Muswiese
: Wo das Herz lacht

AnzeigeDie Muswiese ist der älteste Jahrmarkt in Hohenlohe. Auf ihr erklingt von Samstag bis Donnerstag, 10. bis 15. Oktober, wieder der beliebte Satz: „Sou, bisch ah weng doa?“
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Redaktion Sonderthemen
Sonderveröffentlichung
  • Bodenständig und traditionsbewusst – die Muswiese ist sich selbst treu geblieben. Dennoch kommt auch auf ihr alljährlich der Nervenkitzel nicht zu kurz. ⇥Fotos: Ufuk Arslan

    Bodenständig und traditionsbewusst – die Muswiese ist sich selbst treu geblieben. Dennoch kommt auch auf ihr alljährlich der Nervenkitzel nicht zu kurz. ⇥Fotos: Ufuk Arslan

    Fotos: Ufuk Arslan
  • Alles, was das Herz begehrt, findet sich an den zahlreichen Marktständen.

    Alles, was das Herz begehrt, findet sich an den zahlreichen Marktständen.

    Ufuk Arslan
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Die Hohenloher arbeiten fleißig und gerne. Wenn die Arbeit getan ist, darf aber auch ordentlich gefeiert werden – am liebsten gemeinsam mit Familie, Freunden und Gleichgesinnten, bei deftigem Essen, einem frischen Bier oder einem guten Viertele.

Da ist es kein Wunder, dass sich alljährlich im Herbst Jung und Alt aus nah und fern im kleinen Weiler Musdorf bei Rot am See zur Muswiese treffen. Schließlich ist sie nicht nur der älteste Jahrmarkt Hohenlohes – 1434 wurde sie erstmals urkundlich erwähnt –, sondern auch eines der größten und traditionsreichsten Feste der gesamten Region.

Für die bäuerliche Bevölkerung ist die Muswiese seit jeher Erntedankfest und Landwirtschaftsschau zugleich. Für die Menschen aus der gesamten Region ist sie vor allem eines: ein echtes Heimatfest. Kaum irgendwo sonst findet man diese besondere Mischung aus Jahrmarkt, Volksfest, Landwirtschafts- und Gewerbeschau und ländlichem Schlachtfest.

Die Bedeutung der Muswiese reicht weit über Musdorf hinaus. In ganz Hohenlohe und den angrenzenden Gebieten gibt es deshalb bis heute eine ganz eigene Zeitrechnung: „Vor und nach der Muswiese.“

Zeit des Durchatmens

Für den Hohenloher Landwirt markiert die Muswiese traditionell das Ende des arbeitsreichen Jahres. Die Ernte ist eingebracht, man hat „sei Sach“ und kann sich langsam auf den Winter vorbereiten. Der bringt zwar ebenfalls Arbeit mit sich, doch ist sie weit weniger von der Witterung abhängig als die Zeit zwischen Aussaat und Ernte.

So ist die Muswiese vor allem eines: eine große Verschnaufpause. Man trifft Verwandte, Bekannte und Freunde, tauscht Erfahrungen aus und bringt sich auf den neuesten Stand. Gleichzeitig wird geschaut, was Haus, Hof und Garten noch brauchen. Und natürlich findet man auch jene praktischen, strapazierfähigen und wärmenden Kleidungsstücke, die mancher schon aus den Zeiten seiner Großmutter kennt.

Vom Vieh bis zum Spaß

Zum festen Programm gehört die Jungviehprämierung – traditionell begleitet vom beliebten Kuttelessen. Dazu kommt eine beeindruckende gewerbliche und landwirtschaftliche Ausstellung. Mit Fug und Recht kann man die Muswiese deshalb als Landwirtschaftsmesse bezeichnen: In Musdorf findet sich vieles von dem, was auch eine große landwirtschaftliche Hauptschau zu bieten hat.

Für Landwirte aus der näheren und weiteren Umgebung ist der Besuch deshalb selbstverständlich. Die Muswiese ist eben eine „Muss-Wiese“!

Mit ihrer kontinuierlichen Entwicklung zu einem Marktplatz von überregionaler Bedeutung ist natürlich auch das Selbstbewusstsein gewachsen. Während sich etwa das Münchner Oktoberfest längst zu einem großen Amüsierbetrieb entwickelt hat, ist die Muswiese ihren Wurzeln treu geblieben. Sie ist bodenständig, traditionsbewusst – und genauso sind die Hohenloher: beständig und muswiesentreu.

Alte Bekannte

Auch um die Marktbeschickung muss man sich derzeit noch wenig Sorgen machen. Jahr für Jahr gehen mehr Bewerbungen ein, als Standplätze zur Verfügung stehen. Viele Aussteller kommen bereits seit Jahrzehnten, manche sogar seit Generationen. Sie kennen ihre Kundschaft – und die Kundschaft kennt sie. Daraus ist etwas entstanden, das heute wichtiger denn je ist: Vertrauen.

Ein weiterer Höhepunkt, der die Bedeutung der Muswiese unterstreicht, ist die traditionelle Mittelstandskundgebung. Im vergangenen Jahr war der heutige stellvertretende Ministerpräsident Manuel Hagel zu Gast, in diesem Jahr spricht der Baden-Württembergische Finanzminister Dr. Danyal Bajaz. Auch das zeigt: Die Muswiese ist längst mehr als „nur“ ein Jahrmarkt.

Das Programm ist so vielseitig wie eh und je. So kommt bei der Muswiese sicherlich wieder die ganz besondere Atmosphäre vor Ort auf: der Duft von Bratwürsten, Schlachtplatte und gebrannten Mandeln, die Klänge der Drehorgel und von Fahrgeschäften, die Musik aus der Festhalle, das Stimmengewirr und die gute Stimmung. Und natürlich die knisternde Spannung, ob man am Muswiesenmittwoch dem „Ledichädooch“, seinem Herzblatt über den Weg läuft.

Und erleben sollte man auch die kleine Entdeckungsreise, die jede Muswiese bietet – gratis und franko. Besucher tauchen ein ins bunte Marktgeschehen, treffen ihre Nachbarn, kommen mit den Menschen ins Gespräch und schauen einfach einmal genauer hin. Es gibt viel zu entdecken, das man im Alltag leicht übersieht.

Herzhafter Genuss

Natürlich darf auch das leibliche Wohl nicht zu kurz kommen. Genießen lassen sich an allen Tagen die regionalen Spezialitäten in den Bauernwirtschaften und der Festhalle – denn zur Muswiese gehört gutes Essen mindestens genauso wie ein Bummel über den Markt. Bei der Runde im Riesenrad lässt sich beispielsweise der Blick über das Festgelände genießen, Wagemutige trauen sich in das nagelneue Hoch-Rundfahrgeschäft der Firma Manuel Zinnecker, dem „Crazy Roulette“.

Ob gemütlicher Bummel, Wiedersehen mit alten Bekannten, Geschäftstermin, Festessen oder Nervenkitzel in einem der Fahrgeschäfte – die Muswiese hat auf jeden Fall für jeden etwas zu bieten. Außer am Montag – da ist wie immer Ruhetag! ⇥pm

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