Streik Öffentlicher Nachverkehr
: Verdi ruft zu Warnstreiks im Öffentlichen Nahverkehr auf - Das droht Pendlern

Pendler müssen am kommenden Dienstag mit Behinderungen im ÖPNV rechnen. Die Gewerkschaft Verdi hat bundesweit zu Warnstreiks aufgerufen.
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Esther Lehnardt mit DPA
Berlin
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Pendler müssen sich am kommenden Dienstag bundesweit auf Warnstreiks im Öffentlichen Nahverkehr einstellen. Foto: Martin Gerten/dpa

Martin Gerten

Ausgefallene Straßenbahnen und verspätetet Busse: Pendler müssen am kommenden Dienstag mit Behinderungen im Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) rechnen. Denn die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat bundesweit zu Warnstreiks im ÖPNV ausgerufen.

Streik im ÖPNV: Verdi bestreikt Nahverkehr

Die Gewerkschaft Verdi hat für diesen Tag zu Arbeitsniederlegungen, um einen bundesweiten Tarifvertrag für rund 87.000 Beschäftigte im ÖPNV durchzusetzen, wie sie am Freitag mitteilte. Die Arbeitgeber stünden demnach einer solchen einheitlichen Regelung bislang ablehnend gegenüber.

Derzeit laufen in allen 16 Bundesländern die Verhandlungen über die jeweiligen Tarifverträge im ÖPNV. Zwar gehört dieser zum öffentlichen Dienst, doch mit den dort derzeit ebenfalls laufenden Tarifverhandlungen haben die Forderungen der Gewerkschaft nichts zu tun. Es handelt sich beim ÖPNV um Spartentarifverträge. Weil diese sich aus Sicht der Gewerkschaft im Laufe der Jahre in den einzelnen Ländern auseinanderentwickelt haben, möchte Verdi sie nun durch eine bundesweite Regelung ergänzen.

Warnstreik am Dienstag: Verdi kündigt massive Beeinträchtigungen im Nahverkehr an

„Mit unseren Forderungen haben wir Vorschläge geliefert, wie sich die drängenden Fragen von Entlastung und Nachwuchsförderung lösen lassen“, teilte die stellvertretende Verdi-Bundesvorsitzende, Christine Behle, mit. „Dass die Arbeitgeber nicht einmal zu einer Verhandlung bereit sind, verhöhnt die Beschäftigten und torpediert jede Bemühung, eine Verkehrswende zu erreichen.“

Daher werde es am kommenden Dienstag bundesweit zu Arbeitsniederlegungen kommen. Es sei bundesweit mit massiven Beeinträchtigungen im Nahverkehr zu rechnen.

Streik im ÖPNV: Das fordert Verdi

Ver.di möchte mit dem bundesweiten Warnstreik seine Forderungen mit dem Tarifkonflikt durchsetzen. Das fordert die Gewerkschaft:

Regelungen zur Nachwuchsförderung und zur Entlastung der Beschäftigten.

In dem bundesweiten Rahmentarifvertrag soll zudem die Ungleichbehandlung in den Bundesländern beendet werden.

Konkret geht es dabei um zentrale Regelungen wie 30 Urlaubstage oder Sonderzahlungen.

Mit einer Forderung für Auszubildende sollen Anreize zum Einstieg in den Beruf und zur Nachwuchsförderung geschaffen werden.

Streik in Kindergärten: Verdi verhandelt über Tarifverträge im Öffentlichen Dienst

Während der ÖPNV separat um eine Einigung ringt, verhandeln Gewerkschaft und Arbeitgeber derzeit auch im Öffentlichen Dienst. Verdi fordert für die bundesweit 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten von Bund und Kommunen 4,8 Prozent mehr Geld, mindestens aber 150 Euro, bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Am vergangenen Wochenende war die zweite Verhandlungsrunde ohne Ergebnis geblieben. Die dritte Verhandlungsrunde ist für den 22. und 23. Oktober angesetzt.