TuSies Metzingen
: Die alte Tussies-DNA

AnzeigeAm Samstag (19.30 Uhr) bestreitet die TuS Metzingen gegen den Thüringer HC ihr erstes Heimspiel. Geschäftsführer Ferenc Rott im Interview. Von Wolfgang Seitz
Von
Redaktion Sonderthemen
Metzingen/Tübingen
  • Bestens gelaunt präsentierten sich die Tussies beim Fototermin. Jetzt freuen sie sich nach drei Auswärtsspielen auf die Heimpremiere gegen den Thüringer HC am Samstag.

    Bestens gelaunt präsentierten sich die Tussies beim Fototermin. Jetzt freuen sie sich nach drei Auswärtsspielen auf die Heimpremiere gegen den Thüringer HC am Samstag.

    Fotos: Thomas Kiehl
  • Die Co-Trainerin und der Manager: Edina und Ferenc Rott.

    Die Co-Trainerin und der Manager: Edina und Ferenc Rott.

    Thomas Kiehl
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Es geht los für die TuS Metzingen. Zumindest zu Hause. Drei Mal war der Frauenhandball-Bundesligist schon auf Reisen in der Saison 2026/2027. Die Heimpremiere in der Paul-Horn-Arena ist gleich ein Kracherspiel. Der Thüringer HC kommt am Samstag (19.30 Uhr). Über das Spiel haben wir uns mit Geschäftsführer Ferenc Rott unterhalten, über alles andere selbstverständlich auch, was mit den Tussies zu tun hat.

Herr Rott. Was erwarten sie von ihrer Mannschaft, die ihre 15. Saison in der Bundesliga in Angriff genommen hat.

Ferenc Rott: In erster Linie möchten wir uns weiterentwickeln, einen besseren Handball spielen. Mir schwebt die alte Tussies-DNA vor. Aus einer starken und aggressiven Abwehr heraus schneller umschalten und die Leute mit Tempohandball begeistern. Das hat mir zuletzt nicht immer gefallen. Wo die Reise dann endet, wird man sehen. Im Pokal haben wir für die zweite Runde eine machbare Aufgabe beim Zweitligisten Solingen erwischt, die natürlich erst einmal gelöst werden muss. Dann ist der Weg ins Final Four nicht mehr ganz so weit. Was wir dort bei unserer letzten Teilnahme erreicht haben, ist ja bekannt.

Das ist ein schlüssiges Konzept im Pokal. Final Four erreichen, zwei Mal gewinnen – und fertig. Der Modus in der Bundesliga wurde indes ein weiteres Mal geändert. Dort wird am Ende der normalen Runde das Feld in drei Vierergruppen gesplittet. Wie denken sie darüber?

Es ist kein Geheimnis, dass ich noch nie ein Freund der Play-offs war und auch keiner mehr werde. Nach wie vor würde ich eine ganz normale Saison mit 14 Mannschaften mit Vor- und Rückrunde präferieren. Für Überraschungen ist der Pokal da, eine Meisterschaft ist etwas anderes. Sie sollte nicht unnötig aufgeblasen werden. Dass jetzt wieder ein neues System greift, hat mit der Planbarkeit für die Vereine zu tun, die so mehr Spiele bekommen. Wie das von den Zuschauern angenommen wird, steht auf einem anderen Blatt.

Die ersten vier Mannschaften nach einer Normalrunde spielen unter sich den Meister aus. Mit wem dürfen wir denn da rechnen, wen erwarten sie in diesem erlauchten Kreis?

Ich denke da an die üblichen Verdächtigen. Der Meister HSG Blomberg-Lippe wird vorne dabei sein, Borussia Dortmund und der Thüringer HC.

Einen vierten Verein sind sie noch schuldig. Denken Sie da etwa an ihre Pink Ladies?

Der Platz ist sehr umkämpft, für den kommen viele Mannschaften infrage. Schon an den ersten Spieltagen gab es Ergebnisse, die auf ein enges Rennen hindeuten. Wie entwickeln sich die Mannschaften? Wer kommt ohne Verletzung durch? Auch das Glück kann eine Rolle spielen. Es kann viel passieren, auch für die Tussies.

Die spielen wieder international. Im Oktober geht es in der Quali zur Gruppenphase in der European League gegen Valcea. Das ist kein leichtes Los, um es mal ganz vorsichtig zu formulieren.

Zunächst freuen wir uns sehr, international spielen zu dürfen. Und zwar richtig international. Zuletzt bekamen wir es da öfter mit der HSG Blomberg-Lippe zu tun, danach war dann auch zwei Mal Schluss. Valcea ist ein europäisches Spitzenteam und daher eine große Herausforderung für unsere junge Mannschaft, die aber fraglos davon profitieren wird. Diese Erfahrungen sind unbezahlbar. Das Rückspiel am 10. Oktober findet in der Öschhalle statt. Das ist etwas ganz Besonderes und wird sicher gut angenommen. Ganz egal, wie das Hinspiel in Rumänien endet. Da wird die Öschhölle wieder angeheizt.

Seit dieser Saison hat die TuS Metzingen eine neue Co-Trainerin, die wir alle schon lange kennen, sie am längsten. Als ich erfahren habe, dass Edina Rott diesen Job übernimmt, hab ich ein bisschen gestutzt. Sie wollte doch nicht mehr an vorderster Front agieren, eher im Hintergrund mithelfen, zum Beispiel bei der Bewirtschaftung.

Meiner Frau war der Aufwand damals zu groß, das stimmt. Allerdings ist es ein gewaltiger Unterschied, ob jemand Trainer oder Co-Trainer ist. Edina muss nicht zwingend bei jeder Einheit dabei sein, nicht einmal bei jedem Spiel. Da ist Tobias Renz mit im Boot, der ja auch schon als Co gewirkt hat. Es ist also absolut machbar. Als Louisa Wolff uns mitgeteilt hat, dass sie aus beruflichen Gründen nicht weitermachen kann, haben wir uns zu diesem Schritt entschieden. Axel Strienz als Trainer der Torhüterinnen gehört natürlich auch zum Trainerteam.

Das wird, wie auch die Mannschaft, dem ersten Heimspiel entgegenfiebern, das ja gleich mal ein besonderes ist. Der Thüringer HC kommt und bringt die Ex-Tussies Sabrina Tröster und Jana Scheib mit nach Tübingen.

Es ist ein richtiger Knaller. Die Ferien sind vorbei, da ist beim Publikum die Lust auf Handball wieder da. Wir weihen mit dem Spiel gegen den THC zudem den neuen Boden ein. Und dann kommt auch eine sehr spannende Mannschaft. Ich bin mir sicher, dass der THC trotz diverser Abgänge nicht schlechter, sondern sogar besser geworden ist. Die neuen Spielerinnen passen noch mehr in die Handball-Philosophie von Herbert Müller. Trotzdem wollen wir den alten Herbert ärgern.

Die Zuschauer sind angesprochen. Der Schnitt lag in der vergangenen Saison bei 1400. Kann man da draufsatteln?

Ein bisschen mehr wäre natürlich gut. Wenn es 1400 Zahlende werden, wäre ich schon zufrieden. Es sind ja immer Kinder dabei, die per Promo-Aktionen freien Eintritt haben. Das wird es selbstverständlich weiterhin geben, weil es in der Halle ja noch Platz hat.

Das Ein-Euro-Spiel in der Vorsaison war ein großer Erfolg. Ist Ähnliches wieder geplant? Sie haben es zumindest in Aussicht gestellt.

Definitiv wird es das wieder geben. Vorgesehen ist in einem vorläufigen Plan der 20. März 2027, das vorletzte Heimspiel vor den Play-offs, und als Gegner würde der Buxtehuder SV in die Paul-Horn-Arena kommen.

Sind noch weitere pinke „Spezial-Effekte“ zu erwarten?

Natürlich werden wir wieder unsere Promo-Touren machen. Das gehört einfach dazu. Die beste Werbung ist aber immer die eigene Leistung. Wenn die stimmt, kommen auch die Zuschauer.

Und die Sponsoren. Da hat man doch nie genug. Wie sieht es da aktuell aus?

Es sind neue gekommen, es haben auch welche aufgehört. So langsam fassen wir Fuß in Tübingen und Umgebung. Es war aber von vornherein klar, dass sich da auf Anhieb nichts Bahnbrechendes tut. Um in der Liga ganz oben anzugreifen, braucht man einen höheren Etat. Daran arbeiten wir unermüdlich.

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