Streidt Bestattungen
: „Dankbar für das Erreichte“

Anzeige1951 gründete Helmut Streidt sein erstes Bestattungsunternehmen. In den 75 Jahren seither ist viel passiert. Daniel und Ramon Streidt blicken auf die Pionierarbeit ihrer Familie – und in die Zukunft.
Von
Redaktion Sonderthemen
Sonderveröffentlichung
  • Drei Generationen (v.l.): Anke Streidt mit Daniel Streidt, Christian Streidt mit Franziska Streidt, Ramon Streidt mit Mia Eder.

    Drei Generationen (v.l.): Anke Streidt mit Daniel Streidt, Christian Streidt mit Franziska Streidt, Ramon Streidt mit Mia Eder.

    Bestattung Streidt
  • Eine stadtbekannte architektonische Ikone: Das Bestattungsinstitut ist 2015 in das ehemalige Offizierskasino der „Roten Ulanen“ gezogen. ⇥Alle Fotos: Streidt Bestattung

    Eine stadtbekannte architektonische Ikone: Das Bestattungsinstitut ist 2015 in das ehemalige Offizierskasino der „Roten Ulanen“ gezogen. ⇥Alle Fotos: Streidt Bestattung

    Bestattung Streidt
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Traditionsreich und zukunftsorientiert: Für das Bestattungsunternehmen Streidt – das erste Ulmer Bestattungsinstitut – ist das kein Widerspruch, sondern Wesenskern. Diesen Oktober feiert das Familienunternehmen, das inzwischen in fünfter bzw. sechster Generation von Daniel Streidt und seinem Sohn Ramon geführt wird, 75-jähriges Jubiläum. Im Gespräch blicken Vater und Sohn auf die Pionierleistungen der Familie im Bestattungswesen zurück und beschreiben, für welche Werte ihr Haus einsteht und mit welchen Innovationen und Ideen sie auf die sich verändernde Bestattungskultur reagieren.

Deutsches Bestattungsgewerbe mitgestaltet

1951 gründete Tischlermeister Helmut Streidt in Strausberg bei Berlin ein Bestattungsunternehmen. Mit gerade mal „50 Pfennig und einem Koffer“, erzählt Daniel Streidt, sei sein Großvater Helmut dann 1958 mit Ehefrau Erika und den beiden Kindern nach Ulm gekommen. Hier ließ er sich mit seinem Bestattungsunternehmen im Hafenbad nieder. 1961 erfolgte der Eintrag „Erstes Ulmer Bestattungsunternehmen“ ins Handelsregister der Stadt Ulm: Zuvor hatte Helmut Streidt einen für die gesamte Branche wichtigen Prozess gegen das Land Baden-Württemberg gewonnen, bei dem ihm als privater Bestatter das Recht zugesprochen wurde, Sargtransport und Einsargung zu übernehmen: „Im Zuge eines Normenkontrollverfahrens sind seither alle privaten Bestatter im Land autorisiert, Särge zu transportieren“, ergänzt Daniel Streidt.

1979 macht sich Helmut Streidts Sohn Christian gemeinsam mit seiner Frau Franziska in Illertissen selbstständig. Niederlassungen in Schwendi und Neu-Ulm folgen. 1989 eröffnet das Stammhaus in der Walfischgasse. Helmut Streidt stirbt 1997. Zeitgleich tritt Christian Streidts Sohn Daniel ins Unternehmen ein. Er lässt sich in den USA und Heidelberg zum Thanatopraktiker (Einbalsamierer) und Bestatter ausbilden und ist seit 2009 Funeral Master.

Vater Christian ist seit 1999 Vorsitzender des Landesfachverbandes Bestattungsgewerbe in Baden-Württemberg (2005 in eine Landesinnung umgewandelt), 2008 wurde er der erste öffentlich vereidigte Sachverständige für das Bestattungsgewerbe in Baden-Württemberg und 2012 Präsident des Bundesverbandes Deutscher Bestatter. In diesem Amt habe er auch maßgeblich am Ausbildungswesen im Bereich der Totenfürsorge in Baden-Württemberg und Deutschland mitgewirkt: Seit 2007 ist „Bestattungsfachkraft“ ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf. Das Bestattungsinstitut Streidt hat inzwischen über 30 Menschen ausgebildet. „Wenn ich sehe, was mein Großvater und mein Vater über all die Jahre aufgebaut haben, muss ich sagen, dass ich wirklich sehr dankbar dafür bin, wo wir heute stehen – und den Ulmerinnen und Ulmern sowie der Stadt sind wir dankbar, dass alles so gut angenommen worden ist“, sagt Daniel Streidt, der seit Jahren selbst Beisitzer der Landesinnung ist. Sein Sohn Ramon nickt zustimmend.

Das Bestattungsinstitut in der Jugendstilvilla

2015 erfolgte dann der Umzug in die historischen Räumlichkeiten in der Zinglerstraße 70, die vielen Ulmerinnen und Ulmern bekannt sein dürften. In der um 1914 erbauten Jugendstilvilla, die viele Jahre als Teil der Donaubastion als Offizierskasino der „Roten Ulanen“ und anschließend von der Bundeswehr genutzt wurde, betreuen Daniel und Ramon Streidt gemeinsam mit ihren 32 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Menschen, die einen Trauerfall erleben. Der Erwerb der Immobilie war ein lang gehegter Traum von Helmut Streidt: ein eigenes Bestattungshaus, das alles unter einem Dach vereint. Das geschichtsträchtige Gebäude spiele immer wieder eine Rolle für die Menschen, die es betreten und stelle einen Bezug zu ihrer Biografie her, berichtet Ramon Streidt: „Ein Angehöriger erzählte uns, dass er bereits als 18-Jähriger zum Tanzen hier gewesen sei, dann mit 20 hier den Kriegsdienst verweigert habe – und nun im selben Gebäude eine Trauerfeier besuche.“

Damit das Unternehmen den Rundum-Service auf höchstem Niveau gewährleisten kann, wurde die denkmalgeschützte Villa den Anforderungen des modernen, privaten und konfessionsunabhängigen Bestattungswesens angepasst. „Stadt und Denkmalamt haben damals sehr kooperativ mit uns gearbeitet“, sagt Daniel Streidt mit Wertschätzung in der Stimme.

Stilvoll renoviert und technisch auf dem neuesten Stand bieten vier Aufbahrungsräume im Untergeschoss den Hinterbliebenen die Möglichkeit, bis zu drei Tage lang rund um die Uhr persönlich Abschied zu nehmen, indem ihnen eine Chipkarte für den Aufzug zur Verfügung gestellt wird. Mehrere Aquarien mit Seepferdchen, tropischen Fischen oder Korallen sorgen für ein beruhigendes Ambiente. Erst zwei Jahre alt ist das Kolumbarium, das Daniel Streidt im Gewölbekeller in warmen Holztönen eingerichtet hat: ein lang gehegter Traum. Hier können Hinterbliebene, die noch nicht wissen, wo bestattet werden soll, ihre Urnen aufbewahren.

Die Räume im Erdgeschoss überzeugen durch sechs Meter hohe Wände, stuckverzierte Decken und stilvolles Holzmobiliar. Sie umfassen einen Saal für die Trauerfeier, der bis zu 100 Menschen Platz bietet, sowie ein Trauercafé, in dem auch große Trauergesellschaften gemeinsam Abschied nehmen können.

Das „Erfolgsrezept Streidt“

„Im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen Menschen. Daher sind Erreichbarkeit, ein respektvoller Umgang, Pietät und Einfühlungsvermögen oberste Prinzipien“, sagt Daniel Streidt. Empathie und Belastbarkeit seien Schlüsselqualifikationen in ihrer Branche. Aber auch, dass alle Mitarbeitenden Anzug und Krawatte beziehungsweise Kostüm tragen, zeichnet das Unternehmen aus. „Unser Anspruch ist es, 365 Tage und 24 Stunden für unsere Kunden erreichbar zu sein. In unserem Gewerbe können wir die Menschen nicht auf Montag vertrösten“, betont Ramon Streidt.

Zum Schluss betonen Vater und Sohn, warum es bis heute so gut funktioniere: „Zuverlässige Partner, eine starke Familie, das Vertrauen von Stadt und Stadtgemeinde – und ganz besonders unser tolles Team, ohne dessen Unterstützung wir unserer sensiblen Tätigkeit nicht Tag für Tag nachgehen könnten. Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter ist für uns sehr, sehr wertvoll.“ ⇥jun

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