Wehrdienst in Deutschland
: Mehrheit steht hinter verpflichtender Musterung

Die Mehrheit der Deutschen befürwortet die Rückkehr zur verpflichtenden Musterung junger Männer. Doch die Bereitschaft, sich freiwillig zum Wehrdienst zu melden, bleibt weiterhin gering.
Von
dpa, afp
Berlin
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Ab 2026 sollen junge Männer wieder verpflichtend zur Munsterung.

Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Eine Mehrheit der Bundesbürger steht hinter der geplanten verpflichtenden Musterung junger Männer ab dem Geburtsjahrgang 2008. Laut einer aktuellen Insa-Umfrage für die „Bild am Sonntag“ halten 58 Prozent der Befragten die Einführung einer flächendeckenden Musterung für richtig, 29 Prozent lehnen sie ab. 13 Prozent machten keine Angabe.

Der Wehrdienst selbst soll nach den Plänen der Bundesregierung freiwillig bleiben. Doch an einen Erfolg dieses Modells glauben viele nicht: 57 Prozent der Befragten erwarten nicht, dass sich künftig ausreichend Freiwillige melden werden, um die Personalziele der Bundeswehr zu erreichen. Nur 25 Prozent rechnen damit, dass das gelingt, 18 Prozent äußerten sich unentschieden.

Auch die persönliche Bereitschaft zum Wehrdienst bleibt gering. Nur 31 Prozent der Deutschen würden sich demnach freiwillig melden, während 55 Prozent dies ausschließen. 14 Prozent machten keine Angabe.

Für die Umfrage hat das Meinungsforschungsinstitut Insa im Zeitraum vom 13. bis 14. November 1003 Personen befragt.

Bundesregierung einigt sich auf Pflicht-Musterung

Union und SPD hatten sich am Mittwoch nach langem Streit auf ein gemeinsames Modell für den neuen Wehrdienst geeinigt. Vorgesehen ist eine Pflicht-Musterung für alle jungen Männer ab Jahrgang 2008. Der Wehrdienst selbst soll aber freiwillig sein.

Falls die angestrebte Truppenstärke verfehlt wird, soll eine „Bedarfswehrpflicht“ greifen. Über diese müsste der Bundestag erneut abstimmen.