Tag der Pflege: Angehörige in gute Hände geben

Gute Betreuung ist mehr als professionelle Pflege. Auch Lebensqualität und Würde gehören dazu. ⇥⇥Foto: Africa Studio/adobe.stock
©Africa Studio/adobe.stock.comEinen geliebten Menschen zu pflegen gilt für die meisten Angehörigen als selbstverständlich. Doch stoßen die Betroffenen dabei oft an ihre physischen und psychischen Grenzen.
Professionelle Pflegedienste können im Alltag eine große Entlastung sein. Sie unterstützen Menschen, die wegen Alter, Krankheit oder Einschränkungen nicht mehr alle Aufgaben allein bewältigen können, und schaffen zugleich Sicherheit für Angehörige.
Wer Hilfe annimmt, gibt Verantwortung nicht ab, sondern sorgt dafür, dass die notwendige Versorgung verlässlich, fachgerecht und individuell organisiert wird. Gerade in belastenden Lebenssituationen kann das den entscheidenden Unterschied machen: Es bleibt mehr Kraft für die wichtigen Dinge, während medizinische und pflegerische Aufgaben in guten Händen liegen.
Fünf Pflegegrade legen die Bedürftigkeit fest
Pflegedienste übernehmen je nach Bedarf unterschiedliche Leistungen. Dazu gehört Hilfe bei der Körperpflege, beim An- und Auskleiden, bei der Medikamentengabe, bei Verbandswechseln oder bei der Mobilisation. Auch Unterstützung im Haushalt, bei der Ernährung oder bei der Tagesstruktur kann Teil der Versorgung sein. Für pflegende Angehörige bedeutet das spürbare Entlastung. Sie erhalten fachliche Unterstützung und können sicher sein, dass Warnzeichen für eine Verschlechterung früh erkannt werden. Professionelle Pflege trägt damit nicht nur zur Gesundheit bei, sondern auch zur Lebensqualität.
Pflegegrad 1 steht für geringe Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit. Pflegegrad 2 gilt bei erheblichen Beeinträchtigungen, Pflegegrad 3 bei schweren Beeinträchtigungen. Pflegegrad 4 bezeichnet schwerste Beeinträchtigungen mit besonderen Anforderungen an die Pflege, und Pflegegrad 5 steht für schwerste Beeinträchtigungen mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung. Je höher der Pflegegrad, desto umfangreicher sind in der Regel die Leistungen der Pflegeversicherung.
Festgestellt werden die Pflegegrade durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung, kurz MD, bei gesetzlich Versicherten. Bei privat Versicherten übernimmt diese Begutachtung der Medizinische Dienst von Medicproof.
Grundlage ist ein Antrag bei der Pflegekasse. Danach folgt meist ein Besuch oder eine Begutachtung, bei der geprüft wird, wie selbstständig die betroffene Person im Alltag ist. Bewertet werden unter anderem Mobilität, kognitive und kommunikative Fähigkeiten, Verhaltensweisen, Selbstversorgung, der Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen sowie die Gestaltung des Alltagslebens. Aus den Ergebnissen wird ein Punktwert ermittelt, der dem jeweiligen Pflegegrad zugeordnet wird.
Pflegebedürftigkeit ist kein persönliches Versagen. Sie ist oft Folge von Alter, Erkrankung oder eines Schicksalsschlags. Ein Antrag auf Unterstützung ist deshalb kein Zeichen von Schwäche, sondern von Weitsicht. Wer frühzeitig einen Pflegedienst einbindet, kann Krisen vorbeugen, Angehörige entlasten und den Verbleib in der eigenen Wohnung oft länger ermöglichen. Viele Menschen haben zunächst eine Hemmschwelle, Hilfe anzunehmen. Doch professionelle Pflege bedeutet nicht Fremdbestimmung, sondern Unterstützung mit Respekt, Erfahrung und Menschlichkeit. Ein erstes Beratungsgespräch kann Kosten klären und ob diese von der Pflegekasse übernommen werden und wie die Versorgung im Alltag aussehen kann.
Professionelle Pflege schafft also nicht nur eine wesentliche Entlastung, sondern auch Sicherheit, Würde und mehr Lebensqualität für alle Beteiligten.⇥ab

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