USA greifen Venezuela an
: Maduro verhaftet, Venezuelas Zukunft ungewiss

Der linksextreme Machthaber wurde während einer US-Spezialoperation verhaftet und außer Landes gebracht. Wie es nun in dem südamerikanischen Land weitergeht, ist unklar.
Von
Tobias Käufer
Caracas
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US-Angriffe auf Venezuela

US-Angriffe auf Venezuela

Matias Delacroix/AP/dpa
  • USA verhaften Venezuelas Präsident Maduro in einer Spezialoperation – Zukunft des Landes ungewiss.
  • Vorwürfe: Drogenhandel und Menschenrechtsverletzungen – Ermittlungen laufen.
  • US-Präsident Trump lobt die Operation, weitere Militärschläge sind aktuell nicht geplant.
  • Venezuela ohne Führung – mögliche Nachfolgerin ist Friedensnobelpreisträgerin Maria Corina Machado.
  • Internationale Reaktionen gespalten: Kolumbiens Petro unterstützt Maduro, Argentiniens Milei begrüßt Festnahme.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

In der dunklen Nacht von Caracas heulten die ersten Sirenen auf, dann folgte ein Einsatz der US-Luftwaffe. Nach und nach wurde die Tragweite der Operation des amerikanischen Militärs in Venezuela deutlich. Schließlich verkündete US-Präsident Donald Trump: „Die Vereinigten Staaten von Amerika haben erfolgreich einen großangelegten Angriff auf Venezuela und dessen Staatschef Nicolás Maduro durchgeführt, der zusammen mit seiner Frau festgenommen und außer Landes gebracht wurde.“

Maduro soll nun vor ein US-Gericht gestellt werden. Vorwurf: Er ist der Kopf des Drogenkartells „Soles“, das Drogen in die USA geschmuggelt haben soll. Die US-amerikanische Drogenfahndung DEA muss das jetzt beweisen. Anders als die Vorwürfe des Drogenhandels sind die schweren Menschenrechtsverletzungen des linksextremen Maduro-Regimes in unzähligen Berichten eindeutig dokumentiert. Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag hatte deshalb schon Ermittlungen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit aufgenommen, musste sein Büro in Caracas aber jüngst schließen.

Menschenrechtsorganisationen prangern Folter, Mord und Repressionen an

UN-Berichterstatter hatten erst vor wenigen Tagen nochmals über außergerichtliche Hinrichtungen des venezolanischen Militärs berichtet. Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch oder Amnesty hatten Folter, Mord und brutale Repression gegen die venezolanische Opposition belegt. Wegen der Gewalt der Sicherheitskräfte waren in den letzten zehn Jahren mehr als acht Millionen Menschen aus Venezuela geflohen, das entspricht einem Viertel der Bevölkerung.

Zudem fehlt Maduro die internationale Anerkennung seines selbst erklärten umstrittenen Wahlsieges aus dem Juli 2024. Unabhängige Wahlbeobachter hatten erhebliche Zweifel daran geäußert. Die Opposition konnte nach eigenen Angaben belegen, dass Oppositionskandidat Edmundo Gonzalez die Wahlen gewann. Das Maduro-Regime weigerte sich bis heute, die Wahlakten unabhängigen Untersuchungskommissionen zugänglich zu machen.

Keine weiteren Militärschläge mehr geplant

Wie es nun in dem krisengeschüttelten Land weitergeht, ist unklar. Aus dem Umfeld von US-Außenminister Marco Rubio hieß es, dass erst einmal keine weiteren Militärschläge mehr geplant seien, da das Hauptziel der Operation gefasst worden sei.

Venezuela ist damit erst einmal führungslos. Vizepräsidentin Delcy Rodriguez forderte von den USA einen Beweis dafür, dass Maduro noch lebe. US-Präsident Trump nannte die Operation, die zur Verhaftung Maduros führte, „brillant“. Offenbar diente der vorangegangene Militärschlag dazu, die Aktion aus der Luft abzusichern. Dass die Amerikaner praktisch ungestört und ohne Gegenwehr in den venezolanischen Luftraum eindringen und zum Aufenthaltsort Maduros vordringen konnten, deutet darauf hin, dass die US-Militärs Helfer im venezolanischen Verteidigungsministerium und im unmittelbaren Umfeld Maduros gehabt haben müssen. Der wird auch von Experten des kubanischen Geheimdienstes geschützt.

Die Lecks in Venezuelas Machtapparat stärken die Theorie, dass die Amerikaner hinter dem Rücken Maduros mit dessen engstem Zirkel verhandelt haben könnten. Trump hatte Maduro in der Vergangenheit mehrfach aufgefordert, von seinem Amt zurückzutreten. Es könne sich aussuchen, ob es auf die nette oder die harte Tour geschehe, hatte Trump Maduro zum Aufgeben aufgefordert.

Ob damit das linksextreme Regime tatsächlich entmachtet ist, bleibt abzuwarten. Die Situation in dem südamerikanischen Land bleibt unberechenbar. Venezuela ist Rückzugsgebiet der kampferprobten kolumbianischen Guerillabanden, die den Sozialisten ihre Loyalität versichert haben. Zudem verfügt der Machtapparat über paramilitärische Banden, die in der Vergangenheit Aufstände niedergeprügelt und niedergeschossen haben. Diese Banden als auch die mit Maduro eng verbandelten Militärs haben bei einem Machtwechsel viel zu verlieren.

Wer wird Nachfolger Maduros?

Friedensnobelpreisträgerin Maria Corina Machado, die in den letzten Wochen stets betonte, dass Maduros Tage an der Macht gezählt seien, würde laut Umfragen Neuwahlen klar und deutlich gewinnen. Sie selbst forderte am Samstag allerdings die Einsetzung des Oppositionspolitikers Edmundo González Urrutia als Maduros Nachfolger. Er habe die Präsidentenwahl vor eineinhalb Jahren gewonnen und sollte sein verfassungsmäßiges Amt nun unverzüglich antreten, heißt es in einer auf sozialen Medien veröffentlichten Mitteilung Machados.

Machado stellte sich in den vergangenen Wochen hinter die US-Militäroperation, die mit dem Abschuss von Drogenbooten in der Karibik begann. In Oslo antwortete sie auf die Frage, ob sie eine US-Invasion befürworte: „Es gibt bereits eine Invasion in Venezuela. Es sind russische Militärberater da, kolumbianische Guerillabanden, die Hamas, die Hisbollah nutzen Venezuela als Drehscheibe für ihre Aktivitäten in ganz Lateinamerika.“

Zur Lösung der innenpolitischen Krise müsste es allerdings auch Unterstützung aus den Nachbarländern Venezuelas geben. Dort solidarisierte sich zuletzt Kolumbiens linksgerichteter Präsident Gustavo Petro mit Maduro und forderte eine Sondersitzung der internationalen Gremien. Brasiliens Präsident Lula da Silva verurteilte das amerikanische Vorgehen in der Vergangenheit ebenfalls scharf. Argentiniens libertärer Präsident Javier Milei begrüßte dagegen die Verhaftung Maduros als großen Sieg für die Freiheit in Lateinamerika.

mit Material von dpa