Das Abenteuer beginnt auf einem Hinterhof in einem Industriegebiet im Norden Lissabons. Dort versteckt sich das Depot eines noch jungen Start-Ups, das europaweit ausgebaute Camping-Vans an Urlauber vermietet. Nach längerer Recherche hatten wir uns vor allem aus zwei Gründen für den Anbieter entschieden: Die guten Bewertungen und der günstigere Preis.

Nach einigem Verwaltungsaufwand geht es dann zu unserem Bus: Ein normaler Fiat-Lieferwagen mit knallbuntem Aufdruck. Innen ist alles vorhanden, was man so braucht: Zwei Betten im hinteren Teil des Vans, eine winzige Duschkabine mit Campingklo, eine kleine Küchenzeile mit Waschbecken und ein Tisch zum Essen. Vorne ein Fahrer- und ein Beifahrersitz, Radio und Klimaanlage. Passt. Nachdem alle Schäden am Van schriftlich bestätigt sind, geht es los. Im Großstadtverkehr von Lissabon muss man sich als Fahrer erst an die Größe des Autos gewöhnen. Nach einigen Stunden düsen wir dann aber über enge Straßen im Hinterland, als wären wir mit einem Kleinwagen unterwegs.

Höhepunkt: Abendessen am Meer mit Sonnenuntergang

Der Höhepunkt kommt dann am ersten Abend. Mit unserem Bus und dem Van eines Freundes stellen wir uns auf einen staubigen Parkplatz direkt am Meer, stellen einen Tisch und ein paar Stühle zwischen die Fahrzeuge und fertig ist das Esszimmer im Freien. Während wir so unsere Nudeln kochen, versinkt direkt hinter den Vans die Sonne im Atlantik.

Die folgenden Tage fahren wir die Westküste Portugals hinunter. Vorher haben wir uns einen groben Plan gemacht, wo wir abends am besten stehen können, vor Ort hilft dann auch eine App, in der Camper ihre Erfahrungen mit Stellplätzen teilen. Nicht immer halten wir uns an die Pläne, manchmal machen wir einfach dort Station, wo es uns gefällt.

So besuchen wir zum Beispiel das Cabo Sao Vincente, den südwestlichsten Zipfel des europäischen Kontinents, wo in einem Verkaufwagen ein paar geschäftstüchtige Deutsche die „letzte Bratwurst vor Amerika“ verkaufen.

Das Bett ist immer mit dabei

Hier macht sich der Vorteil des Wohnmobils besonders bemerkbar. Während Abends die Pauschaltouristen mit großen Bussen zurück in die Hotelbunker gefahren werden, können wir einfach stehen bleiben und die Landschaft genießen – das Bett haben wir ja immer dabei.

Probleme mit den Behörden bekommen wir in der Woche überhaupt keine – in Portugal ist Wild-Campen zwar nicht erlaubt, wenn man aber keinen Dreck hinterlässt und nicht mit zwölf anderen Fahrzeugen ein riesiges Camp bildet, dann lässt einen die Polizei gewähren.

Nach sieben Tagen und über 1000 gefahrenen Kilometern kommen wir dann wieder in Lissabon an und müssen uns von unserem Bus trennen. Es war der erste Wohnmobil-Urlaub für uns und wir stellen vor allem einen Vorteil fest: Mit dem Bett an Bord, sieht man viel mehr von einem Land.

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