Ortsportrait Hessental
: Schießen, schlemmen und schwatzen

AnzeigeVom 4. bis 6. September findet auf dem Hasenbühl zum 56. Mal das Internationale Vorderladerschießen statt. Die Mitglieder der Schützengilde Schwäbisch Hall richten das Event mit viel Einsatz und einem Sinn für Gemeinschaft aus. Von Sonja Alexa Vollmann
Von
Redaktion Sonderthemen
Sonderveröffentlichung
  • Beim Erneuern der Scheiben am Schießstand (von links): Daniel Aasman, Winona Winkler, Dominik von Kopp-Ostrowski, Fabian Ott und Hermann Kurz.⇥Foto: sasch

    Beim Erneuern der Scheiben am Schießstand (von links): Daniel Aasman, Winona Winkler, Dominik von Kopp-Ostrowski, Fabian Ott und Hermann Kurz.⇥Foto: sasch

    Sonja Alexa Vollmann
  • Der Wilde Westen wird beim Vorderladerschießen auf dem Hasenbühl, wie hier 2024, lebendig.⇥Foto: Archiv/Ufuk Arslan

    Der Wilde Westen wird beim Vorderladerschießen auf dem Hasenbühl, wie hier 2024, lebendig.⇥Foto: Archiv/Ufuk Arslan

    Ufuk Arslan
1 / 2

Wer meint, das Internationale Vorderladerschießen gehe nur Schützen etwas an, der irrt. „Freitagmittag sitzt hier die halbe Belegschaft von Optima, um bei uns im Festzelt Bohneneintopf zu essen“, sagt Dominik von Kopp-Ostrowski. Er gehört dem Team des Festausschusses der Schützengilde Schwäbisch Hall an. Dieser harte Kern ist bereits eine Woche vor der Veranstaltung intensiv im Einsatz. Die Wochen und Monate zuvor hat die Planung bereits begonnen, aber ab einer Woche vor dem Fest übernachten die Teammitglieder auf dem Gelände und bereiten alles vor Ort vor.

Zeit für Westernflair

Zum 56. Mal jährt sich das Internationale Vorderladerschießen. Sobald die ersten Zelte am Hang des Hasenbühls aufgebaut werden, wissen die Hessentaler es ist wieder Zeit für Westernflair und Schießgewehr. Um dieses Event zu stemmen, tut der Verein viel. Aber auch die Schützengilde hat das typische Vereinsproblem: Die Mitglieder werden älter, die Jungen kommen nicht nach. „Es gibt immer weniger Helfer, aber dafür werden wir immer eingespielter“, findet Dominik von Kopp-Ostrowski. Seine Vereinskollegin Winona Winkler kennt das Event zeitlebens. „Ich bin ein Schützengildekind“, sagt die 27-Jährige. Ihre Eltern waren im Verein und haben das Fest schon begleitet, als sie noch ein Kleinkind war. Daniel Aasman ist dritter Vorsitzender und durch einen Arbeitskollegen vor ein paar Jahren dazugekommen. Auch Fabian Ott gehört noch zu den Jüngeren im Verein. Horst Zeller dagegen ist ein Urgestein und der Älteste mit seinen 88 Jahren. Auch er hat immer noch Aufgaben beim Fest, zum Beispiel die Medaillen herstellen lassen. Außerdem ist er wichtig für das Miteinander. „Ich begrüße jeden hier auf dem Platz.“

Auf den Platz kommen Menschen aus Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden und Frankreich. Sie schlagen ihre Zelte auf, leben drei Tage, manche sogar zwei Wochen auf dem Hasenbühl, alte Bekannte sehen sich wieder, neue Kontakte werden geknüpft. „Die Schützenszene ist klein“, sagt Fabian Ott. Umso erstaunlicher ist die Anzahl der Mitglieder der Haller Schützengilde: 307 Aktive. Schießen darf aber niemand von ihnen an diesem Wochenende. Nur Nicht-Mitglieder dürfen bei dem Wettbewerb mitmachen. Was schade ist, denn der Haller Verein hat einen gehörigen Trumpf im Ärmel: Michael Sturm, mehrfacher Welt- und Europameister.

Die Mitglieder der Schützengilde haben aber auch ohne zu schießen alle Hände voll zu tun. Zumindest die, die mithelfen. „Das könnten natürlich noch mehr sein“, wünscht sich Daniel Aasman. Um das Programm zu stemmen, braucht es Helferinnen und Helfer. Vor allem im gastronomischen Bereich. Es gibt ab 8 Uhr, mit dem Frühstück beginnend, rund um die Uhr Essensangebote. An zwei Stellen kommen die Gäste zusammen: im Festzelt und im Saloon. Dort gibt es jeweils andere Speiseangebote. Traditionell und beliebt ist der Bohneneintopf. Und zur Freude vieler gibt es wieder Maultaschen, nachdem die ein paar Jahre ausgesetzt haben. Im Angebot ist außerdem Pulled Pork, Rote Wurst, Braten, Westernkartoffeln, Pommes. Alles ist selbst gemacht von Vereinsmitgliedern, „wir sind alle Laien“, weist Dominik von Kopp-Ostrowski hin, um auch die Besucher darauf aufmerksam zu machen, dass es auch mal nicht wie in der Profi-Gastronomie laufen könnte.

Händler bieten ihre Waren an

Das Wochenende spielt sich idyllisch am Hang der Wiese ab, wo die Trapper ihre Zelte aufschlagen und auch zum Teil typische Westernwaren verkaufen. Ein Stück den Wald hinauf ist das Schützengelände. Neben den Schießständen, an denen der Wettbewerb stattfindet, haben Händler ihre Stände aufgebaut. Das ist beispielsweise der Schuster Elbel aus Schwäbisch Hall mit Lederwaren, ein Messerschleifer, eine Glasbläserin. Da werden Edelsteine verkauft, Felle, Bisonfleisch, Trapperbedarf und Vorderlader-Gewehre sind zu bestaunen und zu erwerben.

Herzstück, vor allem am Abend, ist das Festzelt. Dort spielen am Freitag und Samstag Country-Bands auf und es gibt Line-Dance. „Das Zelt ist jeden Abend voll“, sagt Fabian Ott. Tagsüber wird in den verschiedenen Disziplinen geschossen, bis es am Sonntag zur Siegerehrung kommt. Es gibt Medaillen und Sachpreise. Am Sonntag darf sich außerdem jeder, der Lust bekommen hat, beim „Jedermannschießen“ an Gewehr oder Pistole ausprobieren. Und wer immer schon mal Pfeil und Bogen in der Hand halten wollte, der kann das am Sonntagvormittag und -nachmittag beim „Jedermann-Bogenschießen“.

Bis dahin hat der harte Kern aber noch einiges zu schaffen: die Anlage säubern, die Besucherabtrennung aufstellen, Rasen mähen, neue Zielscheibenhalter montieren, Aufsichten stellen, die Organisation für den Schießbetrieb machen, die Ehrungen vorbereiten, die Verpflegung in Angriff nehmen, mit Lieferanten sprechen, Klos aufstellen und Zelt aufstellen.

Viele Stunden ehrenamtlicher Arbeit stecken da drin. „Wir brauchen die Einnahmen dieser Veranstaltung, um die Beiträge für unsere Mitglieder angemessen halten zu können“, sagt Aasman.

Das Programm am Wochenende

Am Freitag, 4., und Samstag, 5. September, wird bei der Haller Schützengilde von 12 bis 18 Uhr geschossen, das „Jedermann-Bogenschießen“ läuft von 10 bis 17 Uhr. Die Vereinswirtschaft hat von 10 bis 13 Uhr und von 14 bis 22 Uhr geöffnet, die Cafeteria von 8 bis 11 Uhr sowie von 12 bis 18 Uhr.

Das Festzelt ist ab 10 Uhr durchgehend bewirtet, Livebands spielen ab 20 Uhr. Am Sonntag, 6. September, sind die Schießzeiten von 9 bis 12 Uhr, das Ehrenscheibenschießen beginnt gegen 13.30 Uhr. Das „Jedermann-Bogenschießen“ ist von 10 bis 15 Uhr, das „Jedermann-Schießen“ von 14 bis 16.30 Uhr.

Weitere Infos gibt es online unter www.sgi-hall.de.

Anzeige

-

Anzeige

-

Anzeige

-

Anzeige

-

Anzeige

-