Geschenkideen z. Muttertag Ehi: Die Zeiten ändern sich, die Liebe bleibt

Die Zeiten ändern sich, die Liebe bleibt.⇥⇥ Foto: Stephan/adobe.stock
©Stephan/adobe.stock.comSchon in der Antike gab es Frühlings- und Fruchtbarkeitsfeste zu Ehren von Göttinnen oder Muttergestalten. Der moderne Muttertag entstand aber erst im 20. Jahrhundert in den USA.
1865 rief die US-Amerikanerin Ann Maria Reeves Jarvis eine Mütterbewegung mit dem Namen Mothers‘ Friendships Day ins Leben. Wenige Jahre später gründete Julia Ward Howe eine Mütter-Friedenstag-Initiative mit dem Ziel, dass Söhne nicht mehr Kriegen zum Opfer fallen sollten. Die Tochter von Ann Maria Reeves Jarvis gilt als Schöpferin des heutigen Muttertags. Am 12. Mai 1907 veranstaltete sie ein Memorial Mothers Day Meeting in Grafton (West Virginia, USA) – der Tag fiel auf den Sonntag nach dem zweiten Todestag ihrer Mutter. Es handelt sich also eher um einen Mutter-Gedächtnis-Tag. 1909 wurde der Muttertag bereits in 45 Staaten der USA gefeiert.
Der Muttertag als ideologisches Instrument
1923 wurde der Muttertag erstmals in Deutschland offiziell beworben. Während der Zeit des Nationalsozialismus erhielt der Muttertag eine ideologisch aufgeladene Bedeutung. Das Regime verherrlichte die Mutterrolle als Kern der „Volksgemeinschaft“ und stellte Mütter als Gebärende und Erzieherinnen im Dienst der Nation dar. Aus Dankbarkeit wurde staatliche Propaganda: Muttersein sollte vor allem Pflichterfüllung und Opferbereitschaft bedeuten.
Der Ehrentag im Wandel der Zeit
Nach dem Krieg, 1945 blieb der Muttertag in beiden deutschen Staaten bestehen, bekam aber unterschiedliche Akzente. In der Bundesrepublik war er vor allem ein familiärer Ehrentag, oft verbunden mit traditionellen Rollenvorstellungen von der Mutter als Hausfrau. In der DDR dagegen stand offiziell die „berufstätige Frau“ stärker im Fokus.
Der Zeitenwandel der Frauenrolle zeigt sich besonders seit den 1960er- und 1970er-Jahren. Mit der zweiten Frauenbewegung geriet das traditionelle Mutterbild zunehmend in die Kritik. Frauen forderten mehr Selbstbestimmung, Bildungschancen, berufliche Gleichstellung und eine fairere Verteilung von Sorgearbeit. Heute ist der Muttertag die Gelegenheit, die verborgene Fürsorgearbeit der Mutter sichtbar zu machen, die den Alltag von Familien trägt. Gleichzeitig wird kritisiert, dass ein einzelner Feiertag die strukturelle Ungleichheit in der Verteilung von Erziehungs- und Hausarbeit nicht ersetzt.⇥ab

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