Einweihung Hospiz Geislingen
: In kleinen Schritten geht’s los

AnzeigeDas neue Geislinger Hospiz feiert am Freitag, 23. Oktober, seine Einweihung und stellt sich am Samstag, 24. Oktober, mit einem Tag der offenen Tür der Bevölkerung vor. Von Claudia Burst
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Redaktion Sonderthemen
Sonderveröffentlichung
  • Blick aus der Vogelperspektive auf das neue Hospiz in Geislingen. Nach zwei Jahren Bauzeit wird das Gebäude in der Heidenheimer Straße 28 jetzt eingeweiht.⇥Foto: Hospiz

    Blick aus der Vogelperspektive auf das neue Hospiz in Geislingen. Nach zwei Jahren Bauzeit wird das Gebäude in der Heidenheimer Straße 28 jetzt eingeweiht.⇥Foto: Hospiz

    Hospiz im Landkreis Göppingen e
  • Im Frühjahr werden die Außenanlagen fertig gestaltet. Dort können die Gäste Kraft schöpfen.⇥Foto: Claudia Burst

    Im Frühjahr werden die Außenanlagen fertig gestaltet. Dort können die Gäste Kraft schöpfen.⇥Foto: Claudia Burst

    Claudia Burst
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Zufrieden und „hocherfreut“ zeigt sich Georg Kolb darüber, dass „wir jetzt das zweite Hospiz im Landkreis eröffnen können“. Mit „wir“ meint er die Verantwortlichen im Verein „Hospiz im Landkreis Göppingen“, dessen zweiter Vorsitzender und ehrenamtlicher Geschäftsführer er ist. Und mit „jetzt“ sind gleich mehrere Daten gemeint: die Fertigstellung des Gebäudes und seiner Einrichtung nach ziemlich genau zwei Jahren Bauzeit. Seine offizielle Einweihung diesen Freitag, 23. Oktober, mit geladenen Gästen. Und den Tag der offenen Tür für die Bevölkerung am Samstag, 24. Oktober, zwischen 10 und 16 Uhr plus ein Benefizkonzert am Samstagabend in der Geislinger Rätsche mit der Jazz- und Bossa-Nova-Combo „First Aid Groove“ unter Leitung des Geislinger Profi-Posaunisten Martin Hueber. Der Name dieser Band ergibt Sinn: Ihre Mitglieder sind fast alle Ärzte und Ärztinnen.

Dass der Bedarf an Hospizplätzen „sehr, sehr groß“ ist, weiß Georg Kolb auch, immerhin gibt es das Hospiz in Faurndau inzwischen seit mehr als 13 Jahren. Der erste Gast in Geislingen ist bereits angemeldet, auch sonst gab es bereits einige Anfragen. Gäste werden die schwerstkranken Menschen genannt, die im Hospiz unter professioneller Pflege und mit liebevoller Betreuung bis zuletzt betreut werden, im Tageshospiz nur an einzelnen Tagen, um die Angehörigen zu entlasten.

Damit es mit Pflege und Betreuung in Geislingen so gut funktioniert wie in Faurndau, dafür sorgen Marta Alfia, die die Gesamtleitung beider Hospize innehat, sowie Gaby Wittlinger, die nach neun Jahren Erfahrung als Pflegefachkraft in Faurndau in Geislingen dabei hilft, das stationäre Hospiz aufzubauen. Sie wird später dann die Pflegedienstleitung für das Tageshospiz übernehmen. „Das Tageshospiz startet erst im Januar, da fehlen uns noch Mitarbeitende“, berichtet Georg Kolb (siehe Info). Auch das stationäre Hospiz fange deshalb in diesem Jahr erst mit vier Betten statt der geplanten acht an. „Wichtig sind uns hoch qualifizierte Pflegekräfte mit Palliativ-Care-Ausbildung“, erläutert Kolb. Die jedoch hätten oft lange Kündigungsfristen und „wir haben noch nicht alle auf 1. Oktober eingestellt, falls es sich mit dem Bau doch noch verzögert hätte“. Deshalb geht es in Geislingen erst in kleinen Schritten los.

Diejenigen, die bereits zum neuen Hospiz-Team gehören, arbeiten schon, um alles für die zukünftigen Gäste vorzubereiten. Wie etwa der Einkauf der notwendigen Pflegemittel, des Geschirrs und der Kleingeräte für die Küchenzeilen auf jedem der drei Stockwerke oder das Einrichten der Zimmer, Büros oder Lagerräume.

Dass das neue Hospiz von den Geislingern und den Menschen im Umfeld gut angenommen wird, merkt Georg Kolb neben vielen Rückmeldungen auch an den eingehenden Spenden, ohne die, wie er sagt, so eine Einrichtung gar nicht zu stemmen wäre. Auch zahlreiche Lieferanten und Firmen haben dem Hospiz satte Rabatte gewährt, wie etwa das Einrichtungshaus Held bei den Küchenzeilen, die WMF, die das gesamte Geschirr und die Kaffeeautomaten finanziert, der Albmarkt bei den Elektrogeräten, das Albwerk bei der Photovoltaikanlage, die Firma Krauter aus Göppingen sowie ein Spender, der nicht genannt werden will, bei den Notstromaggregaten oder die MBB Hensch & Spindler GmbH bei der Schließanlage.

Nachdem sich der Baubeginn anfangs um über ein Jahr verzögerte, weil man völlig neu planen musste, nachdem die Pläne für das benachbarte Gebäude der Stiftung Liebenau bekannt geworden waren, sieht Georg Kolb das inzwischen als Glücksfall, „weil dann die Baukosten sowie die Zinsen deutlich niedriger waren, als im Jahr zuvor“.

Von sechs Millionen Euro Kosten für den Bau war das Architekturbüro Fai Architekten, Welz + Partner zu Beginn ausgegangen, „und wie es aussieht, wird es nur geringfügig mehr. Die Endabrechnung ist noch nicht fertig“, zeigt sich Georg Kolb zuversichtlich. Was im kommenden Frühjahr noch in Angriff genommen wird, ist der geplante parkartige Garten zwischen dem Hospiz und den Gebäuden der Stiftung Liebenau auf fast 2500 Quadratmetern. Dafür wird Humus auf die asphaltierte Fläche dort mit bis zu 80 Zentimeter Höhe und einzelnen kleinen Hügeln ausgebracht und von der Süßener Firma Strassacker mit Wegen, Bänken, Büschen, Bäumen und Pflanzen gestaltet. Die Finanzierung dafür läuft über Spenden, für die sich der Förderverein Hospiz im Oberen Filstal einsetzt (siehe Info).

Die Gäste im Hospiz haben dann einen wunderschönen Blick auf diese Grünanlage, sowohl aus ihren Zimmern als auch von den Gemeinschaftsräumen aus. Die Grünanlagen laden auch zum Spazieren oder Rollstuhlfahren ein. Wer dazu gesundheitlich nicht mehr in der Lage sein sollte, kann mit seinem Bett durch die breiten Balkontüren nach draußen auf einen der Balkone geschoben werden, die im ersten und zweiten Stockwerk, also im stationären Hospiz, über die gesamten Seiten Richtung Süden und Westen gebaut wurden. Vom Tageshospiz im Erdgeschoss aus ist der Zugang fast ebenerdig möglich.

Wichtig war den Bauherren, also dem Hospizverein, auch, so ökologisch wie möglich zu bauen: Heizen mit Geothermie, 80 Prozent des benötigten Stroms aus der Photovoltaikanlage auf dem Dach, eine 35 Zentimeter Isolierschicht auf den Außenwänden gehören unter anderem dazu.

Weil das Geislinger Hospiz keinen Keller hat, sieht es deutlich größer aus als das in Faurndau. Es hat die Form eines L, wobei sich die Zimmer für die Gäste, die Gemeinschaftsräume sowie der Ruheraum im Erdgeschoss nur im langen Trakt befinden. In der kurzen Seite des „L“, das sich in Richtung Heidenheimer Straße befindet, liegen die Lager- und Technikräume sowie Büros und ein großes Pflege-Badezimmer. Ganz oben befindet sich dort noch ein „Raum der Stille“, in den sich Gäste oder auch Angehörige zum Kraftschöpfen zurückziehen können.

Info Der Tag der offenen Tür findet am Samstag, 24. Oktober, von 10 bis 16 Uhr statt. Pflegefachkräfte, die Interesse an einer Arbeitsstelle im Hospiz haben, können sich bei Marta Alfia melden unter: marta.alfia@hospiz-goeppingen.de oder per Telefon unter (07161) 9 86 19 13. Weitere Infos zum Verein Hospiz unter hospiz-goeppingen.de, zum Förderverein für das Geislinger Hospiz unter hospiz-geislingen.de.

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