Genau hinsehen
: Wie oft braucht man wirklich eine neue Brille?

AnzeigeDrei Jahre, fünf Jahre oder vielleicht noch länger: Wer seine Brille schon eine ganze Weile trägt, stellt sich irgendwann die Frage, ob sie allein aufgrund ihres Alters ausgetauscht werden sollte. Ein festes Verfallsdatum für Brillen gibt es allerdings nicht.
Von
NPG Digital
Baden-Württemberg
Eine Brille ist ein Alltagsgegenstand. Ein festes Verfallsdatum hat sie aber nicht.

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Während sich die Sehwerte bei manchen Menschen über Jahre kaum verändern, benötigen andere früher eine neue Korrektur. Gleichzeitig können Gläser und Fassung verschleißen, oder die Anforderungen an die Brille verändern sich, obwohl diese technisch noch einwandfrei funktioniert. Für die Entscheidung über einen Wechsel lohnt deshalb ein Blick auf drei Bereiche:

Lohnt sich eine neue Brille?

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Wie oft braucht man wirklich eine neue Brille?

Für eine neue Brille gibt es keinen festen Zeitabstand. Ein Wechsel kann sinnvoll sein, wenn sich die Sehstärke verändert hat, die bisherige Brille trotz korrekter Anpassung nicht mehr gutes Sehen ermöglicht oder Gläser und Fassung deutlich verschlissen beziehungsweise beschädigt sind.

Regelmäßige Sehtests helfen dabei, Veränderungen der Sehwerte zu erkennen. Beschwerden wie unscharfes Sehen oder häufige Probleme mit der bisherigen Brille sollten unabhängig vom Alter der Brille abgeklärt werden. Ob eine neue Brille notwendig oder sinnvoll ist, lässt sich dabei im Wesentlichen auf drei Wechselgründe zurückführen:

Ist eine neue Brille sinnvoll?

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Das bedeutet umgekehrt: Wer mit einer mehrere Jahre alten Brille weiterhin gut sieht, deren Gläser und Fassung in einem guten Zustand sind und deren Funktion zum eigenen Alltag passt, benötigt nicht allein aufgrund des Alters der Brille Ersatz.

Woran merkt man, dass die Sehstärke nicht mehr stimmt?

Veränderungen der Sehwerte können sich im Alltag schleichend bemerkbar machen. Ein Hinweis kann beispielsweise sein, dass Schrift oder weiter entfernte Gegenstände mit der bisherigen Brille zunehmend unscharf erscheinen.

Auch andere Veränderungen können auffallen:

  • Bestimmte Sehentfernungen bereiten plötzlich mehr Schwierigkeiten.
  • Die gewohnte Sehqualität wird mit der bisherigen Brille nicht mehr erreicht.
  • Die Brille wird häufiger abgesetzt, weil das Sehen damit unangenehm erscheint.
  • Tätigkeiten, die früher problemlos möglich waren, fallen beim Sehen zunehmend schwer.

Solche Beobachtungen bedeuten allerdings nicht automatisch, dass lediglich neue Brillengläser benötigt werden. Veränderungen des Sehens und Beschwerden können unterschiedliche Ursachen haben.

Insbesondere plötzlich auftretende Sehverschlechterungen oder andere auffällige Symptome sollten augenärztlich abgeklärt werden.

Der Berufsverband der Augenärztinnen und Augenärzte Deutschlands weist beispielsweise darauf hin, dass plötzliche Sehverschlechterungen, plötzliches Doppeltsehen, starke Augenschmerzen, Lichtblitze oder ein plötzlicher Sehverlust Anlass für eine umgehende augenärztliche Untersuchung sind.

Wie häufig sollte man seine Sehwerte überprüfen lassen?

Ein Sehtest ist zunächst eine Kontrolle und kein automatischer Anlass für eine neue Brille. Er zeigt, ob sich die Korrektionswerte verändert haben und die bisherige Brille noch zum aktuellen Sehvermögen passt. Der Optiker eyes + more empfiehlt allgemein, etwa alle zwei Jahre einen Sehtest durchführen zu lassen. Die kostenlosen Sehtests in den Filialen gehören zum Serviceangebot des Anbieters.

Wer den Eindruck hat, dass sich sein Sehvermögen verändert hat, sollte die Werte unabhängig von diesem Zeitraum früher überprüfen lassen. Ergibt die Kontrolle stabile Werte und unterstützt die vorhandene Brille weiterhin gut, besteht allein aufgrund des Kontrolltermins kein Grund für einen Neukauf. Ganz anders zu gewichten sind augenärztliche Untersuchungen. Sie dienen nicht nur der Bestimmung einer möglichen Brillenstärke, sondern können auch die Gesundheit der Augen und weitere Sehfunktionen überprüfen.

Welche Kontrollen medizinisch sinnvoll sind, hängt unter anderem von Alter, Beschwerden und individuellen Risikofaktoren ab.

Wann sind zerkratzte Brillengläser ein Grund für eine neue Brille?

Nicht nur die Augen können sich verändern. Auch eine täglich getragene Brille bleibt über Jahre selten vollkommen frei von Gebrauchsspuren. Kleine oberflächliche Spuren bedeuten nicht zwangsläufig, dass sofort neue Gläser benötigt werden. Anders kann es aussehen, wenn stärkere Kratzer im relevanten Sehbereich liegen und beim Sehen tatsächlich stören.

Ein einfacher Alltagscheck hilft bei der Einschätzung:

Sind die Beschädigungen nur sichtbar, wenn man die Brille genau betrachtet, oder beeinträchtigen sie die Sicht beim Tragen?

Stören Kratzer oder andere Beschädigungen die Sehqualität, sollte geprüft werden, ob ein Austausch der Gläser beziehungsweise eine neue Brille sinnvoll ist. Eigenständiges Polieren ist dagegen keine gute Lösung: Dabei können Oberflächen und Beschichtungen der Gläser zusätzlich beschädigt werden.

Wann sollte eine alte Brillenfassung ersetzt werden?

Eine rutschende oder leicht schiefe Brille muss ebenfalls nicht automatisch ausgetauscht werden. Fassungen können sich beim täglichen Tragen verstellen und lassen sich häufig wieder professionell anpassen. Für einen Austausch können dagegen stärkere Verschleißerscheinungen sprechen. Das ist beispielsweise der Fall, wenn:

  • die Fassung auch nach einer Anpassung nicht mehr zuverlässig sitzt,
  • Scharniere oder andere Bauteile beschädigt sind,
  • das Material deutlich verschlissen ist,
  • die Brille nicht mehr sinnvoll justiert werden kann oder
  • eine Reparatur technisch nicht mehr möglich beziehungsweise im Verhältnis zu einem Ersatz wenig sinnvoll ist.

Bevor eine grundsätzlich noch brauchbare Brille ersetzt wird, lohnt deshalb zunächst die Frage, ob Anpassung oder Reparatur das Problem lösen können.

Reparieren oder ersetzen: Wann braucht man wirklich eine neue Brille?

Gerade aus einer nachhaltigen Perspektive muss nicht jeder Defekt unmittelbar einen Neukauf bedeuten. Ist die Sehstärke noch passend und sind Gläser und Fassung grundsätzlich intakt, kann ein professioneller Brillenservice die Nutzungsdauer verlängern. Der Anbieter eyes + more hat deshalb in seinen Filialen einen kostenlosen Brillenservice in den Kundenservice integriert. Dort kann unter anderem der richtige Sitz überprüft, die Brille angepasst und professionell gereinigt werden. Kleinere Probleme lassen sich auf diese Weise möglicherweise beheben, ohne dass eine komplett neue Brille notwendig wird.

Kann eine neue Brille sinnvoll sein, obwohl die alte noch funktioniert?

Nicht jede neue Brille muss eine alte ersetzen. Manchmal verändern sich weder Augen noch Brille, sondern schlicht der Alltag. Wer beispielsweise deutlich mehr Zeit am Bildschirm verbringt als früher, kann andere Anforderungen an typische Sehentfernungen haben. Auch ein neuer Beruf, veränderte Freizeitaktivitäten oder der erstmalige Bedarf an mehreren Sehentfernungen können Anlass sein, die bisherige Brillenlösung überprüfen zu lassen.

Hinzu kommen praktische Gründe. Eine Sonnenbrille mit Sehstärke kann für Menschen sinnvoll sein, die auch bei Sonnenschein auf ihre Korrektur angewiesen sind. Andere möchten für Arbeit, Sport oder Reisen eine Zweit- beziehungsweise Ersatzbrille besitzen. Die alte Brille kann in solchen Fällen weiterhin vollkommen brauchbar sein. Die zusätzliche Brille erfüllt lediglich eine andere Aufgabe.

Was verändert sich bei Gleitsichtbrillen?

Mit zunehmendem Alter lässt die Fähigkeit des Auges nach, sich auf nahe Gegenstände einzustellen. Diese sogenannte Alterssichtigkeit macht sich häufig zunächst dadurch bemerkbar, dass beispielsweise Texte zum Lesen weiter weggehalten werden müssen. Wer bereits eine Fehlsichtigkeit für die Ferne korrigiert und zusätzlich Unterstützung beim Nahsehen benötigt, kann verschiedene Korrekturmöglichkeiten nutzen. Gleitsichtgläser verbinden unterschiedliche Korrektionsbereiche in einem Glas und ermöglichen dadurch Sehen von der Nähe bis in die Ferne.

Ob ein Wechsel auf eine Gleitsichtbrille sinnvoll ist, entscheidet nicht das Alter der bisherigen Brille. Maßgeblich ist, ob sich der Sehbedarf verändert hat. Der Berufsverband der Augenärztinnen und Augenärzte empfiehlt zur Ermittlung einer geeigneten Korrektur einen Sehtest und eine Überprüfung der Augen.

Auch nach dem Wechsel auf eine Gleitsichtbrille gibt es kein festes Austauschintervall. Entscheidend bleibt, ob die aktuellen Werte stimmen, die Brille korrekt sitzt und das Sehen im Alltag zuverlässig funktioniert.

Fünf Fragen: Brauche ich eine neue Brille?

Ein kurzer Selbstcheck kann helfen, den Zustand der bisherigen Brille und den eigenen Sehbedarf einzuordnen:

  • Sehe ich mit meiner bisherigen Brille noch zuverlässig scharf?
  • Haben sich meine Sehwerte verändert?
  • Stören Kratzer oder andere Beschädigungen beim Sehen?
  • Sitzt die Brille auch nach einer professionellen Anpassung nicht mehr richtig?
  • Haben sich meine Anforderungen an die Brille verändert?

Je häufiger eine dieser Fragen mit Ja beantwortet wird, desto sinnvoller ist es, Sehwerte beziehungsweise Brille fachlich überprüfen zu lassen. Daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass in jedem Fall eine neue Brille benötigt wird.

Entscheidend ist nicht das Alter der Brille

Eine Brille muss nicht ausgetauscht werden, nur weil sie drei, vier oder fünf Jahre alt ist. Entscheidend ist, ob sie noch zum aktuellen Sehbedarf passt, gutes Sehen ermöglicht und technisch in einem akzeptablen Zustand ist. Regelmäßige Kontrollen der Sehwerte und ein professioneller Brillenservice helfen dabei, Veränderungen rechtzeitig zu erkennen und zwischen notwendigem Austausch und einer einfachen Anpassung zu unterscheiden.

So bestimmt am Ende nicht der Kalender den richtigen Zeitpunkt für eine neue Brille, sondern Sehvermögen, Zustand und Alltagstauglichkeit.