Abschaffung der Bundesjugendspiele
: Gibt es bald ein Ende der klassischen Bundesjugendspiele?

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) plant ein alternatives Konzept für die Bundesjugendspiele. Allerdings soll der Wettkampfcharakter weiterhin erhalten bleiben.
Von
Kai Winderl
Berlin
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Die verschiedenen Urkunden der Bundesjugendspiele. Werden die klassischen Wettkämpfe abgeschafft?

BMFSFJ/dpa

Schon seit vielen Jahren messen sich Schülerinnen und Schüler bei den Bundesjugendspielen im Laufen, Springen, Werfen. Die besten von ihnen erhalten eine Ehrenurkunde mit Unterschrift vom Bundespräsidenten. Doch für viele ist der Wettkampf eine Qual. Deshalb soll jetzt ein alternatives Konzept den Druck von den Schülern nehmen.

Keine Abschaffung: Bundesjugendspiele werden angepasst

Mit Blick auf ein alternatives Konzept für die Bundesjugendspiele sollen die Disziplinen Leichtathletik und Schwimmen in den Klassenstufen 1 bis 4 nur noch als bewegungsorientierter Wettbewerb ausgetragen werden und nicht mehr als leistungsorientierter Wettkampf. In der Ausschreibung der Sportveranstaltung für das Schuljahr 2023/24 steht dies niedergeschrieben. Laut dem Bundesvorsitzenden des Verbands Bildung und Erziehung sollen „alle Kinder die Möglichkeit haben, entsprechend ihren Bedürfnissen und Fähigkeiten zu entscheiden, ob sie eher Spiel und Spaß oder den Kampf um den ersten Platz suchen“, so Gerhard Brand.

So soll die Reform der Bundesjugendspiele konkret aussehen

Die Bundesjugendspiele sollen somit nicht abgeschafft, sondern nur angepasst werden. Im Vorfeld gab es immer wieder Kritik an dem Leistungsdruck, der den Bundesjugendspielen zugrunde liegt. Ab diesem Schuljahr werden die jährlich stattfindenden Spiele in den Sportarten Leichtathletik und Schwimmen für alle Grundschulkinder bis zur vierten Klasse nur noch als Wettbewerb ausgetragen — und nicht wie bislang nur in der ersten und zweiten Klasse. Im Unterschied zum Wettkampf werden die Punkte für Leistungen künftig nicht mehr nach bundesweiten Normgrößen vergeben. Laut Bundesfamilienministerium sollen die Spiele mit der Wettbewerbsform kindgemäßer werden.

Berliner Leichtathletikverband begrüßt das neue Konzept

Der Berliner Leichtathletikverband begrüßt das neue Konzept. „Es ist ein guter Entschluss“, sagte Vizepräsident Thomas Poller. Er hoffe, dass dadurch deutlich mehr Kinder Freude an der Bewegung finden. „Wie kommt man zum Sport? Sport soll ja Spaß machen“, sagte Poller. „In der Vergangenheit war ja ein Kritikpunkt an den Bundesjugendspielen, dass nicht so talentierte Kinder diese eher als Last empfanden“, so Poller.