Ausbildung Last Minute: Der nützliche Helfer: Bewerbung mit der KI

Die Künstliche Intelligenz hilft bei der Bewerbung. Die persönliche Note kann sie aber nicht bieten.⇥⇥ Foto: Christin Klose/dpa-mag
Christin KloseWas früher nur in Laboren oder in Zukunftsszenarien vorkam, ist heute für viele Menschen spürbar im Alltag angekommen. KI-Programme können auf große Mengen an Informationen zugreifen, Zusammenhänge erkennen und Antworten in kurzer Zeit liefern.
Besonders deutlich wird der Fortschritt im Umgang mit Texten: Formulierungen lassen sich deutlich schneller erstellen, Texte können überarbeitet und verständlicher formuliert werden. Auch in der Arbeitswelt und bei der Jobsuche spielt KI inzwischen eine Rolle.
Für Bewerber bietet die KI Chancen
Die Stellensuche kann mühsam sein: Anzeigen durchsuchen, Anforderungen prüfen, passende Unterlagen erstellen, Formulierungen anpassen und am Ende eine Bewerbung abschicken. KI kann hier unterstützen – vor allem beim Erstellen von Anschreiben und Lebenslauf sowie bei der gezielteren Suche nach Stellen. Wichtig ist: KI sollte dabei als Werkzeug verstanden werden, nicht als Ersatz für die eigene Persönlichkeit und Erfahrung. Ein guter Bewerbungstext entsteht selten komplett „auf Knopfdruck“, sondern durch die Kombination aus KI-Unterstützung und persönlicher Überarbeitung.
Auf den richtigen Prompt kommt es an
Ein besonders verbreiteter Einsatzbereich sind Textgeneratoren. Tools wie ChatGPT können dabei helfen, einen Entwurf für einen Lebenslauf oder ein Anschreiben zu erstellen.
Nutzer geben zum Beispiel den gewünschten Beruf, den bisherigen Werdegang, die wichtigsten Fähigkeiten oder bestimmte Erfahrungen ein. Anschließend erstellt die KI einen Vorschlag, der als Ausgangspunkt dient. Dabei kommt es stark auf den sogenannten Prompt an – also die Eingabeaufforderung. Je genauer man die Aufgabe beschreibt, desto passender wird in der Regel das Ergebnis. Ein Beispiel für einen Prompt wäre: „Schreib mir eine Bewerbung als Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, in einer förmlichen, aber dennoch lockeren Ansprache.“
So bekommt die KI nicht nur die Tätigkeit, sondern auch einen gewünschten persönlichen Stil. Trotzdem gilt: Chatbots sind nur so gründlich wie die Informationen, die man ihnen liefert. Wenn Angaben fehlen oder zu allgemein sind, produziert die KI meist auch nur einen generischen Text. Deshalb sollte man den Entwurf prüfen, ergänzen und an die eigene Biografie anpassen.
Fehler sind auch mit der KI nicht ausgeschlossen
Auch Lebenslauf-Generatoren sind für viele attraktiv, weil sie Zeit sparen. Plattformen und Tools wie Canva, Lebenslauf.com oder Resume.io helfen dabei, den Lebenslauf schnell zu erstellen und dabei optisch professionell zu gestalten. Gerade für Online-Bewerbungen ist ein moderner, übersichtlicher Aufbau wichtig. Die Tools schlagen oft Strukturen vor und erleichtern das Formulieren der Stationen in einer einheitlichen Sprache. Dennoch muss der Lebenslauf am Ende stimmen: KI-gestützte oder vorstrukturierte Formulierungen können Fehler enthalten, etwa bei Jahreszahlen, Tätigkeitsbeschreibungen oder beim Umfang der Leistungen. Wer sich bewirbt, bleibt für die Inhalte verantwortlich – die Technik übernimmt die Korrektur nicht automatisch. Neben der Bewerbung selbst spielt KI auch bei Jobplattformen eine Rolle. Anbieter wie Stepstone oder LinkedIn arbeiten mit KI, um Vorschläge zu machen. Wer dort ein Profil erstellt, erhält häufig automatisierte Empfehlungen für passende Stellen. Diese Vorschläge basieren auf den Profilangaben und damit auf Qualifikationen, Berufsfeldern und Suchbegriffen. In manchen Fällen wird sogar Unterstützung für die Bewerbung angeboten, etwa in Form von Vorschlägen für Formulierungen oder Hinweise, wie das Profil besser zu bestimmten Ausschreibungen passt. Für Bewerberinnen und Bewerber bedeutet das: Die Suche kann schneller und zielgerichteter werden, weil nicht jede Anzeige einzeln geprüft werden muss.
Kein Text von der Stange
Trotz der Vorteile gibt es aber auch Grenzen und Risiken. KI-Texte können schnell wie Standardtexte wirken, wenn sie zu wenig individuell sind. Außerdem könnten Bewerberinnen und Bewerber unabsichtlich wichtige Informationen weglassen, weil sie sich zu stark auf einen KI-Entwurf verlassen. Hinzu kommt das Thema Datenschutz: Bewerbungsunterlagen enthalten persönliche Daten, die nicht leichtfertig in Tools eingegeben werden sollten. Deshalb sollten Nutzerinnen und Nutzer vor dem Einsatz prüfen, wie ein Anbieter mit Daten umgeht und ob die Verwendung in ihrem Fall sinnvoll und sicher ist.
Unterm Strich kann KI den Bewerbungsprozess deutlich erleichtern. Sie hilft beim Schreiben, beim Strukturieren und bei der Suche nach passenden Stellen. Gleichzeitig bleibt es entscheidend, dass die Bewerbung am Ende authentisch ist und zur eigenen Erfahrung passt. KI kann ein schneller Einstieg oder eine kreative Unterstützung sein – die persönliche Leistung, die Motivation und die Verantwortung für den Inhalt müssen jedoch vom Menschen kommen. ⇥ab

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