Sanitär-Heizung-Klima
: Barrierefreies Bad: Früh planen, gleich profitieren

AnzeigeBei der Planung eines Bads sollte man klug für die Zukunft planen. Doch nicht erst im Alter kann man die praktische Ausstattung nutzen.
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Redaktion Sonderthemen
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  • Barrierearmes oder barrierefreies Bad: Praktische Ausstattung trifft schöne Optik. Die Handwerksbetriebe informieren dazu gerne. ⇥Foto: Hersteller

    Barrierearmes oder barrierefreies Bad: Praktische Ausstattung trifft schöne Optik. Die Handwerksbetriebe informieren dazu gerne.

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  • Marco Hagner, Pflegeberater bei der IKK classic.⇥Foto: IKK classic

    Marco Hagner, Pflegeberater bei der IKK classic.

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Ein barrierefreies Badezimmer ist längst keine reine Frage des Alters. Wer bei der Badplanung frühzeitig auf Sicherheit, Bewegungsfreiheit und flexible Lösungen setzt, kann das Bad langfristig komfortabel nutzen und das unabhängig davon, ob heute ein konkreter Unterstützungsbedarf besteht. Entscheidend ist dabei: Ein wirklich barrierefreies Bad muss sich an den Menschen und seine individuelle Situation anpassen. „Im Prinzip ist es immer nutzerabhängig“, sagt Volker Breusch von der Sanitär- und Heizungsfirma Breusch aus Eislingen. Wenn beispielsweise nach einem Schlaganfall oder einer Hüftoperation plötzlich ein Rollator oder Rollstuhl notwendig wird, müsse eine konkrete Lösung für die jeweilige Situation gefunden werden. Gleichzeitig gibt es Normen und Vorschriften, die festlegen, wie Barrierefreiheit baulich umgesetzt werden muss, insbesondere dann, wenn Fördermittel in Anspruch genommen werden sollen. Breusch plädiert deshalb dafür, sich möglichst früh mit dem Thema auseinanderzusetzen. Eine bodengleiche Dusche oder eine Sitzmöglichkeit in der Dusche könne schließlich unabhängig vom Alter sinnvoll sein. Eine Sitzbank sei beispielsweise beim Rasieren der Beine praktisch oder könne als Ablage für Shampoo und andere Pflegeprodukte dienen. Wer erst im hohen Alter über einen Umbau nachdenke, habe dagegen häufig größere Hürden zu bewältigen. Die Bauarbeiten seien belastender und Veränderungen würden teilweise mit Unsicherheit verbunden. Frühzeitig geplante Lösungen könnten dagegen vorausschauend umgesetzt werden.

Bei Sanierung an die Zukunft denken

Ein typischer Fehler sei, das Bad zu stark auf die aktuelle Situation zuzuschneiden. Volker Breusch nennt als Beispiel fest eingebaute Glaswände in der Dusche. Was heute modern aussieht, könne später hinderlich sein, wenn ein Rollator oder andere Hilfsmittel benötigt werden. Sinnvoll sei es daher, bereits beim Bau stabile Befestigungsmöglichkeiten in den Wänden vorzusehen. So könnten später bei Bedarf Haltegriffe oder ein Duschsitz montiert werden. Dabei müsse ein barrierefreies Bad keineswegs wie ein Krankenhaus aussehen. Moderne Hersteller bieten zahlreiche Lösungen, die sich optisch in zeitgemäße Bäder integrieren lassen. Im Mittelpunkt stehe trotzdem immer der Nutzer und seine Sicherheit.

Welche Kosten übernimmt die Pflegeversicherung?

Unter bestimmten Voraussetzungen unterstützt auch die gesetzliche Pflegeversicherung den barrierearmen Umbau. Marco Hagner, Pflegeberater bei der IKK classic, erklärt: „Grundsätzlich können Pflegebedürftige mit Pflegegrad eins bis fünf einen Zuschuss für Wohnumfeld verbessernde Maßnahmen erhalten. Voraussetzung ist, dass der Umbau im konkreten Fall dazu beiträgt, die häusliche Pflege zu ermöglichen oder zu erleichtern beziehungsweise die selbstständige Lebensführung zu verbessern“. Wichtig: Der Zuschuss muss vor Beginn der Maßnahme beantragt werden. Aktuell sind dabei bis zu 4.180 Euro pro pflegebedürftiger Person möglich. Leben beispielsweise zwei pflegebedürftige Ehepartner in einem Haushalt, kann der Zuschuss grundsätzlich für beide Personen gewährt werden. Die tatsächliche Förderung richtet sich allerdings nach den entstehenden Kosten. Gefördert werden können zahlreiche Maßnahmen im Badezimmer. Dazu gehören beispielsweise der Einbau einer bodengleichen Dusche, wenn zuvor eine hohe Einstiegskante vorhanden war, oder rutschhemmende Bodenbeläge. Auch spezielle Armaturen, etwa mit verlängerten Hebeln oder Sensorik, können unterstützt werden. Gleiches gilt für Maßnahmen zur Vermeidung von Verbrühungen, etwa Systeme zur Überwachung der Wassertemperatur. Auch die Anpassung von Waschtisch oder WC an die Bedürfnisse eines Menschen im Rollstuhl kann förderfähig sein. Unter bestimmten Voraussetzungen sind sogar der erstmalige Einbau eines Badezimmers oder WCs sowie eine Vergrößerung des Raumes möglich, wenn dadurch beispielsweise die Nutzung mit einem Rollator oder Rollstuhl ermöglicht wird.

Antrag vor dem Umbau stellen

Für den Antrag bei der Pflegekasse werden laut Marco Hagner unter anderem ein Kostenvoranschlag des Handwerksbetriebs sowie Fotos des bisherigen Zustands benötigt. Anhand der Unterlagen kann geprüft werden, welche Veränderung geplant ist und ob sie im konkreten Fall förderfähig ist. Darüber hinaus gibt es weitere Finanzierungsmöglichkeiten. Die KfW kann beispielsweise unter bestimmten Voraussetzungen zinsgünstige Kredite für Maßnahmen zur Barrierereduzierung anbieten.

Veranstaltung Volker Breusch berät an seinem Stand bei der Gesundheitsmesse Vitawell vom 13. bis 14. November in der Stadthalle Göppingen zu dem Thema (Eintritt frei).

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