Sanitär-Heizung-Klima 1: Göppinger Innung leistet Pionierarbeit im Handwerk
Drei Obermeister, eine gemeinsame Verantwortung: Die Innung Sanitär, Heizung und Klima (SHK) Göppingen beschreitet bei ihrer Führung neue Wege. Erstmals in ihrer Geschichte stehen offiziell drei gleichberechtigte Obermeister an der Spitze der Innung. Bei der Mitgliederversammlung werden Rainer Häfele, Volker Breusch und Markus Ganßloser in das Führungsteam gewählt. Möglich macht dies eine Änderung der Satzung, die bereits bei einer vorherigen Versammlung beschlossen worden war. Nach sechs Jahren Praxis und vielen Verhandlungen mit der Handwerkskammer ist dieses Modell nun offiziell verankert, das sich in der Praxis bereits seit sechs Jahren bewährt hat. Denn schon bisher wurde die Innung von einem Dreierteam geführt – allerdings ohne die entsprechende formale Gleichstellung. Walter Wallitschek, Rainer Häfele und Volker Breusch hatten die Aufgaben untereinander aufgeteilt und die Innung gemeinsam nach außen vertreten. „Wir freuen uns sehr, dass die Handwerkskammer nun erkannt hat, das das ein mögliches Modell ist und nach vielen Diskussionen haben wir es geschafft“, sagt Rainer Häfele – ein Dreierteam ist möglich und er deutet an: „Es gib schon Anfragen von anderen Innungen, die ihre Obermeisterposten ebenfalls auf mehrere Schultern verteilen wollen.“ Die Göppinger Innung hat hier echte Pionierarbeit geleistet, die Geschichte schreiben könnte und für Göppingen schon ein Erfolgsmodell sei. Rainer Häfele blickt bei der Versammlung auf die vergangenen sechs Jahre zurück und zieht eine positive Bilanz. Die Zusammenarbeit habe hervorragend funktioniert. Unterschiedliche Auffassungen seien stets im gemeinsamen Gespräch geklärt worden. Auch die Verteilung der vielfältigen Aufgaben auf mehrere Schultern habe sich bewährt. Für Häfele steht deshalb fest, dass dieses Führungsmodell gerade angesichts der zunehmenden Anforderungen an die ehrenamtliche Innungsarbeit eine gute Lösung ist. Eine eigens ausgearbeitete Geschäftsordnung soll künftig die Zuständigkeiten und Entscheidungsbefugnisse innerhalb des Obermeisterteams regeln – das war der Schlüssel für die offizielle Anerkennung der Kammer. „Am Ende war es eigentlich ganz einfach“, sagt Häfele – wo ein Wille ist, ist eben auch ein Weg.
Ehrungen und Neuwahlen
Mit der Neuwahl endet zugleich eine Ära. Walter Wallitschek, der seit 2020 Teil des Führungsteams war, tritt nicht erneut an. Er bleibt der Innung allerdings erhalten und wird sich weiterhin insbesondere im Bereich der Ausbildung als Prüfungsausschussvorsitzender engagieren. Damit soll auch ein reibungsloser Übergang gewährleistet werden.
Auch der weitere Vorstand wird bei der Mitgliederversammlung neu gewählt. Wie bisher gehören ihm an Anja Ehekircher, Harald Russ, Stefan Wissner, Andreas Hiller, Wolfgang Schad, Andreas Aigner und Alexander Huber. Neu dazu kommt Jakob Dürr, einer der drei Gründer des Unternehmens SDS Thermotechnik aus Rechberghausen. Der junge Unternehmer freut sich über die Möglichkeit, sich künftig ehrenamtlich für die Interessen des Handwerks einzusetzen.
Neben den Wahlen stehen auch Ehrungen auf der Tagesordnung. Für seine langjährige Verbundenheit mit der Innung wird Michael Herrlinger, Gründer und ehemaliger Inhaber der Herrlinger KG in Eislingen, zum Ehrenmitglied ernannt. Rainer Häfele würdigt dessen jahrzehntelanges Engagement und seine große Hilfsbereitschaft. Ob bei Veranstaltungen, Aktionen oder besonderen Projekten – auf seine Unterstützung habe sich die Innung stets verlassen können. Eine weitere Auszeichnung erhält Walter Wallitschek. Die Handwerkskammer Region Stuttgart würdigt seine besonderen Verdienste um das Handwerk. Wallitschek gehört bereits seit 1999 dem Vorstand an und engagiert sich seit 2005 im Ausbildungs- und Prüfungswesen. Insbesondere sein Einsatz für den handwerklichen Nachwuchs wird bei der Versammlung hervorgehoben. In seinem Bericht geht Rainer Häfele zudem auf aktuelle Herausforderungen der Branche ein. Ein wichtiges Thema bleibt die Nachwuchsgewinnung. Er ruft, wie auch Volker Breusch, die Mitgliedsbetriebe dazu auf, sich stärker bei Ausbildungsmessen und Veranstaltungen zur Berufsorientierung zu engagieren. Gerade der persönliche Kontakt zu jungen Menschen und ihren Eltern biete die Chance, Interesse für eine Ausbildung im SHK-Handwerk zu wecken. Auch die politischen Rahmenbedingungen beschäftigen die Innung. Rainer Häfele berichtete vom vergangenen Landesverbandstag in Rust, der von den Umbrüchen in den politischen Rahmenbedigungen geprägt war, die nicht einfacher werden. Er kritisiert die Entwicklungen bei der staatlichen Heizungsförderung und die damit leider verbundenen Unsicherheiten für Betriebe und Kunden. Die Innung habe sich deshalb auch an politische Entscheidungsträger gewandt, um auf die Probleme aufmerksam zu machen, allerdings mit einer nicht sehr befriedigenden Resonanz.
⇥Constantin Fetzer
Weitere Informationen zur
Innung gibt’s auf der Webseite www.shk-goeppingen.de und in den Channels bei Instagram-
und Facebook.

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