Willkommen in Gomaringen: Ein starker Standort mit Zukunft
Seit 2012 leitet Steffen Heß die Geschicke der Gemeinde Gomaringen als Bürgermeister. Was war in Gomaringen in diesem Jahr los, was steht in naher Zukunft an? Die SÜDWEST PRESSE sprach mit Steffen Heß.
Herr Bürgermeister Heß, was gab es in diesem Jahr Besonderes in Gomaringen – insbesondere bei Projekten, Baumaßnahmen und Investitionen?
Die derzeit größte kommunale Baustelle in Gomaringen ist die Sanierung und Erweiterung des Feuerwehrhauses. Das bestehende Gebäude war fast 50 Jahre in Betrieb und entsprach nicht mehr den heutigen technischen und gesellschaftlichen Anforderungen. Die Platzverhältnisse waren sowohl in der Fahrzeughalle als auch im Sozialbereich sehr beengt. Es fehlten unter anderem eine zeitgemäße Schwarz-Weiß-Trennung mit entsprechenden Duschmöglichkeiten, geeignete Räumlichkeiten für Frauen sowie ausreichend Platz für die Jugendfeuerwehr. Für uns ist klar: Wer sich ehrenamtlich für die Sicherheit unserer Bürgerschaft einsetzt, braucht dafür auch gute und zeitgemäße Rahmenbedingungen. Deshalb investieren wir rund 7,8 Millionen Euro in die Sanierung und Erweiterung des Feuerwehrhauses.
Ein weiterer großer Schwerpunkt ist das Schulzentrum auf dem Höhnisch, das wir gemeinsam mit den Gemeinden Dußlingen und Nehren weiterentwickeln. Aktuell laufen die Bauarbeiten für den Neubau beziehungsweise die Erweiterung der Merian-Gemeinschaftsschule. Als zweiter Bauabschnitt folgt die Erweiterung des Gymnasiums. Anschließend sind der Neubau der Mensa sowie Räumlichkeiten für den Ganztagsbetrieb vorgesehen.
Darüber hinaus konnten wir im Frühjahr die Straßenbauarbeiten im Römerweg abschließen. Im Sommer wurden zudem der Naturwissenschafts- und der Technikraum in der Schlossschule ihrer Nutzung übergeben.
Ein schönes Projekt ist auch die Aktivierung des Backhauses im äußeren Schlosshof. Aus dem Beteiligungsprozess „Quartiersimpulse“ entstand die Idee, dort eine weitere Begegnungsstätte für Jung und Alt zu schaffen. Im Juli konnte das Backhaus feierlich seiner Nutzung übergeben werden.
Was wird im kommenden Jahr im Fokus stehen?
Derzeit arbeiten wir am Haushaltsplan für das Jahr 2027. Sollte der viel zitierte Bürokratieabbau und sollten entsprechende Reformen von Bund und Land nicht kommen, wird sich die finanzielle Ausgangslage gegenüber 2026 auch für Gomaringen nicht verbessern. Deshalb werden wir auch im kommenden Jahr weiterhin mit Augenmaß investieren.
Die laufenden Baumaßnahmen am Schulzentrum und am Feuerwehrhaus werden uns weiterhin beschäftigen. Hinzukommen sollen Erschließungsarbeiten für weitere Wohnbauflächen im zweiten Bauabschnitt des Gebiets Kreuzäcker in Stockach sowie für Gewerbeflächen im Gewerbegebiet Untere Halde Nord und im interkommunalen Gewerbegebiet UNIPRO. Mit der Bereitstellung dieser Flächen wollen wir dafür sorgen, dass Menschen auch künftig die Möglichkeit haben, in Gomaringen sesshaft zu bleiben oder nach Gomaringen zu ziehen. Gleichzeitig möchten wir unseren bestehenden Unternehmen Entwicklungsmöglichkeiten bieten und die Voraussetzungen dafür schaffen, dass sich neue Betriebe in Gomaringen ansiedeln können.
Was macht Gomaringen als Wohnort attraktiv – insbesondere für Familien und Senioren?
Gomaringen ist landschaftlich sehr reizvoll eingebettet. Wir sind von Wiesen und Wäldern umgeben und haben den Blick auf die Schwäbische Alb – vom Roßbergturm bis zur Burg Hohenzollern. Gleichzeitig haben wir kurze Wege in die beiden Oberzentren Reutlingen und Tübingen.
Ich beschreibe Gomaringen gerne so: Wir halten die Infrastruktur einer Kleinstadt bereit, haben uns aber den Charme eines Ortes bewahrt.
Für junge Familien bieten wir neben Wohnmöglichkeiten ein breites Betreuungs- und Bildungsangebot – von der Kleinkindbetreuung bis hin zum Gymnasium. Auch unser Jugendhaus sowie die vorhandenen Sportanlagen, insbesondere das Stadion, tragen zur Attraktivität Gomaringens für Kinder, Jugendliche und Familien bei.
Für Jung und Alt halten wir mit unserer Bibliothek und dem breiten Angebot der Volkshochschule weitere attraktive Angebote bereit. Ein Herzstück unserer Gemeinde ist dabei der Schlosshof mit der Bibliothek und dem Gomaringer Schloss, das als Bürgerhaus vielfältig genutzt wird.
Auch für unsere ältere Generation gibt es zahlreiche Angebote. Der Verein „Gut leben im Alter“ leistet hier eine wichtige Arbeit. Ein Schwerpunkt liegt unter anderem beim Thema Wohnen. Neben den bestehenden Angeboten des Gustav-Schwab-Stifts und des Ilse-Graulich-Hauses entsteht mit dem Gomaringer Campus ein Mehrgenerationenhaus.
Nach dem Motto „In Gomaringen allein sein muss nicht sein“ bieten die Vereine, Gruppierungen, die Bürgerstiftung und die Kirchen vielfältige Möglichkeiten der Begegnung. Insgesamt verfügt Gomaringen über ein sehr lebendiges Vereinsleben, das die kommunalen Angebote ergänzt und unsere Gemeinde sehr bereichert.
Was macht Gomaringen als Gewerbestandort interessant?
Gomaringen verfügt über eine gute verkehrliche Anbindung durch Landes- und Bundesstraßen sowie über bestehende Gewerbegebiete. Gleichzeitig arbeiten wir daran, weitere Gewerbeflächen zu schaffen und damit Entwicklungsmöglichkeiten für bestehende und neue Unternehmen zu ermöglichen. Ein weiterer Standortfaktor ist die hohe Wohn- und Lebensqualität. Unsere Betreuungsangebote und das breite ehrenamtliche und gesellschaftliche Angebot machen Gomaringen zu einem attraktiven Wohnort. Davon profitieren auch unsere Unternehmen bei der Suche nach Fachkräften.
Warum sind Sie gerne Bürgermeister in Gomaringen?
Aus den genannten Punkten wird bereits deutlich, dass Gomaringen eine ausgesprochen lebens- und liebenswerte Gemeinde ist. Gemeinsam mit dem Gemeinderat und der Verwaltung konnten wir einiges bewegen. Gleichzeitig besitzt Gomaringen auch für die Zukunft ein großes Potenzial. Das macht die Aufgabe für mich besonders reizvoll. Beispielhaft können hier auch überregionale Großprojekte wie die Regionalstadtbahn genannt werden. Vor allem aber sind es die Begegnungen mit den Menschen vor Ort und die große Bereitschaft vieler Bürgerinnen und Bürger, sich für unser Gomaringen einzusetzen. Dies macht die Arbeit als Bürgermeister besonders. Gemeinsam möchte ich meinen Beitrag dazu leisten, dass unser Ort weiterhin gut für die Zukunft aufgestellt und lebenswert ist. ⇥cay

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