Saisonstart HBW Balingen: Bereit für den Ernstfall

Für Tobias Heinzelmann und seinen HBW Balingen-Weilstetten heißt es in der 1. Liga: kräftig zupacken.⇥Foto: Imago/Wolf
Imago/WolfDie Testphase ist vorbei, jetzt wird es ernst. Für den HBW Balingen-Weilstetten beginnt mit dem Heimspiel gegen Hamburg die neue Bundesliga-Saison. Nach einer langen Vorbereitung und dem erfolgreichen Pflichtspielauftakt im DHB-Pokal geht der Aufsteiger mit Rückenwind in die erste Liga. Kapitän Tobias Heinzelmann sieht seine Mannschaft gerüstet.
„Wir sind auf jeden Fall ready“, sagt Heinzelmann. Vor allem die Vorfreude ist beim HBW-Kapitän inzwischen deutlich zu spüren. Die vergangenen Wochen haben der Mannschaft viele Erkenntnisse geliefert. „Wir haben noch einmal sehr viele Punkte gesehen, die wir schon gut umgesetzt haben. Es gibt aber immer noch ein paar Kleinigkeiten, auf die wir weiter achten müssen.“
Dass der HBW bereits unter Wettkampfbedingungen gefordert war, dürfte dabei helfen. In der ersten Runde des DHB-Pokals setzte sich Balingen-Weilstetten am Wochenende mit 38:31 beim Zweitligisten TV Großwallstadt durch. Vor allem offensiv präsentierte sich der Bundesliga-Aufsteiger bereits in guter Verfassung. Nach einer zunächst engen Anfangsphase übernahm der HBW zunehmend die Kontrolle und führte zur Pause mit 21:16.
Sascha Pfattheicher und Mex Raguse drückten dem Angriffsspiel dabei ihren Stempel auf. Raguse kam auf neun Treffer, Pfattheicher verwandelte neun Siebenmeter. Auch in Phasen, in denen Großwallstadt wieder herankam, verlor der HBW nicht die Linie. Nach dem 15:11 schmolz der Vorsprung zwar mit einem schnellen 3:0-Lauf des TVG auf einen Treffer zusammen. Eine Auszeit von Matthias „Matti“ Flohr brachte aber wieder Ordnung ins Balinger Spiel.
Genau diese Stabilität wird nun auch in der Bundesliga gefragt sein. Heinzelmann sieht vor allem bei den kleinen Abstimmungen Fortschritte. „Wir haben viele Kleinigkeiten und vor allem die Absprachen weiterentwickelt.“ Gleichzeitig hätten die Vorbereitungsspiele Themen aufgezeigt, die noch nicht komplett sitzen. Für den Kapitän kommt das zur richtigen Zeit. „Deswegen war es gut, dass wir diese Erkenntnisse jetzt schon in den Vorbereitungsspielen hatten.“
Große Veränderungen gab es kurz vor dem Saisonstart aber nicht mehr geben. Vor allem stand Sicherheit im Vordergrund. „Es war wichtig, dass man nicht noch einmal auf große neue Sachen den Fokus legt, sondern auf seine Abläufe und die Automatismen vertraut.“ In den verbleibenden Einheiten wurde deshalb vor allem an Details gefeilt werden.
Auch innerhalb der Mannschaft hat sich der Ton verändert. Das Ausprobieren ist vorbei. „Jetzt geht es nicht mehr ums Testen, sondern wirklich ums Messen“, sagt Heinzelmann und ergänzt: „Die Anspannung ist natürlich da und sie sollte auch da sein. Aber die Vorfreude überwiegt weiterhin.“
Dass der HBW direkt vor eigenem Publikum in die neue Spielzeit startet, verstärkt dieses Gefühl zusätzlich. „Wir freuen uns, dass wir endlich starten können und vor allem, dass wir zu Hause starten.“
Wie schwer die Aufgabe in der Bundesliga wird, ist allen Beteiligten bewusst. Der HBW kommt als Aufsteiger zurück in die höchste deutsche Spielklasse und wird sich von Beginn an jeden Punkt hart erarbeiten müssen. Heinzelmann sieht dabei weniger einzelne taktische Feinheiten als vielmehr die Haltung der gesamten Mannschaft als entscheidenden Faktor.
„Ich will mit sehr viel Freude und Emotionen in jedes Spiel gehen“, sagt der Kapitän. Genau diese Energie müsse der HBW auch als Mannschaft auf die Platte bringen. „Wir müssen Spaß und Freude zeigen und gleichzeitig ein sehr gutes Team darstellen. Wir müssen zusammen sein, eng zusammenrücken und einen starken Zusammenhalt haben.“
Gerade in einer langen Bundesliga-Saison werden Rückschläge nicht ausbleiben. Für Heinzelmann entscheidet sich dann, wie stabil die Mannschaft wirklich ist. „Es werden Höhen und Tiefen kommen. Da ist wichtig, dass wir zusammenbleiben und uns trotzdem offen und ehrlich sagen, wo wir uns gegenseitig helfen können und woran wir arbeiten müssen.“ Genau das habe während der Vorbereitung funktioniert. „Das müssen wir jetzt in der Saison weiterführen.“
Eine klare Gruppe an Mannschaften, mit denen der HBW um den Klassenerhalt kämpfen wird, will Heinzelmann vor dem ersten Spieltag noch nicht festlegen. „Das ist am Anfang immer schwer.“ Bietigheim zählt für ihn zu den möglichen direkten Konkurrenten. Dazu kommen jene Teams, die sich in den vergangenen Jahren ebenfalls im unteren Tabellenbereich bewegt haben. „Ich glaube, dass einige Mannschaften dazukommen werden, mit denen wir um diese Plätze konkurrieren.“
Heinzelmann hofft daher auf einen engen Kampf mit mehreren Teams. Für den HBW beginnt dieser nun gegen Hamburg.
⇥Von Matthias Jedele

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