Gutes Sehen2: Getrübter Blick
AnzeigeÜber die Hälfte der Deutschen ist fehlsichtig. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Unbeachtete Sehschwächen sorgen für Müdigkeit und Kopfschmerzen. ⇥Foto: Christin Klose/dpa-mag
Christin KloseFehlsichtigkeit kann in jedem Alter auftreten und entwickelt sich je nach Ursache schubweise oder langsam wird dabei kaum bewusst wahrgenommen.
- Kurzsichtigkeit (Myopie) ist einer der Hauptgründe für Fehlsichtigkeit. Betroffene sehen in der Nähe gut, aber in der Ferne schlecht. Ursache ist ein zu langer Augapfel, wodurch das Bild vor der Netzhaut entsteht. Dadurch wirken entfernte Gegenstände unscharf. Die Zahl der Kurzsichtigen nimmt weltweit stetig zu. Experten führen dies unter anderem auf viel Lesen, Lernen und Bildschirmnutzung zurück. Auch wenig Aufenthalt im Freien kann eine Rolle spielen. Besonders bei Kindern und Jugendlichen wird heute beobachtet, dass die Kurzsichtigkeit häufiger und früher auftritt.
- Weitsichtigkeit (Hyperopie) bedeutet, dass betroffene Personen in der Ferne größtenteils gut sehen, während nahe Objekte unscharf erscheinen, Geschriebenes muss weit vom Auge weggehalten werden. Gründe dafür sind der Augapfel, der zu kurz oder die Brechkraft des Auges, die zu gering ist. Das Licht wird dann nicht direkt auf der Netzhaut, sondern hinter ihr gebündelt. Gerade bei jüngeren Menschen kann die Weitsichtigkeit oft lange unbemerkt bleiben, weil das Auge sie teilweise noch ausgleichen kann. Erst bei längerer Belastung treten Beschwerden auf.
- Altersweitsichtigkeit (Presbyopie). Ab etwa 40 Jahren verliert die Augenlinse an Elastizität und kann sich nicht einfach auf nahe Entfernungen einstellen. Das Lesen wird anstrengender, kleine Schrift verschwimmt, die Augen ermüden schneller und bei schlechtem Licht fällt die Sehleistung ab. Altersweitsichtigkeit ist keine Krankheit, sondern ein normaler Alterungsprozess des Auges.
- Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) ist eine Sehschwäche, bei der die Hornhaut nicht gleichmäßig kugelförmig, sondern oval oder unregelmäßig geformt ist. Dadurch werden Lichtstrahlen nicht an einem einzigen Punkt auf der Netzhaut gebündelt, sondern verzerrt. Betroffene sehen sowohl in der Nähe als auch in der Ferne oft unscharf.
- Lebensstil
und Umweltfaktoren können die Entstehung oder Verstärkung von Sehschwächen beeinflussen. Eine übermäßige Nutzung von Bildschirmen belastet die Augen zusätzlich, weil sie über lange Zeit auf kurze Entfernungen fokussieren müssen. Tageslicht und regelmäßige Pausen für die Augen sind deshalb wichtig. Ebenso spielen Erholung, ausreichender Schlaf und regelmäßige Augenuntersuchungen eine wichtige Rolle für die Augengesundheit. - „Nachtblindheit heißt, kein Autofahren im Dunkeln.“ Wer bei Dunkelheit unsicher ist, sollte die Ursachen abklären lassen. Oft steckt eine korrigierbare Sehschwäche oder erhöhte Blendempfindlichkeit dahinter.
- „Gutes Sehen ist Privatsache.“ Stimmt so nicht. Laut Fahrerlaubnisverordnung ist jeder selbst verantwortlich, die eigene Fahrtauglichkeit regelmäßig zu prüfen. Wer schlecht sieht und einen Unfall verursacht, trägt Mitschuld.⇥pm
In vielen Fällen kommen mehrere Faktoren als Ursache einer Sehschwäche zusammen: genetische Veranlagung, Alter, Umwelt und persönliche Gewohnheiten. ⇥ab

Anzeige
-