20 Jahre Aufstieg HBW BL-Weils: Der Anfang einer Ära
Ein Blick zurück ins Frühjahr 2006 lässt viele Erinnerungen wach werden. Jubelnde Spieler, eine elektrisierte Region und ein Verein, der gerade das geschafft hatte, was zuvor kaum jemand für möglich gehalten hatte: den Aufstieg in die stärkste Liga der Welt. Für den HBW Balingen-Weilstetten war dieser Moment weit mehr als ein sportlicher Meilenstein – er war der Beginn einer neuen Ära. Erst vier Jahre zuvor war der HBW aus dem Zusammenschluss der ersten Mannschaft des TV Weilstetten (damals Regionalliga) und der Handballabteilung der TSG Balingen entstanden, die damals unter dem Namen TSG Balingen Handball 2000 in der Oberliga spielte. Mit bemerkenswerter Dynamik arbeitete sich der junge Verein in die Spitzengruppe der 2. Bundesliga vor. Leidenschaft, Geschlossenheit und enorme Mentalität zeichneten jene Mannschaft aus, die schließlich Historisches schaffte. Was damals als Sensation gefeiert wurde, entwickelte sich rückblickend zum Fundament einer außergewöhnlichen Erfolgsgeschichte. Denn mit dem Sprung in die 1. Bundesliga begann auch der bundesweite Höhenflug der „Gallier von der Alb“.
Große Leidenschaft
In der Bundesliga machte sich der HBW schnell einen Namen. Mit kämpferischem Handball, großer Leidenschaft und oft überschaubaren Mitteln trotzten die Schwaben immer wieder finanzstärkeren Konkurrenten und wurden zu einem unbequemen Gegner – und vielerorts auch zum Sympathieträger. Den Spitznamen „Gallier von der Alb“ gibt es allerdings erst seit dem legendären Heimsieg gegen den THW Kiel, kurz vor Weihnachten 2009.
Zwar verliefen die vergangenen zwei Jahrzehnte nicht ohne Rückschläge. Abstiege gehörten ebenso zur Geschichte wie direkte Wiederaufstiege. Doch gerade diese Widerstandsfähigkeit wurde zum Markenzeichen des Klubs. Der HBW kam immer wieder zurück. Parallel dazu wuchs auch das Umfeld. Strukturen wurden professionalisiert, die Nachwuchsarbeit erst ausgebaut, dann ausgezeichnet und so der Standort Schritt für Schritt weiterentwickelt. Aus dem mutigen Aufsteiger von einst wurde eine feste Größe im deutschen Handball. Bemerkenswert blieb dabei, dass der Verein trotz aller Entwicklung seine Identität nie verlor. Bodenständigkeit, Nähe zu den Fans und die enge Verwurzelung in der Region prägen den HBW bis heute.
Auch die Heimspiele entwickelten sich über die Jahre zu regionalen Großereignissen. Aus Bundesliga-Handball auf der Alb wurde ein Projekt mit Strahlkraft weit über den Sport hinaus.
So steht der Aufstieg von 2006 heute sinnbildlich für Mut, Kontinuität und die Überzeugung, dass auch abseits großer Metropolen Spitzensport möglich ist.
Und wer unter den Handballern in Deutschland den HBW Balingen-Weilstetten noch nicht kannte, dem wurde im vergangenen Jahr auf die Sprünge geholfen.
Mit einer beeindruckenden Leistung qualifizierten sich die Handballer aus dem Zollernalbkreis für das FinalFour im Pokalwettbewerb. Doch damit nicht genug. Vor der beeindruckenden Kulisse von 20.000 Zuschauern lieferten die „Gallier“ zwei außergewöhnliche Spiele in der Kölner Lanxess-Arena ab und belohnten sich am Ende mit dem dritten Platz, der als bisher größter Erfolg in die Vereinsgeschichte einging.
Auch in der aktuellen Runde läuft es für die Schützlinge von HBW-Cheftrainer Matthias „Matti“ Flohr richtig gut. Fünf Spieltage vor Schluss liegt man mit 48:10-Punkten auf dem zweiten Tabellenplatz, der zum Aufstieg berechtigt. Aufgrund der überragenden Tordifferenz (+155) fehlen so den „Galliern“ noch sechs Punkte, um den Traum von der Rückkehr in die erste Bundesliga wahr werden zu lassen. Und was wäre passender, als im Jubiläumsjahr die Rückkehr in die stärkste Liga der Welt zu feiern. Mit der Unterstützung der Aufstiegs-Helden von 2006 und über 2000 Fans wollen die Handballer des HBW Balingen-Weilstetten nun am Sonntag (17 Uhr) gegen Dormagen doppelt punkten und gemeinsam die vergangenen zwei Jahrzehnte feiern.
„Das 20-jährige Jubiläum bedeutet uns unheimlich viel. Wir blicken auf unseren ersten Aufstieg in die erste Liga zurück – ein herausragender Erfolg, der den Grundstein für alles gelegt hat, was in den vergangenen zwei Jahrzehnten folgte. Dieser Schritt war entscheidend für die Professionalisierung und die Entwicklung hin zum Spitzensport in der Region. Ohne die Mannschaft von damals wären wir heute nicht da, wo wir stehen. Umso mehr freuen wir uns, auf 20 Jahre Bundesliga-Handball zurückblicken zu dürfen“, so HBW-Geschäftsführer Felix König.

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