US-Präsidentschaftswahl
: Trump spricht von möglichem Wahlbetrug – das ist dran

Noch am US-Wahltag schürt Donald Trump Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Ergebnisse im Bundesstaat Pennsylvania. Polizei und Staatsanwaltschaft dementieren.
Von
Elias Hoffmann
Washington D.C./Ulm
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US-Wahlen 2024 - Palm Beach: 05.11.2024, USA, West Palm Beach: Der republikanische Präsidentschaftskandidat und ehemalige US-Präsident Donald Trump  besucht seine Wahlkampfzentrale in West Palm Beach. Foto: Evan Vucci/AP +++ dpa-Bildfunk +++

Der republikanische Präsidentschaftskandidat und ehemalige US-Präsident Donald Trump schürt am Wahlabend Misstrauen in das Wahlsystem. In Onlinemedien spricht er von Wahlbetrug in einem Swing State.

Evan Vucci/AP/dpa
  • Donald Trump behauptet ohne Beweise Wahlbetrug in Pennsylvania.
  • Polizei und Staatsanwaltschaft Philadelphia dementieren Trumps Vorwürfe.
  • Trump schürt Misstrauen in den Wahlprozess, wie schon bei vorherigen Wahlen.
  • Verschiedene Wahlmethoden und Verzögerungen bei der Auszählung spielen eine Rolle.
  • In Umfragen liegt Trump offenbar hinter Kamala Harris, besonders in Swing States.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Es ist das Mantra von Donald Trump: Wenn er eine Wahl nicht gewinne, sei das Wahlbetrug. Nur ein Sieg des Republikaners sei legitim. Kurz vor der Schließung der ersten Wahllokale bei der US-Präsidentschaftswahl säte der republikanische Kandidat erneut Zweifel an der Abstimmung. „Es wird viel über massiven BETRUG in Philadelphia geredet. Die Strafverfolgungsbehörden kommen!!!“, schrieb der 78-Jährige auf seiner Plattform Truth Social. Belege für diese Behauptung lieferte Trump nicht.

Polizei dementiert Wahlbetrug-Vorwürfe

Die Polizei in Philadelphia wies die Vorwürfe nach einer Nachfrage des US-Senders CNN bereits zurück. Man wisse nicht, worauf Trump sich mit seinen Anschuldigungen beziehe und habe selbst keine Kenntnisse über Schwierigkeiten bei der Stimmabgabe, die es erfordere, dass die Strafverfolgungsbehörden eingriffen.

Auch die Staatsanwaltschaft von Philadelphia widersprach Trumps Äußerungen. Diese „wilde Behauptung“ hätte keinerlei Fakten-Grundlage, erklärte Bezirksstaatsanwalt Larry Krasner. Ein Vertreter der Stadt dementierte die Vorwürfe des Republikaners ebenfalls umgehend. „An dieser Behauptung ist absolut nichts dran“, schrieb Seth Bluestein auf der Plattform X. Es handele sich um ein weiteres Beispiel von Falschinformationen. Die Stimmabgabe in Philadelphia sei „sicher und zuverlässig“.

Trump sät Misstrauen in den Wahlprozess

Schon Tage vor der US-Präsidentschaftswahl hatte Donald Trump ohne jeden Beleg Ängste vor Wahlbetrug. „Sie kämpfen so hart, um dieses verdammte Ding zu stehlen. Sehen Sie sich an, was los ist. Schauen Sie sich an, was jeden Tag in Ihrem Staat passiert“, sagte Trump bei einem Wahlkampfauftritt am Sonntag (3. November) in Lititz im hart umkämpften Bundesstaat Pennsylvania. „Wir haben einen Haufen von Betrügern, die nur darüber nachdenken, wie sie betrügen können.“ Das Ergebnis der Wahlen müsse „um 9 Uhr, 10 Uhr, 11 Uhr am Dienstagabend“ feststehen, polterte Trump weiter.

Trumps Stimmungsmache hat System. Es gilt als wahrscheinlich, dass das Ergebnis der US-Wahlen am Dienstag (5. November) nicht in den Stunden nach Schließung der Wahllokale feststehen wird. Es gibt in den USA mehrere Möglichkeiten, die Stimme abzugeben: frühzeitig an bestimmten Orten, per Briefwahl oder am 5. November direkt im Wahllokal. Jeder Bundesstaat hat dabei eigene Regeln für Fristen und Identitätsnachweise. Auch die Technik variiert: von klassischen handschriftlichen Stimmzetteln bis zu Wahlcomputern.

Auszählung der Stimmen kann dauern

Besonders die Briefwahlstimmen verzögern den Auszählungsprozess in einigen Staaten, weil sie oft erst am Wahltag geöffnet und bearbeitet werden dürfen. In der US-Geschichte gab es häufiger Wahlen, bei denen der Sieger erst nach Tagen feststand. Vor vier Jahren schürte Trump tagelang Falschbehauptungen über Wahlbetrug, während sich die Auszählung in mehreren Staaten hinzog. Noch in der Wahlnacht erklärte sich der damalige Präsident zum Sieger – und forderte einen Stopp der Stimmauszählung, als er vorübergehend vor seinem Herausforderer Joe Biden lag.

Es wird erwartet, dass Trump dieses Mal wieder ähnlich vorgehen könnte. Deshalb schürt er bereits vorab Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Wahlen. In den vergangenen Tagen haben seine unbelegten Betrugsvorwürfe noch einmal zugenommen. Beobachter vermuten, dass könnte auch daran liegen, dass der 78-Jährige in Umfragen, die sein Wahlkampfteam in Auftrag gegeben hat und die nicht veröffentlicht werden, hinter seiner demokratischen Rivalin Kamala Harris liegen könnte – oder zumindest keinen maßgeblichen Vorsprung in den sogenannten Swing States hat.

Philadelphia ist die größte Stadt in Pennsylvania – der Bundesstaat wiederum gehört zu den für den Wahlausgang besonders wichtigen sogenannten Swing States, die in der Vergangenheit mal an die Republikaner, mal an die Demokraten gingen. In Philadelphia gab es offenbar 2024 eine sehr hohe Wahlbeteiligung.

Mit Material von dpa und AFP.