Eugen Heinz, Dußlingen: Handwerk mit Herz
Große Geschichten beginnen oft im Kleinen – so auch die der Eugen Heinz GmbH in Dußlingen. Mit nichts weiter als einem Handwagen wagte Eugen Heinz 1951 in einer Garage hinter dem damaligen „Seebäck“ den Schritt in die Selbstständigkeit. Schon ein Jahr später war er mit Mofa und Anhänger bei seinen Kunden unterwegs. Sein Handwerk umfasste zunächst die Blechbearbeitung und klassische Klempnerarbeiten. Vereinzelt kamen bereits erste Heizungs- und Sanitäraufträge hinzu.
Schon bald wurde der Platz in der Garage zu knapp, sodass 1953 der Umzug in eine neue Werkstatt in die Wilhelm-Herter-Straße folgte. In dem Wohn- und Geschäftshaus befand sich bereits ein Haushaltswarengeschäft, das von Ehefrau Marie Heinz mit viel Engagement geführt wurde.
1980 übernahm mit Sohn Willi, seiner Schwester Brigitte sowie Schwiegersohn Hans Gluns die zweite Generation Verantwortung im Familienbetrieb. „Mein Vater ist aus Liebe zu meiner Mutter zur Firma Heinz gegangen“, erzählt Sohn Markus Gluns mit einem Lachen.
Hans Gluns übernahm die kaufmännischen Tätigkeiten. Unterstützt wurde er von seiner Frau Brigitte. Sie hatte den Betrieb bereits früh in der Buchhaltung unterstützt und konnte ihre langjährige Erfahrung auch weiterhin gewinnbringend in das Unternehmen einbringen. Willi Heinz machte seinen Meister und übernahm die technischen Aufgaben im Sanitär- und Heizungsfachbetrieb.
Ein weiterer Meilenstein war der Umzug 1996 in das neue Betriebs- und Bürogebäude an den jetzigen Standort im Gewerbegebiet Staffel und im Jahr 2006 der Neubau eines Musterhauses mit moderner Sanitär- und Heizungsausstellung. Die Zahl der Beschäftigten war mittlerweile auf 20 angewachsen.
Die dritte Generation
2021 übernahm mit Markus Gluns und Moritz Heinz die dritte Generation den Staffelstab. Moritz Heinz machte nach seiner Ausbildung im Jahr 2014 den Meister in Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. „Eigentlich wollte ich mir noch die Hörner etwas abstoßen, doch dann kam der Ruf meines Vaters“, erinnert er sich. „Das war für mich völlig in Ordnung, denn mein Beruf ist zugleich meine Leidenschaft – und unser Familienunternehmen etwas ganz Besonderes.“
Markus Gluns ist bereits seit 2004 im Unternehmen tätig. Nach seiner Ausbildung machte er 1998 im Bereich Sanitär sowie Heizung (die beiden Bereiche waren früher getrennt) seinen Meister. Nach einer Zeit im Kundendienst konzentrierte er sich schließlich vollständig auf die kaufmännischen Aufgaben. Auch er wollte eigentlich, nachdem er die Meisterbriefe in der Tasche gehabt hatte, in eine andere Stadt oder sogar ins Ausland: „Es ist anders gekommen, aber es ist gut so.“
Brigitte und Hans Gluns unterstützen die beiden im Büro noch gelegentlich: „Sie halten uns den Rücken frei, indem sie zeitaufwendige Arbeiten zuverlässig übernehmen.“
Die Eugen Heinz GmbH heute
„Ob Flaschnerarbeiten, Dichtungen austauschen, Wasserhähne reparieren, Wärmepumpen installieren oder Großprojekte wie die 530 Personalwohnungen des UKT – wir decken im Grunde das gesamte Spektrum ab“, beschreibt Markus Gluns das Leistungsspektrum der Firma. „Auch heute, wie vor vierzig Jahren, liegt die Mitarbeiterzahl bei 25 Beschäftigten. Eine Größe, die sich für ein Familienunternehmen gut steuern und persönlich führen lässt“, so Gluns. „Wir sind mit der Auftragslage zufrieden, die Zahlen sind gut – auch wenn sie nicht mehr an den Hype der Jahre 2020/21 heranreichen. Im Neubau ist die Nachfrage derzeit eher verhalten, dafür haben wir viele Privatkunden, die uns seit Jahrzehnten die Treue halten – dafür ein herzliches Dankeschön“, so Heinz. „Auch die Aufträge aus der öffentlichen Hand sind weiterhin stabil. Manchmal muss man allerdings ordentlich strampeln, um den Ball am Laufen zu halten.“
Herausforderungen im Handwerk
Eine der größten Herausforderungen ist der Fachkräftemangel. „In den 1980er- und 90er-Jahren konnte man noch aus dem Vollen schöpfen, heute ist es deutlich schwieriger, qualifizierte Fachkräfte und Auszubildende zu gewinnen“, sagt Markus Gluns.
Auch die Erwartungen der Kundschaft seien gestiegen. „Das Bad ist heute längst mehr als ein funktionaler Raum und entwickelt sich häufig zu einem repräsentativen Prestigeobjekt“, ergänzt Moritz Heinz.
Hinzu kommen häufige gesetzliche Änderungen. „Für uns ist es manchmal schwierig, klare Empfehlungen abzugeben, weil sich schnell wieder etwas ändern kann“, bedauert Markus Gluns.
Liebe zum Handwerk
„Wir sind Handwerker aus Leidenschaft“, betonen die beiden Geschäftsführer. Gerade die Abwechslung und der direkte Kontakt mit den Kunden machen den Beruf für sie besonders. „Es ist ein tolles Gefühl, neue Techniken zu installieren, über die sich die Kunden freuen“, so Heinz.
Auch den Teamgedanken stellen sie in den Mittelpunkt: „Es muss zwar einer den Taktstock in der Hand halten, aber ohne die Musiker geht nichts.“ Viele Mitarbeitende halten dem Unternehmen seit Jahrzehnten die Treue.
Zukunft im Handwerk
Die Eugen Heinz GmbH bildet seit jeher selbst aus. Aktuell lernen zwei Auszubildende im Betrieb, zwei weitere beginnen in Kürze. Mehrere ehemalige Lehrlinge wurden bereits als Kammer- oder Innungssieger ausgezeichnet. Zugleich beobachten die Geschäftsführer, dass das Handwerk wieder an Attraktivität gewinnt. Die Lohnunterschiede zur „schwächelnden“ Industrie werden kleiner und das Ansehen der Branche steigt.
Beim Thema Künstliche Intelligenz sehen sie Chancen, aber auch Grenzen: „Oder kommt die KI am Wochenende und repariert die kaputte Heizung?“ Hilfreich sei sie vor allem bei der Auswertung von Fehlermeldungen an Heizsystemen.
Doch wie sieht es mit der vierten Generation aus? „Die wäre eigentlich da, aber mein Sohn ist sich noch nicht sicher, ob er lieber Fußballprofi oder Meister im Handwerksbetrieb werden möchte“, sagt Gluns lachend. „Unsere Kinder sollen einmal das machen, worauf sie wirklich Lust haben“, ergänzt Heinz.
Wenn den Kindern die Liebe ihrer Väter zum Handwerk mit in die Wiege gelegt wurde, ist die Zukunft der Eugen Heinz GmbH bestimmt gesichert. ⇥pu

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