Tübingen · Forschung: Uni Tübingen beruft drei Professorinnen zur Erforschung des Rechtsextremismus

Schwäbisches Tagblatt
.Professorin Léonie de Jonge erforscht „Politische Akteurinnen und Akteure, Organisationen und Ideologien“ und vertritt damit die bundesweit erste politikwissenschaftliche Professur im Feld. Professorin Annett Heft wird sich mit Rechtsextremismus aus medienwissenschaftlicher Perspektive befassen, Professorin Heike Radvan aus erziehungswissenschaftlicher Sicht.
Alle drei Professorinnen werden im Laufe des Wintersemesters 2024/25 ihre Arbeit aufnehmen. „Dass wir hier drei international renommierte Forscherinnen gewinnen konnten, die aus ganz unterschiedlichen Perspektiven und Erfahrungszusammenhängen das Thema beleuchten, ist ein großer Gewinn für Forschung und Lehre im Bereich der Rechtsextremismusforschung“, lässt sich Wissenschaftsministerin Petra Olschowski in einer Pressemitteilung zitieren. „Ich bin überzeugt, dass die Forschungsarbeit der drei Professorinnen einen sehr wichtigen Beitrag dazu leisten wird, die Wurzeln und Mechanismen des Rechtsextremismus sowie seine Auswirkungen auf unsere Gesellschaft besser zu verstehen und auch zu vermitteln. Das ist die Grundlage, um ihm gezielt entgegenwirken zu können.“
„Die drei Professuren erforschen den Rechtsextremismus aus je fachspezifischer und transdisziplinärer Perspektive“, sagt Uni-Rektorin Karla Pollmann. „Die Forschung erfolgt in enger Kooperation mit Zivilgesellschaft und Praxis und ist so der gesellschaftlichen und politischen Relevanz des Themas angemessen.“
Léonie de Jonge ist derzeit Professorin für Europäische Politik und Gesellschaft an der Universität Groningen (Niederlande) und dort am Dokumentationszentrum für niederländische politische Parteien tätig. Sie erforscht rechtspopulistische und rechtsextreme Parteien und Akteure aus einer international vergleichenden Perspektive.
Annett Heft ist seit 2022 Leiterin der Forschungsgruppe „Dynamiken der Digitalen Mobilisierung“ am Weizenbaum Institut für die vernetzte Gesellschaft in Berlin, außerdem erforscht sie Muster und Dynamiken von Verschwörungstheorien und rechtsextremen Ideologien am Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaft der Freien Universität Berlin. Heft befasst sich mit der vergleichenden Analyse politischer analoger und digitaler Kommunikation und Mobilisierung in Europa.
Heike Radvan hat die Professur für „Theorien und Methoden Sozialer Arbeit mit den Schwerpunkten Gemeinwesenarbeit und Rechtsextremismusforschung“ an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg inne. In Tübingen wird sie die erziehungswissenschaftliche Rechtsextremismusforschung profilieren.