Ihr Fachmann für alle Fälle: Außen hui, innen pfui

Schäden sind nicht immer offensichtlich. Der Fachmann hat den Einblick.⇥Foto: U. J. Alexander - stock.adobe.co
U. J. Alexander - stock.adobe.coAus kleinen Auffälligkeiten können sich rasch größere Schäden entwickeln: Besonders bei Altbauten oder Häusern, in denen über lange Zeit nur das Nötigste erneuert wurde, lohnt sich ein genauer Blick.
Zeigen sich an Außenwänden dunkle Flecken, abblätternder Putz oder gar Risse im Mauerwerk, sollten diese Anzeichen unbedingt ernst genommen werden. Dunkle Stellen können auf aufsteigende oder eindringende Feuchtigkeit hindeuten – etwa durch undichte Anschlussfugen, fehlenden Sockelschutz oder schadhafte Abdichtungen.
Im Keller und im Erdgeschoss sind Warnzeichen besonders aussagekräftig. Modriger Geruch, feuchte Wände oder Salzkristalle (Ausblühungen) gelten als typische Hinweise dafür, dass Feuchtigkeit im Mauerwerk sitzt.
Auch Flecken im Bereich von Sockel, Bodenanschlüssen oder Wanddurchdringungen können zeigen, dass Wasser eindringt oder sich staut. Wer dann nur kaschiert, etwa durch Ausspachteln, Überstreichen oder das Überkleben von Problembereichen, behebt die Auswirkung aber meist nicht die Ursache. Die Feuchtigkeit gelangt weiter in die Wände, Baustoffe werden geschwächt und Schimmel- oder Salzschäden kommen häufig wieder. Deshalb sollte ein Fachmann die Ursache finden und erst dann Maßnahmen einleiten.
Auch die Elektrik erfordert Aufmerksamkeit: Sicherheitsprobleme entwickeln sich oft schleichend und werden im Alltag übersehen. Warnsignale sind verbrannte Gerüche an Steckdosen, vergilbte Schalter, Verfärbungen an Steckdosen oder wiederkehrendes Flackern. Alte Schraubsicherungen können auf eine lange gewachsene Elektroinstallation hinweisen, besonders wenn seit Jahren keine Anpassungen an technische Anforderungen erfolgten. Selbst wenn zunächst nur einzelne Räume betroffen wirken, kann das bedeuten, dass das System kaum erweitert wurde und heute möglicherweise falsche Lasten auf alten Leitungen liegen.
Gefahr durch Stromschläge und Brand
Problematisch wird es vor allem bei Mehrfachsteckdosen oder Adapter-Ketten: Werden Steckdosen hintereinander verbunden, steigt die Belastung und Kontaktstellen können sich stärker erwärmen. Fehlt zusätzlich ein funktionierender Fehlerstrom-Schutzschalter (FI/RCD), steigt nicht nur das Brandrisiko, sondern auch das Risiko für Personenschäden im Fehlerfall. Dazu kann die Isolierung mit der Zeit austrocknen und spröde werden, auch Klemmstellen in den Wänden können sich lösen. Fließt dann viel Strom über eine schlecht sitzende Klemmstelle, entstehen Übergangswiderstände: Die betroffene Stelle erhitzt sich stark; im Extremfall kann die Isolierung schmelzen und es kommt zum Schwelbrand in der Wand – lange unbemerkt. Bei Geruch, Hitzeentwicklung, Verfärbungen oder Flackern sollten daher keine Experimente gemacht, sondern die Elektroinstallation geprüft werden.⇥ab

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