Schmucklilien umtopfen: Die richtige Pflege für die Agapanthus im Herbst und Winter

Schmucklilien zieren im Topf wie im Beet. Die Sorte „Midnight Star“ besticht mit Blüten in dunklem Violettblau.⇥
apKein Wunder, dass die Schmucklilien schon seit Jahrhunderten zu den beliebtesten Kübelpflanzen zählen, denn sie erweisen sich als robust, in der meisten Zeit des Jahres als genügsam, und sie können recht alt werden. Im Hochsommer schätzt man die rundlichen blauen, lilafarbenen, rosa oder weißen Blütenstände. Die zehn bekannten Agapanthus-Arten stammen alle aus Südafrika. So wie sie es von ihren Heimatstandorten her gewöhnt sind, wollen Schmucklilien einen warmen, hellen Standort. Sie blühen am schönsten in der vollen Sonne, entwickeln sich aber auch im Halbschatten gut.
Während der Wachstumszeit wollen Schmucklilien viel Wasser, vor allem in den Frühjahrsmonaten. Im Winter dagegen legen sie eine Ruhepause ein und sollten nahezu trocken stehen. Schmucklilien blühen nicht in einem zu großen Topf und auch nach dem Teilen oder Umtopfen vergeht meist ein Jahr, bis sich erneut der Blütenschmuck zeigt.
Schmucklilien: Immergrüne und sommergrüne Arten
Bei den Schmucklilien unterscheidet man zwischen immergrünen und sommergrünen Arten. Wie es die Bezeichnung besagt, behalten immergrüne Pflanzen im Winter ihre Blätter, während sommergrüne Gewächse ihr Laub im Herbst einziehen, sodass es ganz abstirbt und man den gelben, schlaffen Wuchs irgendwann einfach abziehen kann. Der Wurzelstock treibt aber im Frühjahr wieder frisch aus. Sommergrüne Pflanzen können den Winter an einem dunklen Ort verbringen, während grünes Blatt auch im Winter Licht benötigt.
Von April bis Juni bilden die Pflanzen erst einmal die Büschel aus langen, riemenförmigen Blättern aus. Je nach Abstammung der Sorte erreichen die Blätter eine Länge zwischen 20 Zentimetern und einem Meter. Im Juli und August bilden sich dann die zunächst spitzen, flammenförmigen Blütenstandsknospen, aus denen sich die kugeligen Blütenstände mit ihrer Vielzahl an Einzelblüten öffnen.
Unerlässlich für die Blütenbildung ist eine gute Wasserversorgung im Mai und Juni. Kalireicher Blühdünger regt die Blütenanlage zusätzlich an. Schneidet man verwelkte Blütenstände aus, kommen weitere nach. Das Ausschneiden abgeblühter Stände unterbindet die Samenbildung, was die Pflanzen schwächen würde. Zur Pflege gehört auch, dass man gelb gewordene Blätter entfernt − man zieht sie einfach ab.
Ein windgeschützter Platz ist Pflicht
Ab dem Hochsommer lässt der Wasserbedarf der Schmucklilien deutlich nach. Zur Urlaubszeit kann man sie getrost sich selber überlassen, denn sie überstehen notfalls auch zwei Wochen ohne Wassergaben. Während der Wintermonate müssen Schmucklilien kühl stehen, bei Temperaturen unter zehn Grad Celsius. Ist es am Überwinterungsplatz zu warm, werden die Pflanzen im nächsten Jahr nur faul oder gar nicht blühen.

Die elegante Schmucklilie (Agapanthus), in voller Blüte. Sie sind robust, selbst leichter Frost kann sie nicht abschrecken.
CMA/SWPWeil sie geringen Frost ohne Probleme vertragen, holt man sie besser erst im November oder Dezember ins Haus. Ins Freie stellt man sie wieder im April, oder bereits im März, sofern es im Überwinterungsquartier an Platz mangelt.
Wann sollte man Schmucklilien umtopfen?
Schmucklilien blühen zwar nur, wenn es im Pflanzgefäß eng zugeht, aber wenn sich die Sprossachsen über den Topfrand schieben, wird es Zeit zum Umtopfen. Das neue Gefäß sollte nur wenig größer sein als das alte. Man verwendet normale torffreie Kübelpflanzerde, der man zu einem Zehntel Anteil noch Grobsand und etwas Blähton untermischt, damit Wasser immer gut ablaufen kann. Das Einfüllen von Erde zwischen das dicht verwobene Wurzelwerk bedeutet eine Geduldsarbeit. Mit einem Stock oder stumpfen Stäbchen kann man das Substrat ganz gut einbringen.
Ist das Pflanzgefäß schon so voll und schwer, dass man es kaum mehr heben kann, dann wird es Zeit, die Pflanze zu teilen. Dafür muss man die Wurzeln vorsichtig auseinanderziehen, notfalls schneidet man Tochterpflanzen mit der Schere frei. Beim Aufstellen der Pflanzen achtet man nicht nur auf einen möglichst sonnigen, sondern auch windgeschützten Platz, damit später die Schäfte mit ihren großen Blütenkugeln nicht abknicken.
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Sie gedeihen auch gut im Garten
Wir kennen die Schmucklilien zwar in erster Linie als Kübelpflanzen, doch kann man sie durchaus auch in den Garten auspflanzen. Voraussetzung dafür ist ein Platz, an dem im Winter der Niederschlag gut abläuft. Das kann zum Beispiel eine Mauerkrone sein, deren Pflanzfläche mit Schotter und Splitt unterfüttert ist. Auch unter Baumkronen herrscht Trockenheit. Dort können Schmucklilien gedeihen, sofern man sie im Frühjahr gießt und die Pflanzen für einige Stunden pro Tag Sonnenlicht erhalten. Für die Kultur im Freiland verwendet man sommergrüne Auslesen. Damit der Frost nicht bis zum Wurzelballen eindringt, deckt man die Pflanzen mit einer dicken Laubschicht, beschwert mit Nadelbaumzweigen, ab.


