175 Jahre Feuerwehr Rottenburg
: 175 Jahre im Dienste der Mitbürger

AnzeigeDie Freiwillige Feuerwehr Rottenburg Abteilung Stadtmitte feiert Jubiläum. Von Werner Bauknecht
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Redaktion Sonderthemen
Sonderveröffentlichung

70 aktive Feuerwehrleute gehören heute zur Abteilung Stadtmitte. Dazu kommen 24 Kameraden aus der Alterswehr und aktuell 20 aus der Jugendfeuerwehr. Fotos: FFW Rottenburg

Honorarfrei/FFW Rottenburg

Es war 1851, als die Rottenburger Feuerwehr ihren Dienst offiziell aufnahm. In diesem Jahr war auch die Eröffnung der ersten Weltausstellung in London, der Roman „Onkel Toms Hütte“ erschien und Kaiser Napoleon III. putschte sich an die Macht in Frankreich.

Zwar gab es auch vorher immer wieder Brände in den Städten und Dörfern, aber der Umgang damit war noch wenig professionell. Letzten Endes mussten die Bürger zur Selbsthilfe greifen. Die Menschen wurden erst im Ernstfall zu Löschmännern, weshalb die Löscharbeiten oft wenig erfolgreich verliefen.

Karlsruher Vorbild

Eine entscheidende Wende brachte der Hoftheaterbrand in Karlsruhe am 28. Februar 1847, bei dem 62 Menschen ums Leben kamen. Die bisherigen Feuerordnungen erwiesen sich als unzureichend. Besonders hervorgehoben wurde damals das Durlacher Pompierkorps, das mit Disziplin, Ausbildung und moderner Ausrüstung überzeugte. Dieses Korps wurde zum Vorbild vieler späterer Feuerwehren in Deutschland. Viele Gemeinden richteten naturgemäß ihren Blick auf die höchst professionell strukturierten und effizienten Badener.

Rottenburger Gründung

Auch in Rottenburg entstand daraufhin der Wunsch, eine organisierte Feuerwehr zu gründen. Rottenburg war schließlich in der Vergangenheit durch Stadtbrände fast völlig zerstört worden. Die Tübinger Feuerwehr, die bereits 1847 gegründet worden war, führte im Sommer 1851 in Rottenburg eine öffentliche Übung durch. Diese Vorführung fand großen Anklang und führte dazu, dass sich zahlreiche Bürger dem neuen Pompierkorps anschlossen. Historische Quellen melden, dass die Einheimischen vom großartigen Auftritt der bestens organisierten Kameraden beeindruckt waren. Der Gemeinderat genehmigte schließlich die Gründung der Feuerwehr und stellte die notwendige Ausrüstung auf Kosten der Stadt bereit. Am 23. Oktober 1852 erhielt das Korps nach einer Übung eine Fahne, die von Rottenburger Frauen und Jungfrauen übergeben wurde.

Erste Einsätze

Der erste größere Einsatz erfolgte am 11. Februar 1853 bei jeweils einem Brand in Wurmlingen und Bieringen, bei dem zwei Häuser zerstört wurden.

In den folgenden Jahrzehnten musste die Feuerwehr zahlreiche schwere Brände bekämpfen. Besonders die Brandjahre 1890 und 1891 blieben den Bürgern in Erinnerung. Ein denkwürdiger Tag war der 28. Juli 1879, als bei einem Brand zwei Kinder ums Leben kamen und zehn Häuser zerstört wurden. Auch die Neujahrsnacht 1890, in der zwölf Häuser niederbrannten, zählt zu den schwersten Katastrophen jener Zeit.

Trotz vieler Einsätze und Rückschläge gelang es der Freiwilligen Feuerwehr Rottenburg immer wieder, größere Ausbreitungen von Bränden zu verhindern und damit Menschenleben und Eigentum zu schützen.

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