Tag der Musterhäuser: Modulbau ist im Trend

Fertigbau setzt auf bewährte Konzepte.⇥ Foto: Christin Klose/dpa-mag
Christin KloseBereits im 12. Jahrhundert wussten Bauherrn in Japan die Vorteile von Fertighäusern zu schätzen. Freilich waren es damals zerlegbare Holzhütten, die man einfach auf Handkarren transportieren konnte.
Im 20. Jahrhundert brachten Architekten wie Walter Gropius die Idee von vorgefertigten Häusern auf den Markt.
Der Bauboom der Wirtschaftswunderzeit machten Fertighäuser populär. Besonders junge Familien konnten sich so den Wunsch von Eigenheim erfüllen – mit einem industriell gefertigten Haus, das aus dem Katalog ausgesucht wurde und in nur wenigen Tagen aufgerichtet werden konnte. Weil die Wände meist mit Spanplatten beplankt waren, hatten diese Häuser der Nachkriegsgeneration einen schlechten Ruf. Giftige Stoffe wie Formaldehyd oder Lindan waren schuld am gesundheitsschädlichen Raumklima.
Jahr 1977 legte die erste Wärmeschutzverordnung Mindestanforderungen für Außenwände und Fenster fest. In den 1980er-Jahren veränderten individuelle Baukonzepte die Branche. Statt Massenware von der Stange entwickelte sich das Fertighaus zum schicken Einzelstück. Gleichzeitig stieg in den 1990er-Jahren die Nachfrage nach energiesparenden Objekten.
Individuelle, solide und effiziente Bauweise
Die Fertighausbranche reagierte mit effizienten und nachhaltigen Angeboten. Das Image der „Billigbauweise“ haben die Fertighäuser schon längst abgelegt. Bewährte Konzepte ermöglichen hohe Qualität. Bundesweit ist heute mehr als jedes vierte neu genehmigte Eigenheim ein Fertighaus. Oft individuell geplant und mehr oder weniger bezugsfertig errichtet. Auch bei größeren Bauvorhaben im Bereich des seriellen und modularen Wohnungs- und Objektbaus, bei der Nachverdichtung und der Quartiersentwicklung sowie beim Sanieren ist der Fertigbau immer stärker gefragt. Zum Einsatz kommen hocheffiziente Dach-, Wand- und Deckenelemente aus industrieller Produktion sowie darauf abgestimmte, moderne Haustechnik. Für die Gegenwart und Zukunft lässt sich sagen, dass der Anteil der Fertighäuser in Holzständerbauweise stetig zunimmt und immer beliebter wird. Denn diese Bauweise ist nicht nur seit jeher schnell und günstig, sondern auch im Hinblick auf nachwachsende Generationen nachhaltig und umweltschonend. Grob lassen sich die unterschiedlichen Bauweisen von Fertighäusern in folgende Kategorien unterteilen:
1. Holzrahmen- und Holztafelbauweise
Diese Bauweise ist der absolute Standard bei Fertighäusern. Ein tragendes Ständerwerk aus Holz wird beidseitig beplankt und im Werk mit Dämmmaterial versehen. Vorteile: Hervorragende Dämmeigenschaften, kurze Bauzeiten und ein angenehmes Raumklima.
2. Holzmassivbauweise (Brettsperrholz)
Anstatt eines Ständerwerks bestehen die Wände hier komplett aus massiven, kreuzweise verleimten Holzlagen.
Vorteile: Hohe Stabilität, diffusionsoffen (gute Feuchtigkeitsregulierung) und sehr massives Wohngefühl trotz Holzbau.
3. Massivbauweise (Beton/Stein)
Auch Fertighäuser können „Stein auf Stein“ bzw. aus großflächigen Beton- oder Porenbeton-Elementen im Werk vorgefertigt werden.
Vorteile: Hohe Wertbeständigkeit, sehr guter Schall- und Hitzeschutz sowie robuste Wände.
4. Modulbauweise
Hierbei werden dreidimensionale Raummodule (ganze Zimmer oder Hausteile) bereits im Werk fast vollständig inklusive Innenausbau gefertigt und auf der Baustelle nur noch zusammengesetzt.
Vorteile: Extrem schnelle Bauzeit (oft schlüsselfertig in wenigen Tagen) und sehr gut erweiterbar.
5. Skelettbauweise
Das Haus wird von einem tragenden Gerüst aus Holz oder Stahl getragen, das im Rohbau wie ein Skelett aussieht. Die Wände dazwischen haben keine statische Funktion und können flexibel gestaltet werden.⇥ab

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