Bildungsmesse Uhingen 2
: Auszubildende erzählen

AnzeigeWer kann besser von der Ausbildung berichten, als Lernende, die schon in ihrem Traumberuf angekommen sind?
Von
Redaktion Sonderthemen
Sonderveröffentlichung
  • Antonia Boeriu (im Foto rechts neben Romy Weinmann) ist im3. Lehrjahr der Ausbildung zur ZFA. Sie stand gerne Rede und Antwort zu ihrer beruflichenEntscheidung.⇥Fotos: Sabine Ackermann

    Antonia Boeriu (im Foto rechts neben Romy Weinmann) ist im3. Lehrjahr der Ausbildung zur ZFA. Sie stand gerne Rede und Antwort zu ihrer beruflichenEntscheidung.⇥Fotos: Sabine Ackermann

    ⇥Foto: Sabine Ackermann
  • Lisa-Tamara Mürdter an ihrem Arbeitsplatz.

    Lisa-Tamara Mürdter an ihrem Arbeitsplatz.

    ⇥Foto: Sabine Ackermann
  • Jule Bade macht ein duales Studium zur Sozialpädagogin,Paul Böhning ist ausgebildeter Heilerziehungspfleger.

    Jule Bade macht ein duales Studium zur Sozialpädagogin,Paul Böhning ist ausgebildeter Heilerziehungspfleger.

    Foto: Sabine Ackermann
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Anlässlich der diesjährigen Bildungsmesse in Uhingen hat sich die NWZ-Mitarbeiterin Sabine Ackermann mit jungen Menschen unterhalten, die schon in der Ausbildung zu ihrem auserwählten Beruf sind.

Antonia Boeriu Ausbildung: Zahnmedizinische Fachangestellte (ZFA) 3. Lehrjahr

Mit 13 Jahren kam sie 2018 aus Rumänien nach Deutschland, ging auf die Heinrich-Schickhardtschule in Bad Boll und schloss auf der Öde mit der Mittleren Reife ab. „Ich habe gerne Kontakt mit Menschen und freue mich, wenn ich ihnen helfen kann“, sagt Antonia Boeriu, die ihre anfängliche Unsicherheit für einen sozialen Beruf schnell ablegte und sich für ein Praktikum in einem Pflegeheim entschied. Zwar gefiel es ihr dort, aber die vielen Geschichten stimmten sie traurig.

Pech hatte sie bei ihrer „Ausbildung“ bei einem Optiker in Göppingen. „Meine Aufgaben waren Fenster putzen und das Lager sortieren. Weil ich nichts lernen konnte, brach ich nach einem Monat ab“, erinnert sich die 21-Jährige aus Heiningen. Auch wenn sie kein Blut sehen kann, ist ihr Interesse an „Medizin und Gesundheit“ so ausgeprägt, dass sie ein weiteres Praktikum bei Dres. Frey – Zahnärztliche Gemeinschaftspraxis in Jebenhausen durchlief. Und nun ist sie als Auszubildende mit Leidenschaft dabei. „Jeder Tag ist anders. Man lernt ständig neue Sachen und bekommt durch die verschiedenen Abläufe und Aufgaben mehr Sicherheit beim Unterstützen der Patienten, so kann man ihnen die Angst nehmen“, berichtet Antonia Boeriu, die sich um das Vorbereiten sowie die Hygiene- und Reinigungsarbeiten der Instrumente kümmern muss.

Den Theorieunterricht teilt sie mit „22 Mädchen und einem Jungen“ in der „coolen“ Berufsschule Geislingen, im Wechsel mal einen oder zwei Tage die Woche. „Auch wenn manche Tage stressig sind, ich finde den Beruf sehr interessant und abwechslungsreich, besonders mag ich die Arbeit im Team“, betont die Auszubildende.

Dres. Frey – Zahnärztliche Gemeinschaftspraxis, Herdweg 29, 73035 GP.-Jebenhausen, E-Mail: info@drs-frey.de

Jule Bade & Paul Böhning Duales Studium Sozialpädagogin / ausgebildeter Heilerziehungspfleger

„Da habe ich mich nicht gesehen“, verrät Paul Böhning, der in seinem Heimatort Holzhausen im Kindergarten sein erstes Praktikum vollzogen hat. Auch das Reinschnuppern als Mediengestalter war nicht seins, zu viel Arbeit am PC.

Nach der 11. Klasse im Freihofgymnasium habe er abgebrochen und sich in Göppingen für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) an der Bodelschwingh-Schule entschieden, dort liegt der Förderschwerpunkt auf geistiger und körperlich-motorischer Entwicklung. Danach besuchte er die Fachschule für Heilerziehungspflege St. Loreto in Schwäbisch Gmünd und absolvierte parallel dazu eine dreijährige Ausbildung zum Heilerziehungspfleger in der Praxiseinrichtung im „Jakob-van-Hoddis-Haus“, eine besondere Wohnform im Sinne der Eingliederungshilfe, und wurde nach seinem Abschluss übernommen. Der Verein, der seit 2002 unter dem Namen „Viadukt – Hilfen für psychisch Kranke e.V.“ firmiert, hat ein breit gefächertes und qualifiziertes Leistungsspektrum entwickelt. „Hier passt alles, etwa 70 Prozent verbringe ich mit den seelisch erkrankten Menschen und die restlichen 30 Prozent mit der Bürokratie“, erklärt der 23-Jährige, der im Schichtdienst arbeitet. „Kein Tag ist wie der andere, es gibt eine große Diversität auf verbaler und kognitiver Ebene. Auch bei kleineren Krisen muss man die Ruhe bewahren“, sagt Paul Böhning und ergänzt: „Auch ich bin so wie ich bin und wurde beim Hospitieren sehr gut aufgenommen“. Seinen Ausgleich findet der nun in Rechberghausen wohnende Fitness-Fan beim Skateboard fahren, E-Gitarre spielen und tätowieren.

Nach ihrem Abitur im Freihofgymnasium hat sich auch Jule Bade für ein FSJ entschieden – sie kümmerte sich um die Kinder- und Jugendwohngruppe im Rupert-Mayer-Haus Göppingen. Danach war ihr Ziel, auf der Dualen Hochschule Stuttgart Sozialpädagogik zu studieren, was ihr viel Spaß bereitet. Innerhalb ihrer Praxisphase begleitet sie 15 bis 20 Erwachsene mit psychischer Erkrankung im Alter von 18 bis 60plus, die alle im Viadukt in eigenen WGs leben. „Ich unterstütze die Menschen bei Behördengängen, beim Einkauf und im Haushalt“, erzählt die 21-jährige Göppingerin und ergänzt: „Mit Fortschreiten des Studiums kommt mehr Verantwortungsübernahme hinzu.

Viadukt – Hilfen für psychisch Kranke e.V., Schützenstr. 24, 73033 Göppingen, E-Mail: info@viadukt-gp.de

Lisa-Tamara Mürdter 2. Lehrjahr / Verwaltungsfachangestellte

Rathaus-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter sind oft die Schnittstelle zwischen Bürokratie, Gesetzen und menschlichen Schicksalen. Das trifft nun auch auf die 19-jährige Uhingerin Lisa-Tamara Mürdter zu. Als Verwaltungsangestellte lernt sie mehrere Ämter und deren Bereiche kennen.

Nach der Haldenberg-Realschule Uhingen hatte sie ihr Fachabitur in Gesundheit und Biologie in Geislingen gemacht. Die beiden anschließenden Praktika in einer Praxis für Physiotherapie sowie im Pflegebereich im Alb-Fils-Klinikum sagten ihr jedoch nicht zu. Schließlich bewarb sie sich beim Rathaus Uhingen, bestand den Einstellungstest, der Logik und Allgemeinwissen umfasste, und überzeugte auch beim Vorstellungsgespräch. „Im ersten Lehrjahr war ich im Einwohnermeldeamt tätig, da gab es viel Publikumsverkehr, jetzt arbeite ich in der Kämmerei, da ist es ruhiger“, so Lisa-Tamara, die sich im Rathaus sehr wohl fühlt. Ihre Hobbys sind Fitness, Fotografieren, die Natur und Familienhund Trixi.

Stadtverwaltung Uhingen,
Kirchstraße 2, 73066 Uhingen,
E-Mail: info@uhingen.de

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