Unter einem klassischen Hochbeet versteht man einen großen Pflanzbehälter, der mit verschiedenen Schichten organischen Materials gefüllt ist und direkt auf dem Boden steht. Meist wird Gemüse angebaut, aber auch Kräuter, Blumen oder Erdbeeren fühlen sich im Hochbeet wohl.
Die Vorteile des Hochbeetes sind überzeugend: Es hat eine bequeme Arbeitshöhe und kann als Minigarten überall stehen. Es erwärmt sich von außen schneller, und durch die spezielle Schichtung entstehen im Inneren Wärme und Nährstoffe. Das bewirkt, dass ein Hochbeet früher im Jahr bepflanzt werden kann und die ganze Saison reiche Erträge bringt. Außerdem gibt es mit Schnecken und Unkraut in der Höhe weit weniger Probleme als auf einem ebenerdigen Beet. Viele Gründe sprechen also für ein Hochbeet, jedoch gibt es auch ein paar Nachteile: Die Erde trocknet schneller aus, es muss mehr bewässert werden. Das Platzangebot ist begrenzt, und nicht alle Gemüsearten sind im Hochbeet gut aufgehoben. Und letztendlich ist etwa alle vier bis fünf Jahre die komplette Erneuerung der Beetfüllung fällig, was eine ordentliche Portion Arbeit bedeutet.
Die beste Zeit, ein neues Hochbeet anzulegen, ist der Herbst oder das zeitige Frühjahr.

Abmessungen: Tiefe, Länge und Arbeitshöhe des Hochbeets

Zunächst wird die Grundfläche anhand des zur Verfügung stehenden Platzes festgelegt. Übliche Maße sind eine Tiefe zwischen 80 und 120 Zentimetern und eine variable Länge zwischen 120 und 200 Zentimetern. Eine Arbeitshöhe von 75 bis 85 Zentimetern ist empfehlenswert.
Wer das Hochbeet selber baut, hat freie Wahl bei den Abmessungen. Der Gartenfachhandel bietet aber auch fertige Bausätze von Mini bis Maxi an. Die meisten Hochbeete bestehen aus Holz, was als Baumaterial am natürlichsten wirkt. Lange haltbar sind Lärchen-, Eichen- oder Douglasienbretter, während das günstigere Fichten- oder Tannenholz ohne Imprägnierung schon nach einigen Jahren verrottet. Die Innenwände des Beetes werden zum Schutz vor Feuchtigkeit mit schwarzer Hochbeet-Noppenfolie oder Teichfolie ausgekleidet. Wer‘s mag, kann sich auch ein unverrottbares Hochbeet aus Metall oder recycelten Kunststoff-Elementen kaufen.

Wie lege ich ein Hochbeet an? Wie fülle ich ein Hochbeet?

Bevor es ans Aufbauen geht, wird auf Naturboden die gesamte Grundfläche zum Schutz vor Mäusen mit feinem Drahtgeflecht ausgelegt. Dann folgt die wichtigste Disziplin, die Hochbeet-Schichtung. Zuunterst kommen etwa 30 Zentimeter hoch kleinere Äste, Sträucherschnitt oder Holzhäcksel. Dann folgt die zweite Schicht aus umgedrehten Rasensoden, Laub oder Rasenschnitt (ca. 15 Zentimeter), Schicht drei aus halbreifem Kompost und eventuell halb verrottetem Mist und schließlich die oberste Schicht mit 30 Zentimetern lockerer Gartenerde und reifem Kompost.
Die natürlichen Zersetzungsprozesse des Materials erzeugen zum einen Wärme und zum anderen Nährstoffe, was die Pflanzen besonders üppig und rasch wachsen lässt. In dem Maß, wie sich die Füllung mit der Zeit zersetzt, sackt auch die oberste Erdschicht ab. Zudem können sich in der Grobschicht Hohlräume bilden, durch die Erde wegrieselt. Es muss also jährlich wieder neue Erde nachgefüllt und das Beet nach etwa fünf Jahren komplett ausgeschaufelt und neu aufgeschichtet werden.

Salate, Rucola, Karotten und Kohlrabi im Hochbeet anpflanzen

Für die Bepflanzung des Hochbeets sind alle raschwüchsigen und platzsparenden Gemüsearten ideal. Mit verschiedenen Salaten, Radieschen, Spinat, Kohlrabi, Rucola, Karotten und Kräutern wie Schnittlauch, Petersilie und Dill kann ein kleines Küchengärtchen entstehen. Sehr ausladende Arten wie Kürbis, Zucchini oder Kohl beanspruchen dagegen viel des kostbaren Platzes. Hochwachsenden Stangenbohnen behagt die exponierte Lage im Hochbeet nicht so sehr. Buschbohnen und Erbsen dagegen gedeihen in der Regel sehr gut. Weil der knappe Raum viel Ertrag liefern soll, wird im Hochbeet meist enger gepflanzt und entstandene Lücken wieder schnell eingesät oder bepflanzt.
Mischkulturen wie Karotten mit Zwiebeln, Bohnen mit Bohnenkraut oder Salat mit Radieschen sorgen auch im Hochbeet für ein gesundes Miteinander und nutzen den Platz gut aus. Für Farbtupfer kann Kapuzinerkresse sorgen, die ihre blühenden Triebe dekorativ über den Rand des Hochbeetes baumeln lässt.

Auf die richtige Fruchtfolge achten

Um vorhandene Nährstoffe optimal zu nutzen, ist die richtige Fruchtfolge auch im Hochbeet von Vorteil. Im ersten Jahr gibt‘s sehr viele Nährstoffe – gut für Buschtomaten, Lauch oder Paprika. Ab dem zweiten Jahr fühlen sich Mittelzehrer wie Kohlrabi oder Karotten wohl. Salate, Spinat und einjährige Kräuter kommen in der folgenden Zeit mit wenig Nährstoffen zurecht.