E-Mobilität: Jetzt kommt die „grüne Batterie“

Die Akkus der neuen Generation halten länger. Recycling spielt bei der Autobatterie eine immer größere Rolle.⇥Foto: Jan Woitas/dpa
Jan WoitasNoch vor einigen Jahren waren, war ein Fahrzeug mit elektrischem Antrieb eine Besonderheit. Elektromobilität schien wie ein Begriff aus einem Science-Fiction-Film. Das grobmaschige Netz der Lademöglichkeiten machte jede längere Tour mit einem Stromer zum Abenteuer und so manch ein Benutzer eines Elektroautos fühlte sich wie ein Pionier. Hohe Anschaffungspreise und geringe Akkulaufzeiten setzten viel Idealismus der Käufer voraus. Steigende Spritpreise, zunehmendes Umweltbewusstsein und nicht zuletzt die verbesserte Qualität, sorgen dafür, dass immer mehr Fahrzeuge mit Elektroantrieb auf den Straßen unterwegs sind. Die Politik, wie auch die Autoindustrie, richtete sich in den vergangenen Jahren zunehmend auf einen Abschied vom Verbrenner und den Umstieg zum Elektromotor aus. Im Juni 2026 war rund jede dritte Neuzulassung ein Elektrofahrzeug.
Die sogenannten Stromer gelten wegen des emissionsarmen Betriebs als besonders umweltfreundlich, stehen aber in der Kritik, im Herstellungsprozess wiederum umweltbelastend zu sein. Batteriezellen „made in Europe“ sollen sich von denen der Wettbewerber am Weltmarkt vor allem in puncto Nachhaltigkeit unterscheiden: Sie sollen umweltverträglicher sein und eine bessere Klimabilanz aufweisen. Entsorgung und Recycling sollen bei der Entwicklung und Produktion von vornherein mitgedacht werden. In den Lieferketten sollen alle Dimensionen der Nachhaltigkeit berücksichtigt werden, auch menschenrechtliche Belange und faire Arbeitsbedingungen.
Die „grüne Batterie“ rückt so in greifbare Nähe – und wird zum Wettbewerbsvorteil: So spielen zum Beispiel geringer CO2-Ausstoß bei Produktion und Logistik eine große Rolle. Ziel ist es außerdem, durch konsequentes Recycling von Batterien die Umweltauswirkung der Rohstoffgewinnung ebenso wie die Abhängigkeit von Rohstoffeinfuhren aus Nicht-EU-Staaten zu verringern.
Transparenz von der Herstellung bis zur Entsorgung
Die Bundesregierung bringt sich zudem in den europäischen Prozess zur Definition von ambitionierten Nachhaltigkeitsanforderungen an Batterien im Rahmen der europäischen Batterieverordnung unterstützend ein, welche wiederum einen wichtigen Baustein im „European Green Deal“ der EU-Kommission darstellt. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz unterstützt zudem die Bemühungen auf europäischer und globaler Ebene zur Erarbeitung und Umsetzung eines digitalen „Batteriepasses“, der mehr Transparenz über die Herstellungs- und Entsorgungsbedingungen der Batterien entlang der gesamten Wertschöpfungskette herstellen soll. Unter der EU-Batterieverordnung wird der Batteriepass zukünftig in Europa verpflichtend werden.
Nachhaltigkeit ist in Deutschland im Fokus, die Produktion ist effizient und klimaverträglich: Bei der Batterieproduktion wird vorwiegend erneuerbare Energie eingesetzt; Energieeffizienz und Ressourcenschonung sind zusätzliche relevante Kriterien in der Produktion entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Batterieforschung, -produktion, -nutzung und -recycling wirken hinsichtlich der Nachhaltigkeit der Batterieproduktion intelligent und effizient zusammen.
Nachhaltige Produktion aus Deutschland
Bei Batterien aus Deutschland wird der gesamte Lebenszyklus des Produkts betrachtet: Gemeinsam arbeiten Unternehmen und Forschungseinrichtungen in vom BMWK geförderten Projekten am nachhaltigen Lebenszyklus einer Batteriezelle. Dazu zählen auch die intelligente Nachnutzung sowie die Nachhaltigkeit der Batterieentsorgung.
Die Rohstoffe der Batterien aus Deutschland sind nachhaltig: Die Bundesregierung achtet im Zuge ihres entwicklungspolitischen Engagements auf eine nachhaltige und verantwortungsvolle Rohstoffgewinnung. Die Batterie-Rohstoffe und ihre Gewinnung sollen den höchsten Umwelt- und Sozialstandards genügen.
Ziel ist es, bei den Rohstoffen den Anteil des Elements Kobalt sehr deutlich zu reduzieren. Kobalt ist vergleichsweise teuer und soll vor allem auch deshalb reduziert werden, weil es heute teils unter menschenrechtlich fragwürdigen Bedingungen gewonnen wird.
Deshalb wird auf faire Arbeitsbedingungen, die sich nach international anerkannten Grundsätzen für verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln richten, großer Wert gelegt. ⇥ab

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