Trump stellt Frist
: Ukraine soll US-Plan bis Donnerstag akzeptieren – Putin zeigt sich offen für Verhandlungen

Im Ukraine-Krieg erhöht US-Präsident Donald Trump den Druck auf die Ukraine: Es steht eine vorläufige Frist bis kommenden Donnerstag im Raum – und anscheinend auch eine Drohung.
Von
dpa
Washington/Kiew
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Trump Selenskyj Putin: ARCHIV - 14.08.2025, ---: Die Bildkombo zeigt US-Präsident Donald Trump (l-r) und den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Elysee-Palast in Paris am 7. Dezember 2024 und den russischen Präsidenten Wladimir Putin spricht am 21. Februar 2025 auf einem Technologieforum in Moskau. (zu dpa: «28 Punkte für Frieden in der Ukraine») Foto: Morissard/Bednyakov/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

US-Präsident Donald Trump (von links nach rechtsr), der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und Wladimir Putin.

Morissard/Bednyakov/AP/dpa
  • Trump stellt Ukraine Ultimatum: US-Plan zum Ukraine-Krieg soll bis Donnerstag akzeptiert werden.
  • Plan umfasst 28 Punkte, darunter Verzicht auf Nato-Beitritt und Gebietsverluste für die Ukraine.
  • USA drohen bei Ablehnung des Plans mit Entzug der Unterstützung, laut „Washington Post“.
  • Selenskyj: Ukraine steht vor schwerer Wahl – Würde oder Verlust eines Schlüsselpartners.
  • Gespräch zwischen Selenskyj und US-Vizepräsident Vance über Zusammenarbeit und Friedenslösung.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

US-Präsident Donald Trump erwartet von der Ukraine, dass sie den von den Vereinigten Staaten vorgelegten Plan zur Beendigung des Ukraine-Krieges bis kommenden Donnerstag im Wesentlichen akzeptiert. „Wenn alles gut läuft, neigt man dazu, die Fristen zu verlängern“, sagte Trump in einem Gespräch mit Fox News Radio zwar auf die Frage, ob die USA der Ukraine eine „lockere Frist“ gesetzt hätten, um dem Plan zuzustimmen. „Aber Donnerstag ist unserer Meinung nach ein geeigneter Zeitpunkt.“ Am kommenden Donnerstag feiern die Menschen in den Vereinigten Staaten Thanksgiving – das amerikanische Erntedankfest.

Der Tageszeitung „Washington Post“ zufolge verknüpften die USA das Ultimatum mit einer Drohung. Sollte sich das von Russland angegriffene Land gegen den Friedensplan sträuben, müsse es mit dem Verlust der US-Unterstützung rechnen, berichtete das Blatt unter Berufung auf mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Merz redet mit Trump über Friedensplan

Übereinstimmenden Medienberichten zufolge besteht der Entwurf für den US-Plan aus 28 Punkten. Er wird kontrovers diskutiert, weil er der Ukraine große Zugeständnisse abverlangt. Zwar würde die Souveränität des Landes bestätigt, und sie soll Sicherheitsgarantien der USA erhalten. Die Ukraine müsste aber in ihrer Verfassung auf einen Beitritt zur Nato verzichten und Gebiete dauerhaft abtreten. Die Krim und die ebenfalls besetzten Gebiete Donezk und Luhansk sollen als faktisch russisch anerkannt werden.

Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) telefonierte am Freitag mit US-Präsident Donald Trump, um mit ihm über den Friedensplan zu reden. Das Gespräch sei „vertrauensvoll und verbindlich“ gewesen und es seien „nächste Schritte“ der Abstimmung auf Ebene der Berater verabredet worden, sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius.

Selenskyj schwört Landsleute auf schwierige Zeit ein

Zuvor hatte sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer Videoansprache seine Landsleute „auf einen der schwersten Momente in der Geschichte unseres Landes“ eingeschworen. „Gerade könnte die Ukraine vor einer sehr schweren Wahl stehen: Entweder die Würde verlieren oder das Risiko eingehen, den Schlüsselpartner zu verlieren. Entweder die schwierigen 28 Punkte (des US-Friedensplans) oder ein äußerst schwerer Winter“, sagte der Staatschef zum, „Tag der Freiheit und Würde“, der an den Beginn der prowestlichen Demonstrationen 2004 und 2013 erinnert.

Selenskyj bestätigte später, den Plan in einem knapp einstündigen Gespräch mit US-Vizepräsident JD Vance besprochen zu haben. „Wir haben uns darauf geeinigt, dass wir gemeinsam mit Amerika und Europa auf Beraterebene arbeiten werden, um einen wirklich arbeitsfähigen Weg zum Frieden zu haben“, schrieb der Staatschef auf sozialen Netzwerken. Gleichzeitig würdigte er erneut das Engagement von Trump.

In seiner Videobotschaft versicherte der Präsident zudem: „Wir werden dem Feind keinen Anlass geben zu sagen, dass die Ukraine keinen Frieden wolle, dass sie den Prozess sabotiere und nicht zu Diplomatie bereit sei.“ Er zähle dabei auf die Unterstützung der „europäischen Freunde“.

Putin offen für Verhandlungen

Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich nach Vorlage des US-Friedensplans für die Lösung des Ukraine-Konflikts offen für Verhandlungen gezeigt. Der von US-Präsident Donald Trump vorgelegte Plan mit 28 Punkten könne die Grundlage sein für eine friedliche Lösung, sagte Putin bei einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates.

Er bestätigte erstmals, dass ihm der Text vorliege. Es handele sich um eine modernisierte Fassung, eine neue Redaktion dessen, was in der Vergangenheit – etwa auch bei seinem Treffen mit Trump in Anchorage (Alaska) im August - diskutiert worden sei. Die Punkte müssten nun inhaltlich konkret besprochen werden, betonte Putin.