Hagelfeiertag Honhardt: Erinnerung lebendig halten

Die Hungersuppe am Hagelfeiertag in Honhardt hat Tradition. Sie wurde nach dem schweren Hagelunwetter aus den Resten der Ernte hergestellt. Die moderne Variante beinhaltet Gemüse und Rindfleisch. ⇥Foto: Archiv/Nele Herzog
Nele HerzogDer Hagelfeiertag in Honhardt ist eine lang gepflegte Tradition – und so wird auch in diesem Jahr wieder am Samstag, 25. Juli, im Garten des Gemeindehauses gefeiert. Los geht es um 10 Uhr mit einem Festgottesdienst. Festprediger ist der Landessynodale Dr. Markus Ehrmann. Der Kirchenchor und der Posaunenchor werden den Gottesdienst musikalisch begleiten.
Anschließend findet das Gemeindefest statt. Die Verantwortlichen der Evangelischen Kirchengemeinde Honhardt haben sich dafür wieder ein buntes Programm einfallen lassen. Die Wilhelm-Sandberger-Schule veranstaltet eine Tombola und an der Krankenpflegestation können die Gäste ab 14 Uhr ihren Blutdruck und ihren Blutzucker messen lassen. Auch für die Kleinsten ist einiges geboten: Die Kinderkirche lädt zwischen 13 und 14 Uhr zu verschiedenen Spielen ein. Zwischen 14 und
14.45 Uhr sind im Garten des Gemeindehauses Vorlese-
inseln aufgebaut, wo es spannende Geschichten zu entdecken gibt. An jeder Leseinsel können die Kids Stempel sammeln – wer seine Stempelkarte vollständig hat, darf sich ab 15 Uhr auf eine kleine Überraschung in der Bücherei freuen. Zu dieser Zeit lädt auch die Feuerwehr zu Fahrten mit dem Feuerwehrauto ein.
Für die musikalische Umrahmung des Festes sorgen die Rosenberger Stammtischmusikanten, die ab 17 Uhr aufspielen. Der Abendsegen im Gemeindehausgarten wird um 21 Uhr gesprochen, bevor gegen 22 Uhr das Fest ausklingt.
Hungersuppe und Gegrilltes
Auch kulinarisch ist einiges geboten. Zum Mittagessen gibt es die traditionelle Hungersuppe mit vielen Gemüsesorten und Rindfleischstückchen. Daneben stehen Leckeres vom Grill, Schnitzel, Pommes und verschiedene Salate auf der Speisekarte. Am Nachmittag lockt ein reichhaltiges Kuchenbuffet sowie Bauernhofeis. Ab 17.30 Uhr werden Schnittlauch- und Rettichbrote angeboten, bevor es am Abend erneut Gegrilltes, Pommes und Cocktails geben wird.
Der Hagelfeiertag in Honhardt wurde schon in vorreformatorischer Zeit, um das Jahr 1240, mit einem Bittgottesdienst begangen. Anlass dafür war ein Hagelunwetter, das den ganzen Landstrich zwischen Schwäbisch Hall und Dinkelsbühl verwüstete. Eine große Hungersnot war die Folge. Die Frauen waren zu damaliger Zeit gezwungen, aus dem kärglichen Rest der Ernte etwas Essbares für ihre Familien und sonstige Notleidende zuzubereiten – die Hungersuppe.
Im Jahr 1983 wurde durch Initiative der ehemaligen Pfarrer-Eheleute Zweigle erstmals nach dem Bittgottesdienst ein Gemeindefest begangen. Zwischenzeitlich ist dieses Fest nicht nur zu einem festen Bestandteil des Gemeindelebens geworden, sondern zieht Besucher aus nah und fern an. ⇥pm/es

Anzeige
-
Anzeige
-
Anzeige
-