Heimatfest Weilstetten: Fest und Doppeljubiläum
Vor 90 Jahren, am 1. November 1936, wurde aus den bis dahin selbstständigen Dörfern Weilheim und Waldstetten die heutige Lochenfuchs-Gemeinde. Darüber hinaus besteht der evangelische Kindergarten „unterm Regenbogen“ seit 60 Jahren am aktuellen Standort.
Die Großveranstaltung wurde Anfang der 1960er-Jahre aus der Taufe gehoben. Seither findet das Heimatfest alle vier Jahre statt. Zunächst feierten die Weilstetter an der Linde auf dem Sportgelände des Turnvereins (TV). Kleinere Ausnahmen im gewohnten Zeitplan gab es nur aus ganz besonderen Anlässen, wie beispielsweise während der Gartenschau und der 100-Jahr-Feier des TV Weilstetten.
Ein Festakt am Samstag, 25. Juli, um 11 Uhr auf dem Hof der Lochenschule läutet das Heimatfest ein. Stadtarchivarin Nicole Scheletz beleuchtet in einem Vortrag die Eingemeindungsgeschichte und ihre Meilensteine, die Weilstetten bis heute prägen. So viel vorab: Die Initiative zum Zusammenschluss sei bereits 1925 vom Weilheimer Gemeinderat ausgegangen, weiß die Geschichtsexpertin, doch erst durch den politischen Wechsel ab 1933 hätten sich die Gedanken konkretisiert und man habe sich stark um die Fusion bemüht. Zudem habe sich im vergangenen Jahr die Fusion von Frommern und Weilstetten in die Stadt Balingen zum 50. Mal gejährt. „Der steinige Weg der Eingemeindung von Weilstetten in die Stadt Balingen wird ebenfalls Inhalt meines Vortrages sein“, so Scheletz. Wer die Geschichte noch visueller erleben möchte, sollte die Fotoausstellung am Samstag und Sonntag von 12 bis 18 Uhr in der Turnhalle besuchen. Nicole Scheletz: „Wir zeigen insbesondere noch nie veröffentlichte historische Fotos aus dem Fotobestand des Stadtarchivs, die einen ganz neuen Blick auf unsere Heimat erlauben.“
Parallel lockt am Samstag von 12 bis 18 Uhr auf dem Pausenhof der Volkshochschule, direkt zwischen dem Festzelt und der Lochenschule, ein großer Kunsthandwerker-Markt. Hier wird den Besuchern ein enorm vielseitiges Angebot präsentiert, das von Beton-Deko, Upcycling-Taschen, Schmuck, Puppen und Batikkissen über Drechselarbeiten, Holzbilder, Stofftiere, Stricksachen und handgefertigte Teddybären bis hin zu Geschenkverpackungen, Magneten, Schlüsselanhängern, Windspielen und gehäkelten Einkaufsnetzen reicht. Zudem gibt es Socken, Handstulpen, Pulswärmer, Lesezeichen, Kosmetiktaschen, Rollmäppchen sowie allerlei Kreatives aus Papier, Stoff, Gips und Holz. Auch Kerzen, Glückwunschkarten, Getöpfertes, Bücher, Etageren, Vogelhäuser sowie hausgemachte Konfitüren, Essige, Öle und Liköre gehören zur bunten Palette. Ergänzt wird der Markt durch ein Mitmachangebot der Jugendkunstschule.
Stärken kann man sich ab 12 Uhr beim Mittagessen im Festzelt. Die jüngsten Besucher kommen ab 13 Uhr beim Kindernachmittag auf ihre Kosten, der mit verschiedenen Spielen, einem Luftballonstart und vielen Überraschungen aufwartet. Hier bringt sich die Kirchengemeinde tatkräftig ein – die Kinderkirche bietet Kinderschminken und das Bemalen von T-Shirts an. Um 18 Uhr schließt sich der Kinder-Heimatabend an, welcher von den Weilstetter Kindergärten gestaltet wird. Um 19.15 Uhr folgt der Fassanstich, den die Jugendkapelle umrahmt. Direkt im Anschluss um 19.30 Uhr startet der Heimatabend unter Mitwirkung der Weilstetter Vereine und des Kirchengemeinderats, der einen Theaterbeitrag zur Aufführung bringt. Für Unterhaltung und Stimmung sorgt außerdem Christian Torchiani.
Der Festsonntag, 26. Juli, beginnt um 10 Uhr mit einem Gottesdienst im Festzelt, der, so Pfarrerin Nicole Weber, bunt und lebendig wird. Unter dem biblischen Leitgedanken, dass der Mensch sehe, was vor Augen sei, Gott aber das Herz sehe, erwarte die Besucher ein interaktives Programm mit Aktionen, Gemeinschaft und einer überraschenden Botschaft rund um einen ganz einfachen Bierdeckel. Umrahmt wird die Feier vom Musikverein Weilstetten, zudem gibt es Mitmachstationen und parallel ein Angebot der Kinderkirche in Festzeltnähe. Direkt im Anschluss ab 11 Uhr spielt der Musikverein Dietingen zum Frühschoppen auf.
Den absoluten Höhepunkt des Heimatfestes bildet dann ab 14 Uhr der Jubiläumsumzug, der über die Espach- und die Hauptstraße und den Grauenstein zum Festzelt führt. Mit von der Partie sind dabei natürlich die Kinder des evangelischen Kindergartens „unterm Regenbogen“. Nach dem Umzug sind die Musikvereine aus Frommern und Roßwangen zu hören. Den spannenden Schlusspunkt des Festwochenendes setzt schließlich um 17 Uhr die Auslosung der großen Lotterie.

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