47 Mitgliedsländer besprechen: UN-Menschenrechtsrat befasst sich mit Ukraine und anderen Krisen

Vadim Ivanovich (r) hilft Ermittlern bei der Aufklärung möglicher Kriegsverbrechen, nachdem die Leiche seiner Frau am 6. Juni 2022 aus einem behelfsmäßigen Grab an ihrem Haus in Mala Rohan, Ukraine, exhumiert wurde. Sie wurde während der russischen Invasion und Besetzung der Stadt durch Granatenbeschuss getötet. Er hält ein altes Familienfoto seiner Frau in der Hand, das sein Sohn Pavlo in den Trümmern gefunden hat. Sie hätten bald ihren 45. Hochzeitstag.
Carol GuzyDer russische Angriff auf die Ukraine und die Menschenrechtslage in aller Welt stehen ab Montag im Mittelpunkt der Sitzung des UN-Menschenrechtsrats. Vier Wochen lang besprechen Vertreter der 47 Mitgliedsländer problematische Entwicklungen.
Im Frühjahr hatten die Europäer und andere Staaten zum Auftakt demonstrativ den Saal verlassen, als Russlands Außenminister Sergej Lawrow das Wort ergriff, um den Krieg gegen die Ukraine zu rechtfertigen. Russland kam einem drohenden Rauswurf aus dem Gremium einige Wochen später zuvor und trat zurück.
Die umstrittene Reise der UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, nach China sowie ihr seit Monaten ausstehender Bericht über die Situation in der chinesischen Provinz Xinjiang dürften nur am Rande zur Sprache kommen. Beide Initiativen unternahm Bachelet in eigener Sache, nicht im Auftrag des Rates.
Die Mitglieder des Rates werden für jeweils drei Jahre von der UN-Vollversammlung gewählt, um Menschenrechtsverstöße zu prüfen. Deutschland gehört zur Zeit dazu.