerin Isabell Werth erwischte auf Rang fünf einen guten Tag, ohne einen kleinen Wackler wäre noch mehr drin gewesen. „Etwas schade mit dem Fehler. Ich habe keine Erklärung, es kam einmal ein kleiner, übermotivierter Hüpfer rein. Das war einer zu viel“, sagte Werth. Frederic Wandres ritt ebenfalls sehr gut, landete aber diesmal mit Bluetooth als Sechster knapp hinter Werth.
