Ortschaft At-Tuwani
: Israelische Siedler legen Feuer an Moschee im Westjordanland

Israelische Siedler haben im besetzten Westjordanland eine Moschee in Brand gesetzt. An den Wänden des Gebäudes wurden zudem hebräische Schmierereien entdeckt.
Von
red/afp
At Tuwani
Settlers Set Fire to Mosque in Jaljulia Village North of Ramallah: Settlers Set Fire to Mosque in Jaljulia Village North of Ramallah RAMALLAH, WEST BANK JUNE 2026: Settlers set fire to a mosque in the village of Jaljulia overnight, causing significant damage to the building. Local residents and emergency teams responded to the scene and worked to contain the fire, while investigations are ongoing. RAMALLAH PS Copyright: x xALIxShtayehx/xJNAxPressx

Nach einem Brandanschlag auf eine Moschee im Westjordanland durch gewalttätige Siedler wurden an dem Gebäude hebräische Schmierereien entdeckt.

IMAGO/ALI Shtayeh
  • Israelische Siedler setzten in At-Tuwani im Westjordanland eine Moschee in Brand.
  • An Wänden fanden sich hebräische Schriftzüge und ein Davidstern – der Eingang war verrußt.
  • Laut Dorfvorsteher griffen rund 20 teils maskierte Siedler an und zündeten weitere Gebäude an.
  • Bewohner löschten die Brände. Polizei entsandte Kräfte und leitete eine Untersuchung ein.
  • Ein Aktivist sagt, der Angriff geschah nahe eines Armee-Wachturms. Gewalt im Gebiet nimmt zu.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Israelische Siedler haben in der Nacht zum Sonntag an einer Moschee im besetzten Westjordanland Feuer gelegt. Wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete, war der Eingang des Gebäudes in der Ortschaft At-Tuwani schwarz vom Ruß der Flammen. An den Außenwänden waren hebräische Schriftzüge und ein Davidstern zu sehen.

Den Brand gelegt habe eine Gruppe aus rund 20 Siedlern, erklärte der Dorfvorsteher Mohammed Rabie. Einige von ihnen seien maskiert gewesen. Demnach legten sie an zwei weiteren Häusern und einer Molkerei Feuer. Als die Besitzer aus den Gebäuden gekommen seien, seien die Siedler geflohen. Den Dorfbewohnern gelang es demnach selbst, die Brände zu löschen.

Die israelische Polizei teilte mit, sie habe nach Berichten über anhaltende Gewalt Einsatzkräfte in das Dorf entsandt. Darüber hinaus sei eine „Untersuchung der Umstände des Vorfalls“ eingeleitet worden. Rabie bestätigte, dass Vertreter der israelischen Armee, der Polizei und der Feuerwehr den Tatort inspiziert hätten.

Aktivist: Siedlerangriff vor den Augen der Armee

Der palästinensische Aktivist Ossama Mahamra berichtete indes, der Angriff der Siedler habe sich vor den Augen israelischer Soldaten ereignet – schließlich habe sich in nächster Nähe ein Wachturm der israelischen Armee befunden.

Seit dem Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und im Zuge des dadurch ausgelösten Kriegs im Gazastreifen hat auch im Westjordanland die Gewalt deutlich zugenommen.

Seitdem wurden in dem Palästinensergebiet nach einer AFP-Zählung auf Grundlage von Daten des palästinensischen Gesundheitsministeriums mindestens 1088 Palästinenser durch israelische Soldaten oder Siedler getötet. Im selben Zeitraum wurden in dem Gebiet nach israelischen Angaben mindestens 46 Israelis getötet.

Das UN-Büro für humanitäre Angelegenheiten (Ocha) hatte unlängst erklärt, die Zahl der Gewalttaten israelischer Siedler gegen Palästinenser im Westjordanland habe ein „beispielloses Ausmaß“ erreicht. Demnach kommt es im Durchschnitt zu sechs Angriffen pro Tag. Erst am Samstag war ein 17 Jahre alter Nachwuchsfußballer nach palästinensischen Angaben seinen Verletzungen erlegen, die ihm ein israelischer Siedler eine Woche zuvor zugefügt hatte.