Bergpreis Schwäbische Alb
: Wenn Legenden wieder Gas geben

AnzeigeMotorsport Historische Boliden erobern die Neuffener Steige: Beim Bergpreis Schwäbische Alb 2026 gehen am Sonntag, 6. September, historische Rennwagen und automobile Raritäten auf die legendäre Strecke. Von Bettina Puth
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Redaktion Sonderthemen
Sonderveröffentlichung

Beim Bergpreis in Neuffen lebt die Geschichte der legendären Bergrennen wieder auf. ⇥Archivfoto: Thomas Kiel

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Wenn am 6. September in Neuffen wieder die Motoren aufheulen, verwandelt sich die historische Rennstrecke an der Neuffener Steige für einen Tag in eine Bühne für automobile Raritäten. Beim Bergpreis Schwäbische Alb 2026 treffen historische Rennfahrzeuge, außergewöhnliche Automobile und Motorsportbegeisterte aufeinander. Die Veranstaltung findet erneut im Rahmen des Neuffener Eselhocks statt.

Die Interessengemeinschaft Bergpreis Schwäbische Alb hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Erinnerung an die legendären Neuffener Bergrennen wachzuhalten. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur die Fahrzeuge, sondern auch ihre Geschichten und die besondere Atmosphäre des historischen Motorsports.

Rennsportgeschichte auf vier Kilometern

Die ehemalige Rennstrecke führt über rund 4,2 Kilometer und überwindet dabei einen Höhenunterschied von 280 Metern. Insgesamt warten 18 Kurven auf die Teilnehmer. Gefahren wird nicht im klassischen Rennmodus: Die Präsentationsfahrten sollen vielmehr die Atmosphäre vergangener Bergrennen wiederaufleben lassen und den Zuschauern historische Rennwagen in ihrem ursprünglichen Element zeigen.

Das Teilnehmerfeld verspricht eine abwechslungsreiche Mischung. Zugelassen sind unter anderem Rennfahrzeuge aus der Zeit der legendären Neuffener Bergrennen von etwa 1960 bis 1985. Willkommen sind außerdem Fahrzeuge mit besonderer Rennsportgeschichte oder außergewöhnlichen Merkmalen sowie aktuelle Rennfahrzeuge mit entsprechenden Besonderheiten. Aktuell sind 152 Teilnehmer gemeldet, darunter Porsche-Rennfahrzeuge und historische Formelwagen.

„Es geht um nichts, nur um den Spaß“, sagt IG-Pressesprecher Stephan Allgöwer. Rund 140 Fahrzeuge verteilen sich auf vier Fahrerlager und warten auf die Besucher.

Auch der zusätzliche Oldtimer-Parkplatz wird vergrößert. Für die Anreise steht ein Busshuttle zur Verfügung, unter anderem zur Station an der Brille in Hülben. Zudem ist wieder das Sofazügle im Einsatz. Am Samstag findet außerdem der Eselshock für Neuffener und Gäste aus der Umgebung statt.

Neu: Seifenkisten-Rennen

Axel Watter und der adelige Rennfahrer Prinz Leopold von Bayern stehen dem Royal Bobsleigh Automobil Club (RBAC) vor. Der Club will den Seifenkisten-Rennsport für Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren neu beleben. Die neu gegründete Rennserie feiert beim Bergpreis ihr Comeback.

Noch mehr Prominenz

Zu den bekannten Rennfahrern beim Bergpreis zählen Ex-Formel-1-Pilot Karl Wendlinger, Helmut Henzler, Axel Plankenhorn, Rudi Seher, Klaus Trella und Andreas Schulz. Henzler startete seine Rennfahrer-Karriere mit dem Sieg beim Bergpreis 1970 und ist bis heute Stammgast. Plankenhorn war 1972 mit einem NSU TT dabei. Rudi Seher absolvierte rund 400 Rennen und gewann 1982 in Neuffen die Formel 3.

Klaus Trella förderte als Leiter des WTS-Stuttgart-Teams Nachwuchsfahrer wie Michael Schumacher und Joachim Winkelhock. Andreas Schulz feierte als Beifahrer im Rallye-Sport große Erfolge und gewann zweimal die Rallye Dakar.

Auch 2026 ist die Promi-Dichte hoch. Erwartet werden unter anderem Tatort-Kommissar Richy Müller, Hans-Joachim „Strietzel“ Stuck, die Tourenwagen-Legenden Klaus Ludwig und Roland Asch, der mehrmalige deutsche DTM-Meister Bernd Schneider, Christian Geistdörfer, ehemaliger Co-Pilot von Walter Röhrl, der frühere Rennfahrer Niki Schelle sowie Prinz Leopold von Bayern. Auch Joachim Winkelhock und weitere Motorsportgrößen haben den Bergpreis fest im Kalender.

Fahrerlager mitten in Neuffen

Ein besonderer Reiz des Bergpreises liegt darin, dass Motorsport nicht nur entlang der Strecke stattfindet. Mehrere Fahrerlager werden direkt im Ortskern von Neuffen eingerichtet. Dort können die Fahrzeuge aus nächster Nähe betrachtet werden, bevor sie zur historischen Rennstrecke aufbrechen.

Für Besucher bietet sich damit die Gelegenheit, Rennsportgeschichte und Fahrzeugtechnik hautnah zu erleben. Gespräche mit Fahrern und Benzingespräche unter Gleichgesinnten gehören ebenso zur Veranstaltung wie das Geschehen auf der Strecke.

Drei Durchgänge am Sonntag

Der Veranstaltungstag beginnt um 9.30 Uhr mit einer Kirche im Freien. Um 10 Uhr startet der erste Durchgang der Präsentationsfahrten, der bis 12 Uhr dauert. Nach der Mittagspause geht es um 13.30 Uhr weiter. Der zweite Durchgang endet um 15.30 Uhr. Nach einer weiteren Pause folgt ab 16.15 Uhr der dritte und letzte Durchgang, der bis etwa 18 Uhr angesetzt ist.

Damit ist den ganzen Tag über für Motorsportatmosphäre gesorgt. Gleichzeitig lässt sich der Besuch des Bergpreises mit einem Bummel über den Neuffener Eselhock verbinden.

Leidenschaft, die Generationen verbindet

Der Bergpreis Schwäbische Alb lebt vor allem vom Engagement vieler Motorsportfreunde, die die historische Veranstaltung mit großem persönlichen Einsatz organisieren. Die Interessengemeinschaft versteht sich als unabhängiger Zusammenschluss und verfolgt ein klares Ziel: Die Tradition der früheren Neuffener Bergrennen soll erhalten bleiben und für heutige Generationen erlebbar werden.

Am 6. September dürfte deshalb wieder manches Sammler- und Rennsportherz höherschlagen. Wenn historische Motoren durch die Kurven der Neuffener Steige klingen, wird deutlich, dass Motorsportgeschichte nicht nur in Büchern und Museen zu finden ist – sondern auch ganz unmittelbar auf der Straße.

Weitere Informationen zum Bergpreis gibt es unter www.bergpreis-schwaebischealb.de/

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