Haustüren & Fenster: Ungebetene Gäste

Solide Fenster und Türen machen Einbrechern die Arbeit schwer.⇥Foto: Silas Stein/dpa mag
Silas SteinEs ist ein Klischee, dass Einbrecher im Schutz der Dunkelheit um die Häuser streifen, um durch Türen oder Fenster in fremde Häuser einzusteigen.
Tatsächlich schlagen die Diebe jedoch meistens zwischen 10 und 18 Uhr zu. Etwa zwei von drei Einbrüchen findet statt, wenn die Bewohner in der Arbeit oder der Schule sind, so der Gesamtverband der Versicherer (GDV).
Denn Einbrecher wollen bei ihrer „Arbeit“ nicht gestört werden. Darum rät die Kriminalpolizei dringend davon ab, mit einem Eindringling auf Konfrontation zu gehen. Einbrüche und Überfälle sind brisante Situationen, die Gefahren bergen, die man in den seltensten Fällen vorhersehen kann.
Begegnungen unbedingt vermeiden
Die Bundeskriminalpolizei empfiehlt ganz klar: Zurückziehen, einschließen, mit Licht und Geräusch auf sich aufmerksam machen und die Polizei alarmieren. Eine Konfrontation dagegen kann in einem Einbrecher Verteidigungsreize auslösen. Ist der Eindringling dann auch noch bewaffnet, erhält die Situation zusätzliche Brisanz.
Auch wenn viele Emotionen in einer solchen Situation hochkochen, darf man zunächst keine Gewalt gegen die Täter anwenden. Stress, Schock und Angst verleiten schnell dazu, unüberlegt zu reagieren und ob eine Gegenwehr dann auch wirklich legitim sein könnte, ist ebenfalls nicht der erste Gedanke. Doch wenn Emotionen wie Zorn, Rachelust oder Wut hinzukommen kann es schnell zu übertriebener Notwehr kommen, die leicht zu einer Straftat werden kann, wenn sie nicht das mildeste Mittel der Situation ist.
Klassisch ist hier das Beispiel beim Einsatz von Pfefferspray gegen Einbrecher. Die Nutzung ist nur dann straffrei, wenn man sich in einer akuten Bedrohungssituation befinden, denn es gilt eigentlich als Tierabwehrspray.
Vorsorge ist die beste Abwehr
Neben dem richtigen sicherheitsbewussten Verhalten und einer aufmerksamen Nachbarschaft empfiehlt die Polizei eine mechanische Sicherung aller Fenster und Türen, damit ungebetene Gäste gar nicht erst hineinkommen. Bei Neu- und Umbauten erhält man durch den Einbau geprüfter und zertifizierter einbruchhemmender Türen und Fenster nach DIN EN 1627ff ab der Widerstandsklasse (RC) 2 einen guten Einbruchschutz. Hier ist sichergestellt, dass es in der Gesamtkonstruktion (Türblatt, Zarge, Schloss und Beschlag) keinen Schwachpunkt gibt. Wer gerade umbaut oder renoviert, sollte neben der richtigen Wärmedämmung oder dem altersgerechten Umbau von Anfang an auch aufeinander abgestimmte technische Sicherungsmaßnahmen mit einplanen, also einen Einbruchschutz aus einem Guss. Denn in der Regel ist es günstiger, die geeignete Sicherungstechnik sofort einzubauen, als später unter Umständen aufwändig nachzurüsten. Wichtig: Die Nachrüstung für Türblätter, Türrahmen, Türbänder, Türschlösser, Beschläge, Schließbleche und auch Zusatzsicherungen müssen in ihrer Wirkung sinnvoll aufeinander abgestimmt sein. Nebeneingangstüren können wirkungsvoll zum Beispiel auch mit massiven Schubriegeln, starken Vorlegestangen aus Holz oder Profilstahl im oberen und unteren Türdrittel oder mit einem Querriegelschloss nachgerüstet werden.
Eingebaute Sicherungen können aber nur bei fachgerechter Montage ihre volle Wirkung entfalten und den entsprechenden Einbruchschutz bieten.⇥pm

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