Glashaus, Reutlingen: Einzigartige Verbindung von Geschichte und Gegenwart
Ein neues, charakteristisches Gebäude ergänzt eines der ältesten zusammenhängenden Fachwerkensembles Süddeutschlands: Mit der Fertigstellung des Neubaus an der Oberamteistraße 34 ist ein wichtiger Baustein für das künftige Museum „Oberamteistraße Reutlingen“ geschaffen. Das „Gläserne Haus“ nimmt an der Stelle des 1972 abgebrochenen „Steinernen Hauses“ die historische Kubatur neu auf und verbindet Denkmalpflege, Architektur und Museumsnutzung auf eine ganz besondere Weise. Der Neubau mit seiner Fassade aus 28.477 Glasziegeln wird Teil des geplanten Museums in der Oberamteistraße und künftig als Ausstellungs- und Veranstaltungsort genutzt. Mit einer feierlichen Veranstaltung wurde die Fertigstellung des Neubaus bereits am 30. Januar zelebriert.
Historie trifft Moderne
Die historische Häuserzeile Oberamteistraße 28 bis 32 sowie der Keller des früheren Hauses Nr. 34 reichen bis ins Mittelalter zurück und spiegeln die Bau- und Wohnkultur vergangener Jahrhunderte authentisch wider. Die denkmalgerechte Sanierung umfasst nicht nur die Instandsetzung der Altbauten, sondern auch den Neubau, der die benachbarte, teils umsturzgefährdete Häuserzeile zusätzlich stützt. Gleichzeitig ermöglicht er erstmals eine barrierefreie Erschließung der historischen Gebäude.
Handwerkliches Glanzstück
Architektonisch setzt der Neubau auf Transparenz und handwerkliche Präzision: Im Inneren bildet ein Fachwerk aus heimischem Weißtannenholz die verlorene Form des historischen Hauses nach. Dach- und Fassadenflächen sind mit gussgläsernen Biberschwanzziegeln verkleidet. Je nach Lichteinfall wirkt der Bau durchsichtig, glänzend oder beinahe wie eine schimmernde Hülle. Das Tragwerk folgt dabei einer klaren funktionalen Logik und kommt ohne thermische Dämmung und Klimatisierung aus. Auch die natürliche Belüftung und Entrauchung erfolgt ausschließlich über offene Fugen in der Gebäudehülle.
Der Neubau dient nicht nur als Schutzbau für den historischen Keller, sondern soll künftig auch Raum für Veranstaltungen, Begegnungen, kreative Formate und Austausch bieten. Zusammen mit den sanierten Altbauten wird er Teil der künftigen Kultureinrichtung „Oberamteistraße Reutlingen“ unter dem Dach der Historischen Museen Reutlingen.
Öffentliche Führungen
Öffentliche Führungen sind zu offiziellen Terminen möglich. Der Eintritt kostet fünf Euro pro Person, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre sowie Gäste mit AlbCard haben freien Eintritt. Eine Anmeldung ist erforderlich. Weitere Informationen zu Besichtigungsterminen finden sich auf der Website der Stadt Reutlingen: www.reutlingen.de.

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