Medizin von Morgen
: Wo Nachwuchs die digitale Zukunft mitgestaltet

AnzeigeSeit 100 Jahren entwickelt Recordati Arzneimittel. Am deutschen Standort in Ulm verbindet das Unternehmen diese Erfahrung mit digitalen Ideen und dem Wissen der nächsten Generation. Werkstudierende erleben hier, wie aus ersten Aufgaben berufliche Perspektiven wachsen.
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Redaktion Sonderthemen
Sonderveröffentlichung
  • Alltag bei Recordati. ⇥⇥Foto: recordati

    Alltag bei Recordati. ⇥⇥Foto: recordati

    Recordati
  • Bei Recordati kommen Unternehmensführung, Hochschule, Alumni und Werkstudierende zusammen. (Vl.n.r.:) Nathalie Foitzik, Steffen Nold, Prof. Dr. Patrick Da-Cruz, Bastiaan Sibeijn, Nadine Bulenda, Iwan Milosch. ⇥Foto: Paula Montes

    Bei Recordati kommen Unternehmensführung, Hochschule, Alumni und Werkstudierende zusammen. (Vl.n.r.:) Nathalie Foitzik, Steffen Nold, Prof. Dr. Patrick Da-Cruz, Bastiaan Sibeijn, Nadine Bulenda, Iwan Milosch. ⇥Foto: Paula Montes

    Paula Montes
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1926 gründete Giovanni Recordati im norditalienischen Correggio ein Pharmaunternehmen. Ein Jahrhundert später ist daraus eine international tätige Gruppe geworden: mit mehr als 4.700 Beschäftigten und Arzneimitteln für Menschen in rund 150 Ländern. Die deutsche Niederlassung sitzt in Ulm, zentral gelegen und in einem modernen Bürogebäude. Hier richtet sich der Blick auf Innovation, Technologie und die nächste Generation.

Wie wird aus Wissen Fortschritt? Indem Erfahrung auf neue Perspektiven trifft. Digitalisierung, die Verknüpfung von Daten und die Automatisierung von Abläufen werden im Arbeitsalltag konkret. Werkstudierende wirken daran mit: im Marketing und Personalwesen ebenso wie im Controlling oder in der Arzneimittelsicherheit. In fast jeder Abteilung sind Werkstudenten stark involviert.

Potenziale entdecken, Entwicklung ermöglichen

„Unlocking the full potential of life“ lautet der Leitsatz des Unternehmens. Menschen zu ermöglichen, ihr Potenzial zu entfalten, versteht Recordati nicht nur als Auftrag gegenüber Patienten. Der Gedanke prägt auch den Umgang mit dem eigenen Nachwuchs. In den vergangenen zwei Jahren hat der Standort sein Werkstudierendenprogramm stärker in den Mittelpunkt gerückt. Junge Menschen sollen das Unternehmen nicht vom Rand aus kennenlernen, sondern Teil seiner Arbeit werden.

Die Personalabteilung beschreibt einen Austausch in beide Richtungen: Studierende gewinnen praktische Erfahrung. Gleichzeitig bringen sie Wissen aus der Hochschule, Fragen und andere Sichtweisen mit. Sie sollen an wichtigen Besprechungen teilnehmen, Bestehendes hinterfragen und Prozesse mitgestalten dürfen. Die Verbindung soll über mehrere Studienphasen tragen.

Für Senior Vice President und Managing Director Bastiaan Sibeijn ist das entscheidend. Der gebürtige Niederländer sieht in jungen Menschen viel Potenzial. Nach fast sieben Jahren bei Recordati ist er überzeugt, dass lokale Initiativen und Innovationen viel bewegen können. Anspruchsvolle Aufgaben treffen hier auf vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten. Studierende sollen tief ins Geschäft eingebunden werden und erleben, welchen Beitrag ihre Arbeit leistet.

Bei der Digitalisierung sieht Bastiaan Sibeijn den Ulmer Standort auch innerhalb des Konzerns an der Spitze. Diesen Weg will er weitergehen. Wichtige Impulse kommen dabei von den Werkstudierenden: neue Gedanken, frischer Wind und eine Begeisterung, die sich nicht kaufen lasse. Vielfalt bedeutet für ihn auch, unterschiedliche Denkweisen zusammenzubringen. Denn „andere Gedanken und Ideen ermöglichen Fortschritt“.

Ankommen und von Anfang an dazugehören

Diese Haltung prägt eine moderne Arbeitskultur mit flachen Hierarchien. Der General Manager bringt das mit einem Bild aus dem Mannschaftssport auf den Punkt: „If you are part of the team… you wear the shirt – everybody.“ Wer zum Team gehört, gehört wirklich ganz dazu. Das gilt selbstverständlich auch für Werkstudierende: bei wichtigen Besprechungen ebenso wie bei Veranstaltungen und Konferenzen sind sie wie alle im Team involviert.

Für Nathalie Foitzik und Moritz Waldhauser beginnt dieser Weg gerade erst. Nathalie arbeitet im Marketing für rezeptfreie Arzneimittel, dem sogenannten OTC-Bereich. Ein strukturiertes Onboarding, offene Gespräche und Unterstützung im Team erleichtern ihr den Einstieg. Auf die Einführung folgen eigene Aufgaben: „Recordati bietet Studierenden die Möglichkeit, aktiv mitzuarbeiten und wertvolle Praxiserfahrung zu sammeln.“

Den Blick über Abteilungsgrenzen lernt Felix Halle in der Pharmakovigilanz, also der Arzneimittelsicherheit, schätzen. Ihn reizte ein Bereich, der im Studium bisher kaum vorkam. Nun erlebt er, wie die Aufgaben verschiedener Teams ineinandergreifen. Fragen zu stellen, gehört für ihn selbstverständlich dazu.

Wenn aus Studienwissen digitale Praxis wird

Eine weitere Station führt ins Masterstudium. Kai Hirschmann nutzt im Controlling seine betriebswirtschaftlichen Kenntnisse und sein Programmierwissen. Dabei findet er die digitale Transformation von Reporting-Strukturen, die Automatisierung wiederkehrender Prozesse und die Begleitung von Planungsprozessen besonders spannend. Berichte sollen einfacher und schneller verfügbar werden und wiederkehrende Aufgaben sollen automatisiert werden. Für die Umsetzung erhält er Zeit, technische Ausstattung und Freiraum. Aus dem Zusammenspiel von Daten und Prozessen entstehen Verbesserungen, die auch Kollegen im Alltag spüren.

Kai verknüpft dabei Inhalte aus Bachelor und Master mit praktischen Fragen. Was diesen Rahmen für ihn ausmacht, fasst er so zusammen: „Für mich sind es vor allem die Entwicklungsmöglichkeiten, das entgegengebrachte Vertrauen und die kurzen Kommunikationswege.“ Zur Technik komme die Möglichkeit, Ideen gemeinsam weiterzuentwickeln.

Auch Iwan Milosch arbeitet während seines Masters im OTC-Marketing. Er wirkt früh an strategischen Aufgaben mit und übernimmt Verantwortung an Schnittstellen. „Was Recordati wirklich einzigartig für Studierende macht, ist die Kombination aus Herausforderungen, Verantwortung und Wertschätzung“, sagt er.

Perspektiven, die über das Studium hinausreichen

Eine wichtige Brücke führt über die Donau zur Hochschule Neu-Ulm. Recordati arbeitet mit mehreren Hochschulen und Bildungseinrichtungen zusammen; besonders eng ist die Verbindung zur HNU und zu Prof. Dr. Patrick Da-Cruz. Bei seinem Besuch in Ulm zeigte er sich von den Räumlichkeiten und der Haltung gegenüber den Werkstudierenden beeindruckt und zog ein sehr positives Fazit der Kooperation. Dabei gab es auch ein Wiedersehen mit ehemaligen Studierenden: Nadine Bulenda ist heute Director OTC, Steffen Nold Northern Europe Digital Omnichannel Customer Engagement Lead. Beide freuten sich über den erneuten Austausch mit ihrem früheren Professor. Ein Moment, der sichtbar macht, wie Hochschulverbindungen über das Studium hinaus lebendig bleiben.

Damit der Weg neben dem Studium gelingt, braucht es passende Bedingungen. Das Studium hat Vorrang. Flexible Arbeitszeiten, Rücksicht auf Prüfungsphasen und die Möglichkeit einer Abschlussarbeit gehören zum Rahmen. Recordati möchte Studierende möglichst vom Bachelor bis zum Master begleiten. Gemeinsame Veranstaltungen und ein selbst organisierter Werkstudierendenstammtisch ergänzen den Austausch.

Wohin ein solcher Weg führen kann, zeigt Jan Szyszkowitz. Als Werkstudent im Bereich Sales Operations beschäftigte er sich mit Analysen, Berichten für Vertriebs- und Managemententscheidungen sowie der Optimierung von Prozessen. Inzwischen ist er in Vollzeit übernommen worden. „Dass sich daraus schließlich eine Festanstellung ergeben hat, freut mich besonders“, sagt er.

Vom ersten Arbeitstag bis zum Berufseinstieg erzählen diese Wege von einem gemeinsamen Gedanken: Potenzial braucht Gelegenheit. Im Jubiläumsjahr verbindet Recordati seine hundertjährige Geschichte deshalb mit einem Blick nach vorn. Die nächste Generation lernt nicht nur, wie ein Pharmaunternehmen arbeitet. Sie erhält Raum, daran mitzuwirken, wie es künftig arbeiten wird. ⇥pm