150 Jahre Feuerwehr Pfrondorf: Zur Stelle, wenn man sie braucht
Vor 150 Jahren schlossen sich die Pfrondorfer Männer zusammen, um im Bedarfsfall rasch und effektiv zu helfen, wenn es brennt oder wenn sonst Hilfe nötig ist. Gemeinsam gelöscht wurde freilich lange vorher, doch nun war es offiziell: Die Freiwillige Feuerwehr Pfrondorf war gegründet.
Auch wenn es keine offizielle Erwähnung dazu gibt, ist das Gründungsjahr 1886 der Freiwilligen Feuerwehr Pfrondorf als sicher anzunehmen: Diese Jahreszahl ist auf die offizielle Fahne der Feuerwehr gestickt.
Heute gehören 42 Pfrondorferinnen und Pfrondorfer zur Freiwilligen Feuerwehr, dazu zehn Jugendliche und neun Männer und Frauen in der Altersabteilung. „Wir freuen uns sehr, dass sich die Menschen in unserer Gemeinde so stark engagieren“, betont Kommandant Steffen Lichtenberger erfreut. „Wir sind eine der jüngsten Mannschaften im Land und können weiterhin jede helfende Hand brauchen.“
Zwei Löschfahrzeuge sowie ein Mannschaftswagen stehen im 2017 neu bezogenen Feuerwehrhaus bereit, dazu ein Gerätewagen Hygiene. Mit diesem hat es etwas Besonderes auf sich: „Bei größeren Bränden im Kreis werden die Kameradinnen und Kameraden kontaminiert mit Rauch, Ruß und teilweise auch Schadstoffen. In diesem Fahrzeug können sie sich zwischendurch waschen und mit neuer Kleidung versorgen“, so Lichtenberger, „das ist Gesundheitsvorsorge pur.“ Sieben bis acht Mal im Jahr kommt der Container in Tübingen und den Ortsteilen zum Einsatz. „Wir bleiben immer bis zum Einsatzende“, so Lichtenberger. Insgesamt summieren sich die Einsätze der Freiwilligen Feuerwehr in Pfrondorf auf rund 20 pro Jahr. „Das hängt mit der wachsenden Zahl an Unwettern zusammen“, betont der Kommandant. Das klingt in der Summe nicht nach viel. „Wir sind hier auf dem Dorf, da hilft man sich selber oder der Nachbar springt mit ein. Und sollte mal eine Katze auf einem Baum festsitzen: Wir Pfrondorfer können kraxeln, wir haben ja ein Eichhörnchen im Wappen!“, witzelt der Kommandant.
Festwochenende
Der 150. Geburtstag der Wehr wird am Wochenende Freitag, 10., bis Sonntag, 12. Juli, gebührend gefeiert.
Am Freitagabend, 10. Juli, wohnen geladene Gäste dem Festakt und der Weihe der durch zahlreiche Spenden finanzierten neuen Fahne bei.
Der Samstag ist den Leistungsabzeichen gewidmet: Bis 17 Uhr beweisen Mitglieder der Wehr ihr Können und legen Prüfungen ab, um die Leistungsabzeichen in Bronze und Gold zu erwerben. Grillweltmeister Heinz Schaal sorgt für die Verpflegung. Um 17 Uhr startet die große Blaulichtparty mit DJ in der Schönbuchhalle. „Es soll ein richtiges Dorffest werden“, wünscht sich Kommandant Steffen Lichtenberger.
Am Sonntag, 12. Juli, gibt es noch einen weiteren Grund, ausgelassen zu feiern: Die Pfrondorfer Jugendfeuerwehr wird 35! Der Festtag beginnt mit einem Gottesdienst um 10 Uhr in der evangelischen Kirche, ab 11 Uhr ist zum gemütlichen Hock eingeladen. Die Jugendfeuerwehr baut eine Spielstraße auf, die viel mit Wasser zu tun haben könnte. In Schauübungen zeigen sie, was sie gelernt haben, und machen vielleicht auch andere Jugendliche neugierig, selbst aktiv zu werden.
Der größte Wunsch von Steffen Lichtenberger: „Ich möchte die Menschen auch in Zukunft viel lieber beim Feiern treffen, als bei Einsätzen!“ ⇥Ghita Kramer-Höfer

Anzeige
-
Anzeige
-
Anzeige
-
Anzeige
-
